Kampf gegen Krebs: "Wir als BMBF handeln"

Seit einem Jahr läuft die Dekade gegen Krebs. Sie bündelt erstmals die gesamte Krebs-Expertise in einer Initiative. "Wir haben viel auf den Weg gebracht – aber wir haben noch Weiteres vor", kündigt Staatssekretär Rachel auf dem Krebskongress an.

"Es ist uns gelungen, gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die zentralen Kräfte in Deutschland für eine starke Krebsforschung und deren Vernetzung mit der Versorgung zu mobilisieren", sagt Thomas Rachel auf dem Deutschen Krebskongress 2020. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Frau Professor Eggert,

liebe Frau Professor Klinkhammer-Schalke,

Seit den 90er Jahren geht die Krebssterblichkeit zurück. Das liegt maßgeblich an den Ergebnissen aus der Krebsforschung. Wir müssen die Krebsforschung weiter stärken, um gegen diese häufig so heimtückische Krankheit anzukämpfen. Deshalb haben wir vor einem Jahr die Nationale Dekade gegen Krebs ausgerufen.

Wir haben die Krebsdekade als Forschungsinitiative aufgesetzt, die von vielen Partnern getragen wird. Ich freue mich, heute auf dieser Bühne wichtige Mitstreiter an meiner Seite zu haben.

Es ist uns gelungen, gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die zentralen Kräfte in Deutschland für eine starke Krebsforschung und deren Vernetzung mit der Versorgung zu mobilisieren.
Die Nationale Dekade gegen Krebs ist einzigartig – wegen:

  • der vielen hervorragenden Organisationen und Persönlichkeiten,
  • der offenen Art der Zusammenarbeit,
  • der bisher einmaligen Patientenbeteiligung
  • und nicht zuletzt wegen der Langfristigkeit.

Die Schwerpunkte der Dekade

  • Die Dekade widmet sich den zentralen Fragen:
  • Wie kann die Zahl der Neuerkrankungen verringert werden?
  • Was sind die größten ungelösten Fragen der Krebsforschung?
  • Und: Wie kann das gegenseitige Lernen zwischen Forschung und Versorgung optimiert werden?

Die Beiträge des BMBF

Auch wir als BMBF greifen diese Fragen auf und handeln: Mit bis zu 62 Millionen Euro fördern wir Vergleichs- und Optimierungsstudien, die die Praxis in der Prävention, Diagnose und Therapie entscheidend verbessern sollen.

Wir werden zusätzlich zu den zwei aktuellen bis zu vier neue Standorte des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen, NCT, fördern. Im Sommer werden die neuen Standorte durch ein internationales Gutachtergremium ausgewählt.

Im NCT wird exzellente Forschung und Versorgung vereint. Mit den neuen Standorten werden wir krebskranken Menschen einen besseren Zugang zu Erkenntnissen aus der Krebsforschung auf höchstem Niveau bieten.

Die Nationale Dekade kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn sie die Menschen einbezieht. Deshalb haben wir einen Online-Dialog durchgeführt. Die Resonanz war enorm: Über 3.000 Teilnehmer haben mitgemacht.
Die Betroffenen wünschen sich vor allem einen Paradigmenwechsel von einer „unpersönlichen Therapie-Maschinerie“ zu einer individualisierten Behandlung. All diese Rückmeldungen nehmen wir mit.

Ausblick Dekade 2020

Wir haben viel auf den Weg gebracht – aber wir haben noch Weiteres vor.

Wir arbeiten intensiv an Fördermaßnahmen. Wir werden zum Beispiel im Rahmen der Medizininformatik eine Fördermaßnahme zur Digitalisierung unter anderem mit Fokus Krebs veröffentlichen.
Die Einbindung von Patientenvertretern in die Auswahlgremien unserer Förderung wird der Standard sein.
Wir nutzen die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, um die Krebsforschung auch in Europa voranzubringen.

Dieses erste Jahr erfüllt mich mit Hoffnung. Mit der Nationalen Dekade gegen Krebs gibt es erstmals eine Initiative, die die gesamte Exzellenz und Erfahrung bündelt, in allen Bereichen der deutschen Krebsforschung über einen langfristigen Zeithorizont!

Forschung und Versorgung fallen zusammen. Lassen Sie uns an einem Strang ziehen! Lassen Sie uns gemeinsam die Krebsmedizin der Zukunft gestalten!