Karliczek: Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft intensivieren

Wissenschaftskommunikation wird Bestandteil der Forschungsförderung

Bundesministerin Anja Karliczek und AWI-Direktorin Antje Boetius bei der Vorstellung des Grundsatzpapiers in Berlin. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will die Wissenschaftskommunikation stärken, wie aus einem am heutigen Donnerstag vorgestellten Grundsatzpapier hervorgeht. Dazu erklärt Bundesministerin Anja Karliczek:

"Es ist eines meiner wichtigsten politischen Ziele, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu intensivieren. Wissenschaftskommunikation wird daher künftig einen weitaus größeren Platz in der Förderpolitik meines Hauses bekommen. Wissenschaftskommunikation muss ein selbstverständlicher Teil wissenschaftlichen Arbeitens werden. Wir unterstützen den bereits begonnenen Kulturwandel hin zu einer kommunizierenden Wissenschaft.

Die Menschen interessieren sich für Forschung, weil sie fasziniert und ihr tägliches Leben verbessert. Zudem sind wir in einer Zeit der Umbrüche. Überall haben die Menschen Fragen. Die Wissenschaft ist dafür prädestiniert, Antworten zu geben. In der öffentlichen Diskussion werden leider immer mehr Fakten ignoriert oder schamlos umgedeutet. Umso wichtiger sind da die Erklärungen der Wissenschaft.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben einen großen Einfluss, aber auch eine große Verantwortung für die Zukunft unserer Gesellschaft. Teil dieser Verantwortung ist es, über die eigene Arbeit und die eigenen Forschungsergebnisse zu kommunizieren. Wissen verpflichtet. Durchaus in diesem Sinne haben schon 1999 die Präsidenten der Wissenschaftsorganisationen im PUSH-Memorandum (Public Understanding of Science and Humanities) festgehalten, den Wissenschaftsdialog zu einer ihrer zentralen Aufgaben zu machen.

Zentrale Maßnahme in unserem Grundsatzpapier ist die Berücksichtigung von Wissenschaftskommunikation bei zukünftigen Förderbekanntmachungen. Wir werden verstärkt Anreize setzen, damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihren Forschungsprojekten die Wissenschafts-kommunikation von Anfang an mitdenken und in den Projekten auch Ressourcen dafür eingeplant werden.

Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stehen dafür schon heute bewährte Formate zur Verfügung, um in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gehen. Das Spektrum der Möglichkeiten ist breit und kann beispielsweise von öffentlichen Bürgervorlesungen, über Science Slams bis hin zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern beim Sammeln von Daten, z.B. über Niederschlagsmengen und Wetterbeobachtungen, gehen.

Wir wollen außerdem die Weiterentwicklung der Wissenschafts-kommunikation begleiten. Wissenschaft im Dialog richtet mit unserer Förderung eine Plattform zur Wirkungsmessung ein. Zudem werden wir eine Denkwerkstatt #FactoryWisskomm gründen. Mit ihr soll erreicht werden, dass Wissenschaftskommunikation in den Wissenschaftseinrichtungen möglichst zur Chefsache wird.

 

Hintergrund:

Das Grundsatzpapier ist auf Basis eines externen und internen Konsultationsprozesses entstanden. Das BMBF wird den strategischen Dialog über die Weiterentwicklung der Wissenschaftskommunikation in 2020 fortsetzen und verstetigen. Unter Beteiligung der Leitungsebenen von Wissenschaft, Wissenschaftsförderung, Wissenschaftsjournalismus und unter Einbeziehung der Community sollen Selbstverpflichtungen und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.