Käte Hamburger Kollegs stärken die Geisteswissenschaften

BMBF fördert internationale Forscherteams für weitere sechs Jahre / Müller: "Vorbilder für Forschung über Grenzen und Disziplinen hinweg"

Die geisteswissenschaftliche Spitzenforschung an den Käte Hamburger Kollegs in Erlangen-Nürnberg, Berlin, Köln und München ist für weitere sechs Jahre gesichert. Alle Kollegs sind von einem international besetzten Gutachtergremium positiv evaluiert worden und können ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Finanziert werden sie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

"Die Käte Hamburger Kollegs haben die Geisteswissenschaften in Deutschland auch international weiter nach vorn gebracht. Das zeigt sich etwa darin, dass sie immer mehr ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anziehen", sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF anlässlich der Übergabe des Förderbescheids in Höhe von 9,6 Millionen Euro für das Kolleg an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. "An den Kollegs sind vielfältige Forscherteams zu einer übergreifenden Fragestellung entstanden – Vorbilder für Forschung über Grenzen und Disziplinen hinweg."

Die Käte Hamburger Kollegs wirken profilbildend in den Geisteswissenschaften und geben herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Freiraum für ihre selbstgewählten Fragestellungen. Sie sind internationale Gastgeber und haben die Möglichkeit, auf ihrem Fachgebiet die weltweit wichtigsten und interessantesten Köpfe zu einem Forschungsaufenthalt am Kolleg einzuladen. Das Resultat sind wegweisende Forschungsergebnisse, die durch Publikationen und Veranstaltungen öffentlich werden und die Geisteswissenschaften nachhaltig prägen.

Mit der Förderung des BMBF sind seit 2007 zehn Käte Hamburger Kollegs an deutschen Universitäten entstanden, für die erste Förderphase stellte das BMBF bereits insgesamt 109 Millionen Euro bereit. Die ersten sieben der zehn Kollegs setzen nun nach positiver Evaluation der sechsjährigen Startphase ihre Arbeit in der zweiten Phase der Förderung fort:

1)  IKKM – Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie, Bauhaus-Universität Weimar

2)  Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa, Ruhr-Universität Bochum

3)  Verflechtungen von Theaterkulturen, Freie Universität Berlin

4)  Morphomata: Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen, Universität zu Köln

5)  Rachel Carson Center für Umwelt und Gesellschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München

6)  Re:work - Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive, Humboldt-Universität zu Berlin

7)  Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa, Universität Erlangen-Nürnberg

8)  Imre-Kertész-Kolleg: Europas Osten im 20. Jahrhundert. Historische Erfahrungen im Vergleich, Friedrich-Schiller Universität Jena

9)  Recht als Kultur, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

10) Centre for Global Cooperation Research, Universität Essen-Duisburg

Für die zuletzt gestarteten Kollegs in Jena, Bonn und Essen-Duisburg dauert die Evaluation noch an bzw. steht noch aus.

Die Namensgeberin des Programms, Käte Hamburger, wurde 1896 in Hamburg geboren. Die Philosophin wurde an der Universität München promoviert, emigrierte 1934 nach Schweden und kehrte 1956 aus dem Exil nach Stuttgart zurück, wo sie sich mit dem Werk "Die Logik der Dichtung" habilitierte. Mit diesem Werk schuf Käte Hamburger ein Standardwerk der deutschen Literaturwissenschaft, das national und international auf große Resonanz stieß.

Weitere Informationen unter: http://www.bmbf.de/de/21517.php
und http://www.kaete-hamburger-kollegs.de/index.php