Jugendpressetag: Nachwuchsreporter befragen Anja Karliczek

Sie sind Schülerreporter, bloggen in ihrer Freizeit oder sind bereits als Praktikanten in Redaktionen unterwegs: Beim Jugendpressetag treffen sich 80 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten mit Bundesministerin Anja Karliczek in Berlin.

80 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten treffen sich mit Bundesministerin Anja Karliczek in Berlin. © BMBF/Hans-Joachim Rickel
Jasmin (15) beim Jugendpressetag im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin. © BMBF
Clara (10) beim Jugendpressetag im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin. © BMBF
Julian beim Jugendpressetag im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin. © BMBF

Wie werden wir in Zukunft leben? Werden wir mit Robotern zusammenarbeiten? Sind autonome Autos sicher? Die Welt ändert sich rasant – insbesondere durch die Digitalisierung. Diese Veränderungen zu beleuchten und aktiv zu gestalten, ist die Aufgabe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. „Wir bilden die Zukunft ab“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, als sie etwa 80 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten beim Jugendpressetag in Berlin begrüßt. Die Gesellschaft müsse wissen, wo die Chancen und Risiken neuer Technologien und Trends liegen. Dafür brauche es Journalisten: die nachfragen, Zusammenhänge aufzeigen und Diskurse anstoßen, so die Ministerin.

Das sieht auch Nachwuchsreporter Julian so, der für seine Schülerzeitung bloggt. „Als Journalist kann man auf Dinge aufmerksam machen – man erhebt seine Stimme, um etwas zu verbessern“, sagt der 14-Jährige aus Thüringen. Ihn störe der ständige Unterrichtsausfall an seiner Schule: „Wir hatten fast ein halbes Jahr lang kein Französisch“, sagt er. Hier müsse die Politik handeln.

Zum Jugendpressetag ist auch die 10-jährige Clara aus Passau nach Berlin gekommen. Sie möchte von der Bildungsministerin wissen, wie diese in die Politik gekommen ist. „Über ein Ehrenamt im Stadtrat“, erklärt Karliczek. 2013 habe sie sich dann für das Bundestagsmandat in ihrem Wahlkreis beworben. Und dann führte sie ihr weiterer Weg nach Berlin – bis ins Ministeramt.

Eine Frage, die viele der Schülerreporterinnen und -reporter umtreibt, ist die Digitalisierung an den Schulen. „An interaktiven Tafeln zu lernen, macht einfach mehr Spaß“, sagt die 15-jährige Jasmin. Nur leider gebe es davon noch nicht genug in ihrer Schule. Und ein anderer Jungreporter erzählt, in seiner Schule gebe es nur Kreide und Overheadprojektoren. Um das zu ändern, hat das Bundesbildungsministerium den DigitalPakt Schule auf den Weg gebracht. Damit will es für die digitale Infrastruktur in den Schulen sorgen. Die Konzepte für die digitale Bildung müssten jedoch vor Ort entstehen, entgegnet Karliczek auf die Frage nach dem Sinn des Bildungsföderalismus.

Ein junger Journalist hat sich besonders auf den Jugendpressetag vorbereitet: Mit einer Instagram-Umfrage hat er ermittelt, was seinen Mitschülerinnen und Mitschülern Sorgen bereitet. Die Antwort: Ständiger Leistungsdruck und Stress. „Wo sehen Sie die Ursachen dafür?“, möchte er von der Bundesbildungsministerin wissen. Vielen Eltern sei es wichtig, dass ihre Kinder aufs Gymnasium gehen, sagt Karliczek. So entstehe schon früh ein Leistungsdruck. „Es muss nicht jeder aufs Gymnasium gehen“, mahnt die Ministerin. „Wir sind ein Land der immerwährenden Chancen – es ist nie zu spät, sich weiterzuentwickeln.“

Jugendpressetag

Der Jugendpressetag ist eine Initiative des Jugendmedienzentrum Deutschland e. V., in dessen Mitgliedsverbänden mehr als 10.000 Schülerzeitungsredakteurinnen und -redakteure und junge Journalistinnen und Journalisten organisiert sind. Die Verbände unterstützen die jungen Menschen durch Seminare, den Jugend-Presseausweis und kostenlose Beratung bei ihrer Medienarbeit. Sie öffnen jungen Journalistinnen und Journalisten viele Türen und helfen beim Einstieg in die Medienkarriere.