Karliczek: Forschen für den Klimaschutz – Wir müssen innovative Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen forcieren.

BMBF präsentiert auf der COP25 neueste Ergebnisse aus der Klimaforschung

Die diesjährige Weltklimakonferenz COP25 tagt vom 2. bis 13. Dezember 2019 in Madrid und befindet sich nun in der entscheidenden Phase. Im Zentrum der Verhandlungen stehen Regeln für den internationalen Handel mit Emissionsrechten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) präsentiert auf der COP25 neueste Ergebnisse aus der Klimaforschung. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karlizcek:

„Die Auswirkungen des Klimawandels auf Hochwasser, Stürme und Dürren sind bereits weltweit spürbar. Die teilnehmenden Nationen auf dem Klimagipfel in Madrid eint, dass sie die Welt, wie wir sie kennen, für künftige Generationen erhalten wollen. Wir wissen: Der Klimaschutz ist eine Aufgabe, der sich alle Nationen stellen müssen. Und die Wissenschaft ist sich einig: Es sind weltweit deutlich mehr Ambitionen erforderlich, wenn wir die Ziele des Pariser Abkommens erreichen und die globale Erderwärmung auf 2, möglichst 1,5°C, begrenzen wollen. Forschung und eine innovative internationale Zusammenarbeit sind dabei die Schlüssel für eine erfolgreiche Klimapolitik, die Lösungswege für einen wirksamen, wirtschaftlichen und sozial verträglichen Klimaschutz bieten muss.

Durch zielgerichtete Förderung meines Hauses ist die Forschung in Deutschland gerade bei diesen klimaökonomischen Themen exzellent positioniert. Wir gewinnen die erforderlichen Erkenntnisse, um durch entsprechende Regelungen sicherstellen zu können, dass die Marktmechanismen des Pariser Abkommens auch tatsächlich zur Emissionsminderung und zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Bereits in den vergangenen Jahrzehnten hat das BMBF mit seiner Forschungsförderung zu Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit entscheidend dazu beigetragen, nicht nur umfassendes Wissen über den Klimawandel aufzubauen, sondern daraus auch tragfähige Handlungsoptionen zu entwickeln. Diese Anstrengungen wird mein Haus nun noch einmal verstärken und die Förderung technischer klimafreundlicher Innovationen weiter forcieren. Dazu gehört, dass wir ambitionierte Maßnahmen zur Treibhausgas-Reduktion fördern werden. Denn der weltweite Ausstoß von klimaschädlichem CO2 hat auch in diesem Jahr weiter zugenommen. Klar ist: Je früher die Grundlagen für Innovationen mit Forschung und Entwicklung gelegt werden, desto mehr haben wir es in der Hand, die Entwicklung wirklich zu gestalten.

Darüber hinaus müssen wir die Wissenslücken über die physikalischen Vorgänge im Klimasystem schließen. Je besser wir verstehen, welche Prozesse im Klimasystem wirken, desto besser können wir die Risiken mindern. Die im Herbst gestartete Arktis-Expedition MOSAiC mit dem Forschungsschiff Polarstern zeigt, wie wir dies angehen: wissenschaftlich und in enger internationaler Zusammenarbeit.

International nehmen wir aber auch Verantwortung wahr in solchen Ländern, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind. Beispiele hierfür sind die beiden regionalen Klimakompetenzzentren, die wir gemeinsam mit Staaten aus West- und Südafrika aufgebaut haben.“

Hintergrund:

Auf dem Weltklimagipfel COP25 sollen die letzten offenen Punkte in dem Regelwerk zum Pariser Abkommen verhandelt werden. 2020 tritt das Klimaabkommen formell in Kraft. Da die vorliegenden nationalen Klimaschutz-Verpflichtungen bei Weitem noch nicht ausreichen, um das 2 Grad-Ziel – geschweige denn das 1,5-Grad-Ziel – zu erreichen, steht in Madrid die Erhöhung der Klimaschutzziele im Zentrum der Diskussion.

Die Erkenntnisse aus der Wissenschaft hat der Weltklimarat IPCC in seinen beiden kürzlich veröffentlichten Sachstandsberichten über Klimawandel und Landsysteme und über den Ozean und Eisgebiete zusammengetragen. Diese Berichte liefern neue Belege für gravierende Folgen des Klimawandels. Die Wissenschaft zeigt damit einmal mehr die Notwendigkeit, dringend und entschlossen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zu handeln. Die Berichte zeigen aber auch Lösungen auf, wie nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung ermöglicht werden kann.

Das BMBF trägt Klimawissen dort in die Praxis, wo es gebraucht wird: in die Politik von Bund, Ländern und Kommunen, in Wirtschaftsunternehmen, Verbände und andere Initiativen und Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich auf unterschiedliche Weise für den Klimaschutz einsetzen. Auf der COP25 präsentiert das BMBF daher neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft für eine faktenbasierte Klimapolitik.

Zudem hat das BMBF am virtuellen Treffen der Forschungsministerinnen und –ministern teilgenommen. Dieses Treffen fand erstmalig auf Initiative der chilenischen COP-Präsidentschaft statt und soll dazu beitragen, Klimaforschung dauerhaft in den nationalen Forschungsagenden zu verankern.

Weiterführende Informationen:

https://www.bmbf.de/de/neues-wissen-fuer-den-klimaschutz-10332.html 

https://www.fona.de/de/aktuelles/nachrichten/2019/monatsthema-dezember-cop25.php