Jugendliche und ihre Stadt der Zukunft

Skater-Platz, Gemeinschaftsgarten oder ein neuer Park? Teenager haben ganz eigene Vorstellungen davon, was ihre Stadt lebenswert macht. Bei der Aktion „Heimatkunde“ im Wissenschaftsjahr 2015 lassen sie ihre Einfälle konkret werden.

Den Skaterpark wieder aufhübschen - die Jugendlichen der inklusiven Bonner Gesamtschule haben schon Ideen, wie sie ihre Heimatstadt fit für die Zukunft machen können. Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel hat die Schule zum Start der Aktion "Heimatkunde" besucht. © Christopher Rausch

Unter dem Motto "Eure Stadt, eure Ideen" ist bundesweit die Aktion "Heimatkunde" gestartet. Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren sind gefragt, Ideen für die Nutzung von Freiflächen in ihrer Umgebung zu entwickeln und kreativ in Szene zu setzen. Pädagogen an Schulen oder Jugendfreizeitstätten können für Projektarbeiten zum Wettbewerb kostenlose Materialien erhalten.

"Mit der Heimatkunde-Aktion im Wissenschaftsjahr tragen Jugendliche mit ihren Ideen dazu bei, die Vision einer nachhaltigen und lebenswerten Stadt der Zukunft zu entwerfen. Wir wollen damit ein Bewusstsein für den urbanen Wandel schaffen und den Jugendlichen vermitteln, welche eigenen Gestaltungsmöglichkeiten sie haben", sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Auftakt der Aktion in Bonn.

Stellvertretend für die vielen Schulen, die sich an der Aktion beteiligen werden, hat Thomas Rachel die inklusive 5. Gesamtschule in Bonn besucht. Die Schülerinnen und Schüler haben sich bereits Gedanken dazu gemacht, wie ein verwaister Skaterplatz ganz in ihrer Nähe im Stadtteil Endenich wieder zum Leben erweckt werden könnte: Neue Minirampen, Halfpipes und Rails sollen den alten, maroden Skate-Parcours ersetzen.

"Die Schülerinnen und Schüler wohnen fast alle in Bonn Endenich. Sie kennen den Platz schon lange und wissen, dass er früher von Jugendlichen in Eigenregie zum Skaterplatz umgestaltet wurde. Nun wollen sie den Platz gemeinsam in seine alte Funktion zurückführen", erklärte Schulleiterin Ursula Dreeser. Zusätzlich sind ein Infoboard für Bonner Veranstaltungen sowie ein separater Picknickbereich geplant, die den Platz als Aufenthaltsort für die Jugend etablieren sollen – und zwar auch für Nicht-Skater.

Die kreativsten Ideen gewinnen

Die Nachwuchsforscher können ihre kreativen Pläne öffentlich vorstellen und den Bürgermeistern ihrer Stadt präsentieren. Wer seine Ergebnisse bis zum 30. November 2015 als Kurzfilm oder digitale Foto-Dokumentation einreicht, nimmt zudem an einem Wettbewerb teil und kann attraktive Preise gewinnen. Eine unabhängige Jury aus Vertretern von Kommunen und Wissenschaftlern ermittelt die Sieger. Hauptgewinn ist eine Städtereise und der Besuch eines Städteplanungsbüros.

Die Heimatkunde-Aktion im Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt führt Jugendliche an das Thema nachhaltige Stadtentwicklung heran und zeigt verschiedene Gestaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten auf. Lehrer und Pädagogen an Schulen sowie Jugendfreizeitstätten und anderen außerschulischen Einrichtungen können das dafür konzipierte Lern- und Arbeitsmaterial bestellen.