Jugendliche haben großes Umweltbewußtsein

Von der Verschmutzung der Meere haben 91 Prozent der Kinder und Jugendlichen schon gehört. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane. Viele engagieren sich in der Aktion "Plastikpiraten".

Fabian Stiller, Melanie Baasch und Lena Weiß vom Friedrich-Schiller-Gymnasium Preetz nehmen bei der Jugendaktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane Plastikproben an der Kieler Förde. © BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17

Dass die Verschmutzung der Meere ein massives Umweltproblem darstellt, wissen bereits Schülerinnen und Schüler. 91 Prozent der 10 bis 16 Jahre alten Jugendlichen haben davon schon einmal gehört, so das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des Bundesforschungsministeriums. 89 Prozent der Befragten wissen vom Klimawandel, 78 Prozent von der Abholzung der Regenwälder und 72 Prozent von der Luftverschmutzung.

Anstieg der Meeresspiegel, Wilderei, Überfischung

Rund der Hälfte der Befragten Kinder und Jugendlichen sind der Anstieg des Meeresspiegels (56 Prozent), Wilderei, also das unerlaubte Töten wildlebender Tiere (55 Prozent), und Überfischung (49 Prozent) als Umweltprobleme bekannt.

Dass sie selbst etwas für den Schutz der Meere tun können, meinen laut forsa-Umfrage über zwei Drittel aller Befragten: beispielsweise, indem sie Plastikmüll vermeiden oder zumindest ordnungsgemäß entsorgen. Nur 13 Prozent sehen keine Möglichkeiten, etwas gegen den Schutz der Meere zu tun.

Projekte im Unterricht oder einer Arbeitsgemeinschaft

Die Mehrheit der Mädchen und Jungen möchte sich engagieren und weiter informieren: 85 Prozent der Befragten fänden es gut, wenn es in ihrer Nähe Projekte gäbe, die sich um den Schutz der Meere oder Meerestiere kümmern, also zum Beispiel als Teil des Unterrichts oder einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft. Mit der bundesweiten Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ im Wissenschaftsjahr 2016*17 kommt das Bundesforschungsministerium diesem Wunsch nach.

Die "Plastikpiraten"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet Jugendlichen von 10 bis 16 Jahren nun die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich in ihren Heimatorten für den Meeresschutz zu engagieren. Als „Plastikpiraten“ sind Schulklassen und Jugendgruppen aufgerufen, die Plastikbelastung ihrer heimischen Bäche und Flüsse zu dokumentieren. Denn der Großteil des Plastikmülls im Meer gelangt auf dem Wasserweg dorthin. Bis zum 30. Juni können die Jugendlichen deutschlandweit auf Forschungsexpedition gehen und Daten sammeln. Die Ergebnisse werden von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und gehen in ein Forschungsprojekt ein.

Bereits im Herbst 2016 haben mehr als 180 Gruppen Daten erhoben. Aufgrund des positiven Feedbacks wird die Citizen-Science-Aktion nun wiederholt. Denn es zeigt sich, dass die jungen Umweltschützer nicht nur mit Engagement und Spaß bei der Sache waren, sondern dass der persönliche Einsatz auch zum Umdenken im Alltag führen kann.