Karliczek: Innovation wird Kohlerevieren gute Zukunft sichern

Erste zukunftsweisende Maßnahmen stehen fest

Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ beschlossen. Mit diesem Gesetz setzt die Bundesregierung die Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ für eine in die Zukunft gerichtete Gestaltung der Kohlereviere um. Dazu erklärt die Bundesministerin für Bildung und Forschung,  Anja Karliczek:

„Wir wollen über eine starke Förderung von Forschung, Bildung und Innovationen den Menschen und den Unternehmen in unseren Kohlerevieren neue Zukunftsperspektiven eröffnen. Dies ist ein wesentlicher Teil des ‚Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen‘, für den mein Haus Verantwortung trägt. Über diesen Aspekt ist bisher noch zu wenig gesprochen worden. Für mich ist gerade dieser Innovations-Teil des Gesetzes mit der Kernpunkt zur Sicherung der Zukunft der Kohleregionen. 

In einem ersten Schritt sind schon mehr als 600 Millionen Euro für elf konkrete Forschungs- und Innovationsinitiativen in den Revieren eingeplant. Sie betreffen viele zentrale Zukunftsbereiche – von der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz über die Erforschung erneuerbarer Energien bis hin zur Förderung der Bioökonomie.  Wir investieren also nicht nur in Beton, sondern auch in Köpfe und Ideen.

Die jetzt benannten Förderprojekte sind keineswegs abschließend. Weitere Fördermaßnahmen werden in den nächsten Jahren folgen und in allen betroffenen Regionen den Strukturwandel für eine bessere Zukunft weitervorantreiben. Über die weiteren Projekte wird nach und nach entschieden.

Die verstärkte Förderung von Forschung und Innovationen ist von entscheidender Bedeutung, um den Strukturwandel positiv gestalten zu können. Wir wollen über Forschung und Innovation dazu beitragen, dass die Menschen in den nächsten Jahrzehnten in den Revieren gut leben können und die Wirtschaft gute Aussichten hat. Es geht in Kohlerevieren nicht allein darum, den Verlust eines Wirtschaftszweiges auszugleichen, sondern eine starke Wirtschaft mit Zukunft zu gestalten. Die betroffenen Regionen sollen dadurch besser dastehen als momentan. 

Die Ansiedlung von neuen Forschungs- und Innovationsprojekten schafft neue Arbeitsplätze und sichert in ihrem Umfeld zudem Beschäftigung.

Neue exzellente Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft bieten den lokalen Unternehmen – insbesondere kleinen und mittleren Firmen – Kooperationsmöglichkeiten. Diese eröffnen Chancen zur Erforschung sowie Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen.“

Hintergrund:

Das BMBF plant die folgenden Initiativen in den Revieren:

  1. Ansiedlung eines Centers for Advanced System Understanding (CASUS) im Lausitzer Revier.
  2. Aufbau eines Fraunhofer Instituts für Geothermie und Energieinfrastrukturen im Rheinischen Revier und im Lausitzer Revier.
  3. Aufbau eines Fraunhofer-Zentrums für Digitale Energie im Rheinischen Revier.
  4. Ausbau des Ernst-Ruska-Centrums für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen am Forschungszentrum Jülich im Rheinischen Revier.
  5. weitere Förderung des Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik Cottbus (i-Campµs) im Lausitzer Revier.
  6. Forschungsvorhaben „Inkubator nachhaltige erneuerbare Wertschöpfungsketten“ (iNEW) im Rheinischen Revier.
  7. Weitere Förderung des Forschungsvorhabens „Neuro-inspirierte Technologien der künstlichen Intelligenz für die Elektronik der Zukunft (NEUROTEC)“ im Rheinischen Revier.
  8. Entwicklung einer „Modellregion Bioökonomie“ im Rheinischen Revier.
  9. Aufstockung des „WIR!-Programms“; Aktivitäten im Rheinischen Revier, im Lausitzer Revier und im Mitteldeutschen Revier möglich.
  10. Einrichtung von Kompetenzzentren zur Arbeitsforschung; Standort offen, Aktivitäten im Rheinischen Revier, im Lausitzer Revier und im Mitteldeutschen Revier möglich.
  11. Einrichtung eines Programms zur Weiterentwicklung der kommunalen Bildungslandschaft; Standort offen, Aktivitäten im Rheinischen Revier, im Lausitzer Revier und im Mitteldeutschen Revier möglich.