Karliczek: „Diese ersten Ergebnisse machen Hoffnung“

BioNTech und Pfizer haben erste Studiendaten zu ihrem COVID-19-Impfstoff veröffentlicht: Sie konnten eine Wirksamkeitsrate von über 90 Prozent erzielen – ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. Die Daten seien „bemerkenswert“, sagt Ministerin Karliczek.

Mit ihrem COVID-19-Impfstoff haben BioNTech und Pfizer eine Wirksamkeitsrate von über 90 Prozent erzielt. Zudem verursacht ihr Impfstoff keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Das gaben die beiden Unternehmen gestern bekannt. Diese Nachricht habe zurecht überall auf der Welt große Beachtung gefunden, sagt Ministerin Karliczek heute in Berlin. Denn: „Die Welt wartet auf wirksame Impfstoffe gegen Covid-19. Sie wären der Wellenbrecher, um die Pandemie einzudämmen“, so die Ministerin.

Bei aller Geschwindigkeit: Qualitätsstandards werden eingehalten

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„Wir haben durch die Förderung nun offenbar auch etwas Gutes für Europa und viele andere Staaten getan, wenn BioNTech ins Ziel kommt", sagt Ministerin Karliczek. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Diese ersten Ergebnisse machen Hoffnung, sagt Karliczek. Aber sie betont auch: „So sehr wir uns über diese positive Entwicklung freuen – es gilt weiterhin, keine risikoreichen Abkürzungen zu nehmen. Ein Antrag auf Zulassung noch in diesem Jahr wäre ein enormer Erfolg.“ Dafür sei es entscheidend, dass sich die Studiendaten in den noch folgenden Analysen zur Wirksamkeit und Sicherheit bestätigen lassen. Dabei versichert sie: „Bei aller Geschwindigkeit, die aktuell bei der Impfstoffentwicklung an den Tag gelegt wird, ist eines sehr klar: Wir halten uns an die bestehenden Qualitätsstandards im Zulassungsverfahren. Darauf können sich die Menschen verlassen“, so die Ministerin.

Als Bundesforschungsministerin habe sie sich besonders über den Erfolg von BioNTech gefreut, da das BMBF die Gründung des Mainzer Unternehmens 2008 mit der Gründungsoffensive Biotechnologie unterstützt habe, sagt Karliczek. Die Nachricht aus Mainz zeige daher: „Deutschland ist ein starker Forschungs- und Entwicklungsstandort. Wir verfügen über sehr innovative Unternehmen, die sich in der Welt auf Spitzenniveau beweisen können. Es ist die Pflicht und die Aufgabe des BMBF, solche bahnbrechenden Innovationen zu fördern und damit zu ermöglichen. Im Falle von BioNTEch war es für uns eine sehr große Freude, diese Aufgabe erfüllen zu dürfen“, so die Ministerin.

Neben der damaligen Gründungsförderung fördert das BMBF BioNTech derzeit mit 375 Millionen Euro im BMBF-Sonderprogramm zur Beschleunigung der Impfstoffentwicklung. „Wir stärken damit zum einen die Durchführung klinischer Studien und zum anderen die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Das schafft schon jetzt die Grundlage, dass nach Zulassung eines wirksamen und sicheren Impfstoffes den Menschen auch genügend Impfdosen zur Verfügung gestellt werden können“, ergänzt Karliczek.

Vertrag zur Lieferung ist ausgehandelt

BioNTech hat sich angesichts der Förderung durch das BMBF bereit erklärt, einen angemessenen Anteil der Produktion eines zugelassenen Impfstoffes für die bedarfsgerechte Versorgung in Deutschland zugänglich zu machen. Zudem hat die EU-Kommission bereits einen Vertrag zur Lieferung des vielversprechenden Impfstoffs fertig ausgehandelt, wie die Kommission heute bekannt gab. Angesichts der weltweiten Nachfrage sei dieser Schritt richtig, betonte Ministerin Karliczek. „Damit wird eine Grundlage geschaffen, dass Deutschland auch versorgt werden kann.“ Und sie ergänzt: „Wir haben durch die Förderung nun offenbar auch etwas Gutes für Europa und viele andere Staaten getan, wenn BioNTech ins Ziel kommt.“