Karliczek: Leopoldina ist ein Schatz unseres Landes

Bundesforschungsministerin zur Einführung des neuen Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Am heutigen Donnerstag übergibt Professor Jörg Hacker das Amt des Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle an der Saale an Professor Gerald Haug. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Die Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung sind die elementaren Voraussetzungen für Innovation und Fortschritt der Menschheit. Eine Gesellschaft benötigt für ihr Wohlergehen die Impulse der Wissenschaft und ihren von Vernunft geleiteten Rat.

Die Leopoldina nimmt hier in Deutschland einen herausragenden Platz ein. Sie ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt. Ihre 1.600 Mitglieder vereinen eine unschätzbar wertvolle und unabhängige Expertise. Die Leopoldina gehört zu den großen Schätzen unseres Landes – ein Schatz, auf den wir mit Stolz blicken können.

Professor Jörg Hacker hat die Leopoldina zehn Jahre geprägt. Als er die Leitung übernahm, war die Leopoldina gerade erst zur Nationalakademie bestimmt worden. Dank seiner umsichtigen Amtsführung hat die Akademie ihren Ruf und Bedeutung immer weiter vermehrt. Jörg Hacker hat die Akademie in hervorragender Weise in Deutschland und der Welt als Stimme der deutschen Wissenschaft und als unabhängige Ratgeberin von Politik und Gesellschaft positioniert. Jüngst waren die Stellungnahmen zu Stickstoffoxiden und Feinstaub in der Atemluft oder zum Klimapaket der Bundesregierung richtungsweisend. Für seine wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft und die deutsche Wissenschaft danke ich Jörg Hacker von Herzen.

Gerald Haug gratuliere ich sehr herzlich zu seiner Wahl zum Präsidenten der Leopoldina. Er übernimmt ein wissenschafts- und gesellschaftspolitisch herausragendes Amt. Seit 2012 ist er Mitglied der Leopoldina und hat seither erheblich zu den wichtigen Stellungnahmen und Empfehlungen beigetragen, wie wir den großen Herausforderungen des Klimawandels begegnen können. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm viel Glück und Erfolg. Auf die Zusammenarbeit freue ich mich sehr.

Gerade in diesen Zeiten, in denen auch gefestigte wissenschaftliche Erkenntnis aus Gründen des politischen Vorteils vermehrt in Frage gestellt wird, muss uns die Vernunft leiten. Deshalb ist der wissenschaftliche Rat der Leopoldina mehr denn je gefragt.

Die Gesellschaft, all ihre Teile, muss zusammenstehen, gerade in diesen Tagen, in denen erneut unsere Grundprinzipien durch eine Gewalttat angegriffen wurden. Jeglichem Hass und jeglicher Gewalt gilt es, entschlossen entgegenzutreten.“

 

Hintergrund:

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina wurde 1652 gegründet. Sie blickt auf eine reiche Geschichte zurück, zahlreiche berühmte Namen sind mit ihr verbunden – unter anderem Marie Curie, Charles Darwin, Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe, Alexander von Humboldt, Justus von Liebig und Max Planck.

2008 wurde die Leopoldina auf einstimmigen Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. Zu ihren Aufgaben zählt, wissenschaftlich fundierte Stellungnahmen zu drängenden Problemen unserer Zeit zu erarbeiten – sei es zur Bewältigung des Klimawandels, zu Möglichkeiten der Verringerung von Stickoxidbelastungen in unserer Atemluft oder wie wir die Herausforderungen der Digitalisierung meistern können. Sie bereichert öffentliche Debatten und zeigt Lösungsoptionen auf. Zugleich versachlicht sie diese Debatten, indem sie komplexe Sachverhalte verständlich macht und in das Gesamtbild einordnet.


 

Weitere Informationen: www.leopoldina.org