Karliczek: Mit exzellenter IT-Sicherheitsforschung legen wir den Grundstein für eine sichere digitale Welt

Bundesregierung startet 350-Millionen-Rahmenprogramm zur
IT-Sicherheitsforschung

Heute hat die Bundesregierung das Forschungsrahmenprogramm zur IT-Sicherheit „Digital. Sicher. Souverän.“ verabschiedet, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingebracht wurde.

Zum Kabinettsbeschluss erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„In einer Welt, in der alle Lebensbereiche zunehmend von Digitalisierung geprägt sind, müssen wir uns auf die digitale Sicherheit absolut verlassen können. Ohne IT-Sicherheit gibt es heutzutage keine Sicherheit im Alltag mehr. Den Grundstein für eine sichere digitale Welt, in der wir die zahlreichen Chancen der Digitalisierung selbstbestimmt nutzen können, legen wir mit exzellenter IT-Sicherheitsforschung.

Wir stehen hierbei vor komplexen Herausforderungen, die mit der Datenexplosion sowie dem Aufkommen neuer Technologien weiter zunehmen werden: Cyberangriffe auf staatliche Institutionen, Hochschulen oder Unternehmen, gezielte Desinformationen in sozialen Netzwerken oder auch Quantencomputer, die mit ihrer enormen Rechenleistung künftig gängige Verschlüsselungsverfahren überwinden. Wir erleben zudem bereits heute ein exponentielles Wachstum bei der Anzahl vernetzter Geräte. Zeitgleich prägt die Künstliche Intelligenz in Form unterschiedlichster Anwendungen immer stärker unseren Alltag. Die reale und die digitale Welt verbinden sich zunehmend – jetzt bereits in 5G und perspektivisch noch stärker in 6G. Die vernetzte Welt hat große Auswirkungen auf jeden Einzelnen von uns, aber auch auf die Gesellschaft insgesamt. Ohne IT-Sicherheit können wir nicht sicher sein, dass unser Wasserhahn noch läuft, die U-Bahn fährt, eine Überweisung richtig ankommt. Wir können nicht sicher sein, dass Autos produziert und Kranke versorgt werden können. Ohne IT-Sicherheit können wir nicht sicher sein, dass unsere Demokratie funktioniert.  

Wir müssen daher jetzt handeln: Die digitale Welt sicher zu gestalten, ist eine zentrale Zukunftsaufgabe für Deutschland und die Europäische Union. Forschung für IT-Sicherheit und Privatheit in der digitalen Welt ist hierfür der Schlüssel.

Mit dem neuen Forschungsprogramm ‚Digital. Sicher. Souverän.‘ stellt das Bundesforschungsministerium 350 Millionen Euro bis 2026 bereit. Damit bereiten wir den Weg für eine exzellente Forschung für IT-Sicherheit und Privatheit, für wirtschaftliche Prosperität und technologische Souveränität in Deutschland und in Europa. Und wir schaffen damit die Basis für ein besseres digitales Leben – damit wir alle heute und in Zukunft digital, sicher und souverän leben können.“


 

Hintergrund:

Mit dem Rahmenprogramm „Digital. Sicher. Souverän.“ will die Bundesregierung die technologische Souveränität auf dem Gebiet der IT-Sicherheitsforschung weiter ausbauen und setzt den Rahmen für die künftige Forschungsförderung für eine sichere digitale Welt. Das BMBF stellt für die Umsetzung bis 2026 mindestens 350 Millionen Euro bereit.

Das Rahmenprogramm richtet die IT-Sicherheitsforschung der kommenden Jahre an sieben übergeordneten strategischen Zielen aus:
 

  • digitalen Wandel sicher und nachhaltig gestalten,
  • Daten und Know-how schützen und nutzen,
  • stabile, digitale Demokratie und Gesellschaft gewährleisten,
  • selbstbestimmte Privatheit und innovativen Datenschutz ermöglichen,
  • Deutschland in Innovation und Transfer zukunftssicher an die Weltspitze bringen,
  • führende Köpfe qualifizieren und gewinnen,
  • die technologische Souveränität Deutschlands und Europas sichern.

Das Programm baut auf dem Vorläuferprogramm der IT-Sicherheitsforschung „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015-2020“ auf und berücksichtigt die Digitalisierung in ihrer Gesamtheit und deren Auswirkung auf den gesellschaftlichen Wandel. Da inzwischen alle gesellschaftlichen Bereiche digital durchdrungen sind, berücksichtigt das Programm sowohl technologische als auch gesellschaftliche Themen in der IT-Sicherheitsforschung. So stehen neben technologiebasierten Innovationen auch Fragen zu Privatheit, Datenschutz und Selbstbestimmung im Fokus der Forschungsförderung. Ziel ist es, mit einer an diesem Anspruch orientierten Forschung europäischer Prägung Innovationen anzustoßen und dadurch die technologische Souveränität Deutschlands und Europas in Zukunft zu wahren und in wichtigen Schlüsselbereichen auszubauen. Um dies zu erreichen, wird das BMBF die Forschungsförderung durch einen kontinuierlichen Dialog mit allen zentralen Zielgruppen begleiten – von Forschungscommunities über Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft und Politik bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern, den späteren Nutzerinnen und Nutzern der digitalen Technologien.

Eine zentrale Säule der exzellenten IT-Sicherheitsforschung in Deutschland bilden dabei die durch das BMBF initiierten nationalen Forschungszentren für IT-Sicherheit ATHENE in Darmstadt, KASTEL in Karlsruhe und CISPA in Saarbrücken. Im Bereich Privacy hat sich das BMBF-geförderte „Forum Privatheit“ als fundierte Stimme zu rechtlichen, ethischen, soziologischen und technischen Aspekten etabliert und wird als „Plattform Privatheit“ weiter ausgebaut. Mit dem Forschungsnetzwerk Depersonalisierung werden künftig Fragen der Anonymisierung und des technischen Datenschutzes gebündelt. Auf dem Feld der Quantenkommunikation ist die Initiative QuNET wegweisend. Ziel von QuNET ist es, Technologien für ein Pilotnetz zur Quantenkommunikation in Deutschland zu entwickeln, das der abhör- und manipulationssicheren Datenübertragung dient. Erfolgreiche Projekte wie diese werden im Rahmen des neuen Programms weiter ausgebaut.

Mit dem Start des Forschungsrahmenprogramms wird gleichzeitig die erste Förderrichtlinie veröffentlicht. Die Bekanntmachung „Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zum Thema IoT-Sicherheit in Smart Home, Produktion und sensiblen Infrastrukturen“ soll das sogenannte „Internet der Dinge“ zuhause, in der Produktion sowie in sensiblen Infrastrukturen sicherer machen. Mit der Förderung beabsichtigt das BMBF ferner, die Expertise und Wertschöpfung im Bereich der IT-Sicherheit für diese IoT-Systeme („Internet of Things“) am Standort Deutschland nachhaltig zu stärken.