Karliczek: „Daten sind der Schlüssel für unsere Zukunft“

Das BMBF setzt innerhalb der Datenstrategie der Bundesregierung entscheidende Impulse für Forschung und Wissenschaft

Open Data
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Am heutigen Mittwoch hat das Bundeskabinett die neue Datenstrategie der Bundesregierung verabschiedet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt darin entscheidende Impulse für eine innovative und souveräne Datenpolitik in Forschung und Wissenschaft. Die Datenstrategie verfolgt das Ziel, die Potentiale von Daten für das Innovationsland Deutschland besser zu nutzen und die Datenkompetenz zu stärken. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Daten sind im digitalen Zeitalter ein elementarer Schlüssel für die Zukunft des Innovationslandes Deutschland. Die Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Quellen ermöglicht neuartige Erkenntnisse und Innovationen in Wissenschaft und Forschung. Sie ist Grundlage für neue Technologien, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. Für eine erfolgreiche digitale Zukunft müssen wir dieses Potential bestmöglich ausschöpfen.

Ich denke zum Beispiel an die Gesundheitsforschung. In der COVID-19 Pandemie konnte auch durch das verstärkte Teilen von Daten die gemeinsame Forschung und Entwicklung eines Impfstoffes in dieser kurzen Zeit gelingen. Oder nehmen Sie ein anderes Beispiel: Mit dem aus der MOSAiC-Expedition gewonnenen riesigen Datenschatz können die Klimamodelle verbessert und damit u.a. der Klimawandel besser verstanden werden. Der Forschungseisbrecher „Polarstern“ ist bei der Expedition ein Jahr lang mit dem Meereis durch die Arktis gedriftet.

Um den größtmöglichen Nutzen aus Daten ziehen zu können, müssen sie qualitätsgesichert sein. Eine vertrauenswürdige und sichere Bereitstellung qualitativ hochwertiger Daten aus Bildung und Forschung ist deshalb ein wesentlicher Teil unserer technologischen Souveränität und Grundlage einer selbstbestimmten Gestaltung unserer digitalen Zukunft.

Die Datenstrategie der Bundesregierung leistet dafür einen wertvollen Beitrag. Sie stärkt die Datensouveränität, Datenkompetenz und Dateninfrastrukturen in der deutschen und europäischen Bildungs- und Forschungslandschaft.

Das BMBF ist mit über 70 Maßnahmen zentraler Akteur in der Datenstrategie. In den nächsten Jahren wird mein Haus beispielsweise Initiativen aus dem Forschungsbereich High Performance Computing und Quantentechnologien fördern.

Wir wollen eine Kultur des Teilens und Nutzens in Bildung, Wissenschaft und Forschung ermöglichen, welche auf Vernetzung, Sicherheit und Innovation abzielt. Vernetzung und Datenschutz schließen sich dabei übrigens nicht aus, im Gegenteil. So fördern wir z.B. den technischen Datenschutz im Rahmen eines Forschungsnetzwerkes zur Anonymisierung.

Daten werden wertvoller, je öfter wir sie nutzen können. Mit dem heutigen Tag legen wir einen wesentlichen Grundstein für ein modernes Innovationsland in einer freien demokratischen Welt.“

Hintergrund:

Mit der Datenstrategie wollen wir die innovative und verantwortungsvolle Datenbereitstellung und Datennutzung insbesondere in Deutschland und Europa signifikant erhöhen.

Für eine moderne und sichere Datenpolitik in Wissenschaft, Forschung und auch darüber hinaus hat das BMBF folgende Initiativen und Maßnahmen auf den Weg gebracht:

Mit GAIA-X wird ein sicheres europäisches Daten- und Infrastrukturökosystem entwickelt, das den höchsten Anforderungen an digitaler Souveränität genügt und in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht, zusammengeführt und geteilt werden können. Ein Ziel der vernetzten Dateninfrastruktur ist, einen sicheren europäischen Raum für die Datenspeicherung und –verarbeitung zu schaffen. GAIA-X soll dazu beitragen, Europa ein Stück weit unabhängiger zu machen und die technologische Souveränität im Umgang mit den Daten von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu stärken.

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) hat das Ziel, Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch zu erschließen, nachhaltig zu sichern und zugänglich zu machen sowie (inter-)national zu vernetzen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler profitieren bereits jetzt von dem digitalen Wissensspeicher.

Der Aktionsplan Forschungsdaten des BMBF bündelt Aktivitäten und Vorhaben mit dem Ziel, eine Kultur des Teilens und Nachnutzens von Forschungsdaten zu schaffen. Der Aktionsplan berücksichtigt dabei neben den benötigten Strukturen auch die Notwendigkeit zu Standardisierungen im Umgang mit Forschungsdaten und der Kompetenzförderung in Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie.

Der Zugang zu wichtigen Datenbeständen und -verknüpfungen ist für die Wissenschaft von zentraler Bedeutung. Das BMBF wird daher bei neuen Gesetzgebungsvorhaben künftig prüfen, in welchem Umfang forschungsfreundliche, barrierefreie Zugangsregeln (sog. Forschungsklauseln) für die unabhängige wissenschaftliche Forschung geschaffen werden können.

Mit der Förderung von Datentreuhandmodellen erprobt und entwickelt das BMBF Verfahren für einen sicheren und vertrauensvollen Datenaustausch in Forschung und Wirtschaft. Ziel ist es, das gesellschaftliche Innovationspotenzial durch die Einbeziehung der Wissenschaft in Datentreuhandmodelle zu erschließen und neue Formen des Datenteilens zu entwickeln.

Das BMBF bündelt die Maßnahmen der Datenstrategie auch in seinem Aktionsplan Forschungsdaten.