Karliczek: Deutscher Umweltpreis 2020 stärkt Wissenstransfer zu Nachhaltigkeitsthemen

Bundesforschungsministerin gratuliert den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2020.
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2020. © DBU

Am heutigen Sonntag wird der Deutsche Umweltpreis 2020 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Hannover verliehen. Der Ökonom und Klimaforscher
Prof. Ottmar Edenhofer, Leiter des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), erhält die Auszeichnung gemeinsam mit Annika und Hugo Sebastian Trappmann, Geschäftsführer der Blechwarenfabrik Limburg. Der Insektenkundler Dr. Martin Sorg vom Entomologischen Verein Krefeld e.V. 1905 wird zudem mit dem Ehrenpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärt:

„Ich gratuliere Herrn Edenhofer und dem Geschwisterpaar Trappmann zum Deutschen Umweltpreis 2020 sowie Herrn Sorg zum Ehrenpreis! Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt stärkt mit den diesjährigen Auszeichnungen den Transfer von Wissen zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zu Fragen der Nachhaltigkeit. Ich freue mich sehr, dass mit Herrn Edenhofer und Herrn Sorg zwei Wissenschaftler vertreten sind, die in ihrer Forschung auch vom Bundesforschungsministerium gefördert werden. 

Ottmar Edenhofer lebt vor, wie sich aus einer exzellenten fachwissenschaftlichen Arbeit klare Aussagen für eine zukunftsweisende Klima- und Energiepolitik ableiten lassen. Sein Engagement in der Politikberatung ist wegweisend. Damit steht er stellvertretend und exemplarisch für den wirkungsvollen Transfer von Ergebnissen der Klimaforschung in den politischen Raum und die Praxis. Mit seinen Beiträgen zum Design von Politikinstrumenten für die Klima- und Energiepolitik sowie zu Fragen der Gerechtigkeit gibt er immer wieder wichtige Denkanstöße.

Das Geschwisterpaar Annika und Hugo Sebastian Trappmann zeigt mit der Blechwarenfabrik Limburg, wie Klima- und Ressourcenschutz mit wirtschaftlichem Erfolg zusammengeführt werden können. Die Chancen der Digitalisierung werden von ihnen gewinnbringend genutzt und führen zu Innovationen im Unternehmen.

Martin Sorg hat als Kurator und Vorstandsmitglied des Entomologischen Vereins Krefeld e.V. 1905 einen über Grenzen hinweg beachteten Beitrag zur aktuellen Lage der Insekten, als der verschiedenartigsten Klasse des Tierreichs, geleistet. Dieser Beitrag hat dem Thema Biodiversität weltweit öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt und das Thema ganz vorn auf die politische Agenda gerückt. Dies ist ein unbeschreiblicher Erfolg für einen ehrenamtlichen Verein.“

Hintergrund:

Der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist mit 500.000 Euro dotiert und damit der höchstdotierte Umweltpreis Europas. Mit ihm würdigt die DBU seit dem Jahr 1993 Leistungen von Persönlichkeiten, die vorbildlich zum Schutz der Umwelt beitragen oder beigetragen haben. Er wird jährlich verliehen.

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer ist Professor für Klimaökonomie an der Technischen Universität Berlin und leitet seit 2019 das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gemeinsam mit dem schwedischen Umweltwissenschaftler Johan Rockström. Im Jahr 2012 wurde er zudem zum Direktor des gemeinsam von der Stiftung Mercator und dem PIK in Berlin gegründeten „Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change“ (MCC) ernannt. Von 2008 bis 2015 war Prof. Edenhofer einer der Ko-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe III für den fünften Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC. Im Juli 2018 wurde Herrn Edenhofer von der Katholischen Akademie in Bayern der Romano-Guardini-Preis verliehen. Seit 2019 ist er gemeinsam mit Prof. Sabine Schlacke Vorsitzender des Lenkungskreises der Wissenschaftsplattform Klimaschutz. Er ist einer der exponiertesten wissenschaftlichen Berater in der nationalen und internationalen Debatte zum Klimawandel.

Derzeit koordiniert Prof. Edenhofer mit dem Kopernikus-Projekt „ARIADNE – Evidenzbasiertes Assessment für die Gestaltung der deutschen Energiewende“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, ein interdisziplinäres Großprojekt, in dem über 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen, wie Rechts-, Politik-, Wirtschafts- und Kommunikations-wissenschaften sowie Energietechnik, mögliche Wege in eine klimaneutrale und nachhaltige Energieversorgung aufzeigen. Das Vorhaben soll zum einen ein besseres Verständnis der Wirkung einzelner politischer Maßnahmen und Politikpfade schaffen, zum anderen ein Gesamtbild zu Technologien, Instrumenten sowie regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Energiewende liefern. Ein wichtiges Fundament bildet die Beteiligung von Stakeholdern sowie Bürgerinnen und Bürgern. Über die gesamte Laufzeit wird ARIADNE die unterschiedlichen Akteure aus Forschung, Politik und Gesellschaft einbinden, um ein umfassendes Bild von relevanten Politikalternativen und deren Auswirkungen zu zeichnen.

Dr. Martin Sorg ist promovierter Biologe und als Fachberater, Gutachter, Autor und Mediengestalter zu Themen des Biotop- und Artenschutzes tätig. Insbesondere auch die Einbeziehung und Information der Öffentlichkeit ist ihm ein Anliegen. Als Kurator des Entomologischen Vereins Krefeld e.V. 1905 ist er insbesondere durch die 2017 veröffentlichte Krefelder Studie in Erscheinung getreten, in der das Ausmaß des Insektenrückgangs – besondere auch in Naturschutzgebieten – aufgrund langjähriger Beobachtungen aufgezeigt wurde

Die Ursachen für den Rückgang der Insekten gerade auch in Naturschutzgebieten sind wissenschaftlich bisher nicht zufriedenstellend belegt. Daher hat das BMBF das Thema im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) aufgegriffen und fördert im Projekt DINA (Erforschung der Ursachen für den Rückgang der Insektenbiomasse und -diversität in Schutzgebieten) ein Konsortium von Hochschulen zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Entomologischen Verein Krefeld e.V. 1905. Herr Sorg ist Leiter des Teilprojekts des Entomologischen Vereins Krefeld.