Junge Pflanzenforscher besonders willkommen

„Pflanzenzüchtungsforschung für die Bioökonomie“ - so lautet eine neue Initiative des Bundesforschungsministeriums. Damit will es dazu beitragen, die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern und gleichzeitig Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

Junge Wissenschaftlerin mit Pflanzen im Labor © Thinkstock / camij

Die Weltbevölkerung wächst unaufhaltsam – und mit ihr der Bedarf an Nahrung, Rohstoffen und Energie. Mit einer visionären Forschungsstrategie will die Bundesregierung dazu beitragen, dass sich die Menschen ausreichend und gesund ernähren können und es genug hochwertige Produkte gibt – ohne die Umwelt oder das Klima weiter zu belasten. Das Ziel ist der Wandel von einer erdölbasierten Ökonomie hin zu einer biobasierten Wirtschaft.

Innovationen in der Pflanzenforschung

Zum Masterplan der  Bundesregierung gehören die nachhaltige Ernährungssicherung, Umwelt- und Klimaschutz sowie Erhalt der Biodiversität. Zum Beispiel soll verhindert werden, dass der intensive Anbau von Pflanzen auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit oder des Wasserhaushalts geht oder dann dazu führt, dass Nahrungsmittel fehlen. Pflanzen sind die wichtigste nachwachsende Ressource.

Die Initiative zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovationen in der Pflanzenforschung starten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gemeinsam. Das BMBF beteiligt sich mit der Förderrichtlinie „Pflanzenzüchtungsforschung für die Bioökonomie“. Im Fokus stehen anwendungsnahe Projekte der Grundlagenforschung. Der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und (Land-)Wirtschaft ist ebenfalls von großer Bedeutung für die Sicherung des Standorts Deutschland: Durch die nachhaltige Erzeugung und Nutzung nachwachsender Ressourcen für Produkte und Verfahren wird neues Wirtschaftswachstum möglich.

Forscher und Landwirte arbeiten zusammen

Wesentliche Grundlage der Bioökonomie ist eine effiziente Pflanzenerzeugung und -nutzung. Die wachsende Nachfrage nach biobasierten Rohstoffen kann nur bedient werden, wenn innovative Pflanzenforscher und moderne Landwirte eng miteinander kooperieren. Hier setzt die Fördermaßnahme „Pflanzenzüchtungsforschung für die Bioökonomie“ an: Durch eine technologieoffene Förderung will sie optimierte und neue Lösungen für eine nachhaltige Nutzpflanzen- und Biomasseproduktion entwickeln.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Großes Gewicht legt das BMBF dabei auf die Ausbildung und Etablierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Pflanzenforschung. Ein zentrales Modul der Förderrichtlinie widmet sich ausschließlich den Nachwuchsgruppen sowie der zusätzlichen Qualifizierung der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Bundesforschungsministerium möchte insbesondere die Exzellenz der deutschen Pflanzenforschung, die weltweit eine Spitzenposition einnimmt, weiter stärken. Ziel ist es, rund 50 Promovierenden und Postdoktoranden auf ihrem Weg zu umfassend ausgebildeten Fachleuten zu unterstützen. Gleichzeitig soll sich der Nachwuchs untereinander und mit etablierten Führungskräften aus Wissenschaft und Wirtschaft vernetzen.

Seminare, Summer Schools, Mentoren

Während der dreijährigen Laufzeit werden die persönlichen Kompetenzen und Karriereperspektiven in regelmäßigen Workshops geschärft. Von fachnahen Themen wie dem Umgang mit Big Data in der Pflanzenforschung bis zu relevanten Soft-Skills-Trainings wird ein breites Spektrum abgedeckt. Dabei kommen unterschiedliche Formate zum Einsatz: Sie reichen von webbasierten Kursen über Seminare und Exkursionen bis hin zu Summer Schools, bei denen Inhalte intensiv gemeinsam erarbeitet werden. Die Online-Kurse werden im Zuge des offenen digitalen Lernens auch für andere Interessierte kostenlos verfügbar sein. Während der einjährigen Mentoring-Phase erhalten die jungen Forscher im Austausch mit einer erfahreneren und unabhängigen Führungskraft Impulse für ihre Entwicklung. Im Peer-Coaching lernt sich der wissenschaftliche Nachwuchs kennen und tauscht sich vertraulich zu selbstgewählten Themen aus.

Das BMBF übernimmt mit dieser Initiative eine Pionierrolle für eine ganzheitliche Förderung und Etablierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Offiziell startet das Nachwuchsmodul am 21. Februar beim Statusseminar PLANT2030 in Potsdam.