Karliczek: Mit Daten technologische Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Wissenschaft fördern

BMBF startet Aktionsplan Forschungsdaten

In dieser Woche tagt das Digitalkabinett der Bundesregierung. Entscheidender Faktor bei der Digitalisierung sind Daten, insbesondere Forschungsdaten. Dem Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist es ein Anliegen, Forschungsdaten für Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. Künftig sollen die Maßnahmen und Initiativen des BMBF aus diesem Bereich daher im „Aktionsplan Forschungsdaten“ gebündelt werden und so eine Kultur des Teilens und Nachnutzens ermöglichen. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Daten sind der Treibstoff der Digitalisierung. Die Verarbeitung und Nutzung von Daten birgt enormes Potential für neue Technologien, Wertschöpfungsketten oder Geschäftsmodelle. Für eine erfolgreiche digitale Zukunft müssen wir dieses Potential bestmöglich ausschöpfen. Grundlage hierfür ist, dass wir einen systematischen und nachhaltigen Zugang insbesondere zu Forschungsdaten schaffen. Denn diese sind Grundlage für wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen.

Mit einem neuen ‚Aktionsplan Forschungsdaten‘ wollen wir daher unsere Daten-Initiativen zusammenfassen und das Potential von Forschungsdaten breit nutzbar machen. Damit setzen wir Impulse für eine starke Datenkultur im digitalen Zeitalter und ermöglichen vor allem, dass aus Daten neues Wissen, Wertschöpfung und letztendlich ein gesellschaftlicher Mehrwert entsteht.

Damit das gelingt, setzen wir uns für forschungsfreundliche Rahmenbedingungen ein, fördern die Erforschung und Entwicklung innovativer digitaler Technologien wie Künstliche Intelligenz, Green ICT oder Quantencomputing und unterstützen den Aufbau von Dateninfrastrukturen sowie Datenkompetenzen in der Wissenschaft.

Wie wichtig es ist, Daten und Ergebnisse der Forschung zu teilen, führt uns gegenwärtig die Corona-Pandemie sehr deutlich vor Augen. Beispielsweise wurden Genomdaten des Virus frühzeitig und frei anderen Forschern zur Verfügung gestellt, was ermöglichte, das Virus schneller zu entschlüsseln. Nur über das Teilen solcher Erkenntnisse können einheitliche Diagnose- und Behandlungspläne entwickelt und Forschung sowie Versorgung länderübergreifend koordiniert werden.“

Hintergrund:

Forschungsdaten werden oft nur lokal und vorübergehend gespeichert. Dadurch gehen Datenschätze verloren. Hier setzt der „Aktionsplan Forschungsdaten“ an.

Der Aktionsplan besteht aus drei Kernelementen:

  • Erstens muss als Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas die Erforschung und Entwicklung innovativer digitaler Technologien vorangebracht werden. Nur so lassen sich leistungsfähige, energieeffiziente, sichere und vertrauenswürdige Infrastrukturen aufbauen sowie betreiben.

    Mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur und GAIA-X etwa hat das BMBF starke Impulse gesetzt. Die Programme werden Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt einen schnelleren Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen. Wichtig ist nun, die Interoperabilität, also die Durchgängigkeit, der verschiedenen Dateninfrastrukturen zu gewährleisten und die Verknüpfung zum Hoch- und Höchstleistungsrechnen herzustellen.

  • Zweitens sollen aus Daten schneller und besser Erkenntnisse, Ideen und Innovationen werden. Dafür muss die Nutzung der in Wissenschaft und Forschung erzeugten Daten erleichtert werden. Hierfür braucht es neue Ansätze, beispielsweise können die FAIR-Prinzipien in der Projektförderung angewendet werden.

  • Drittens benötigen die am Innovationsgeschehen Beteiligten, insbesondere die Forscherinnen und Forscher, die für den Umgang mit digitalen Daten notwendigen Kompetenzen.

Mit diesen drei Kernelementen bildet der BMBF-Aktionsplan Forschungsdaten die Grundlage für eine verlässliche und kompetente Kultur der Datenbereitstellung und -nachnutzung. Eine solche Datenkultur bedeutet einen Mehrwert für die Gesellschaft: sie stärkt die Wissenschaft, fördert die Wettbewerbsfähigkeit und trägt zu einer digitalen Souveränität Deutschlands sowie Europas bei.