Karliczek: „Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft“

133 Millionen Euro für Hochschulbildung im KI-Bereich/Neue Förderrichtlinie veröffentlicht

Bund und Länder stellen den Hochschulen ab sofort bis zu 133 Millionen Euro zur Förderung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Hochschulbildung zur Verfügung. Die entsprechende Bekanntmachung wurde am heutigen Donnerstag veröffentlicht und setzt die im Dezember von Bund und Ländern geschlossene Vereinbarung um. Der Bund trägt dabei 90 Prozent der Förderung. Ziel der Bekanntmachung ist es, das akademische Fachkräfteangebot für Wirtschaft und Wissenschaft im KI-Bereich auszubauen und die Hochschulbildung durch den Einsatz von KI zu verbessern.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

„KI ist eine der großen Schlüsseltechnologien der Zukunft und wird unser Leben prägen. Nur wenn wir hier am Ball bleiben, werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Wir müssen in Deutschland selbst in der Lage sein, Schlüsseltechnologien zu verstehen, herzustellen und weiterzuentwickeln. 

Deshalb ist es mir wichtig, dass Studierende die notwendigen Kompetenzen für qualifizierte berufliche Tätigkeiten in diesem Bereich auf höchstem Niveau vermittelt bekommen. KI ist nicht nur ein Studieninhalt, sondern auch ein vielversprechendes Mittel der Lehre, die wir verbessern wollen. Besondere Potenziale sehe ich zum Beispiel bei der Individualisierung von Lehr- und Lernprozessen, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen. KI kann auch dazu beitragen, die Studienerfolgsquote zu erhöhen und die Chancengerechtigkeit zu steigern.

Ich freue mich, dass Bund und Länder diesen Weg gemeinsam gehen.“
 

Hintergrund:

Die rechtliche Grundlage für die Förderinitiative ist die am 10. Dezember 2020 durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) verabschiedete Bund-Länder-Vereinbarung „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“. Bund und Länder stellen für die Finanzierung bis zu rund 133 Millionen Euro zur Verfügung. Im Verhältnis 90:10 werden die Fördermittel vom Bund und dem jeweiligen Land des Antragstellers getragen. Bis zum 30. April 2021 können sich Hochschulen mit Projektideen um eine Förderung bewerben.

Zwei wesentliche Ziele verfolgt die Förderinitiative, um Künstliche Intelligenz wirksam in der Breite des Hochschulsystems zu entfalten: Die Vermittlung von Kenntnissen zu KI als Studieninhalt soll zur Qualifizierung von Fachkräften beitragen. Dies soll durch die Entwicklung neuer KI-Studienangebote in allen Fach- und Teildisziplinen gelingen.

Ein zweites wesentliches Ziel ist die Verbesserung der Qualität von Hochschulbildung durch den Einsatz von KI-Technologien in der Lehre. Dazu ist die Entwicklung von Assistenzsystemen zur Unterstützung der Lehrenden und der Einsatz von Learning Analytics zur Erstellung individueller Lernangebote denkbar. Auch der Aufbau und die Durchführung von Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten für Lehr- und Verwaltungspersonal stellen förderfähige Maßnahmen dar. Datenethische Aspekte bzw. der Umgang mit datenschutzrechtlichen Regelungen sind zu beachten. Bis zu zwei Millionen Euro für Einzelvorhaben und bis zu fünf Millionen für Verbundvorhaben können staatliche Hochschulen mit ihren Ideen für eine Förderung über 48 Monate beantragen.