Karliczek: Mit innovativen Methoden in der Medizin gleichwertige Lebensverhältnisse sichern und die datengetriebene Gesundheitsforschung stärken

Bundesforschungsministerium fördert Digitale FortschrittsHubs Gesundheit mit 50 Millionen Euro

Ab Mitte des Jahres entwickeln die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit modellhafte Lösungen für den Transfer digitaler Innovationen in die regionale Versorgung und optimieren diese in der Praxis. Zudem sollen künftig auch regionale Versorgungsdaten unter Beachtung des Datenschutzes der Forschung helfen, Versorgungskonzepte und Therapien gezielt zu verbessern.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Die Gesundheit der Menschen zu schützen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Forschung und Wissenschaft. Wir wissen: Daten helfen heilen. Je besser wir eine Krankheit verstehen, desto zielgerichteter können wir Therapien und Medikamente dagegen entwickeln. Das gilt für bereits lang bekannte Erkrankungen wie Krebs, aber auch für neuartige Bedrohungen wie das Corona-Virus.

Gerade in der aktuellen Pandemie sehen wir, wie wichtig ein vernetztes Vorgehen ist. Einer der Schwerpunkte der neuen FortschrittsHubs ist deshalb das Pandemiemanagement. Die hier entwickelten und erprobten Lösungen sollen helfen, das Gesundheitssystem gegen künftige Krisen noch besser zu wappnen. Ich freue mich, dass mein Haus die Hubs mit 50 Millionen Euro bis 2025 unterstützt.

Die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit werden den Nutzen der Digitalisierung in der Medizin in konkreten Anwendungsfällen aufzeigen. Die Ergebnisse sollen auch den Menschen in den ländlichen Regionen zugutekommen. Hier ist der Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten häufig nicht so eng wie in den Ballungszentren. Deshalb ist es wichtig, in diesen Regionen mit innovativen Methoden für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen.

Ebenso vielfältig wie die Anwendungsfälle sind auch die technischen Lösungen. So können beispielsweise tragbare Sensoren die Vitaldaten von Risikopatientinnen und -patienten auch im häuslichen Umfeld erfassen und direkt an die Klinik übermitteln – Vorboten kritischer Entwicklungen können Behandelnde so zeitnah erkennen und frühzeitig dagegen vorgehen. Intelligente Smartphone-Apps sollen Ärztinnen und Ärzten helfen, auch in Notfallsituationen die bestmöglichen Therapieentscheidungen zu treffen.“

Hintergrund:

Daten vernetzen, Gesundheitsversorgung verbessern – dafür stehen die Medizininformatik-Initiative und die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit der Bundesregierung. Das BMBF stellt dafür von 2018 bis 2026 rund 230 Millionen Euro bereit. In der Aufbau- und Vernetzungsphase (2018-2022) fördert das BMBF vier Medizininformatik-Konsortien, die seit 2018 medizinische Datenintegrationszentren aufbauen. Anhand konkreter Anwendungsfälle sollen sie den Mehrwert der entwickelten IT-Architekturen und Softwarelösungen in der Praxis demonstrieren. Während der Ausbau und Erweiterungsphase (2023-2026) sollen weitere Partner bewährte Lösungen in den Versorgungsalltag integrieren, damit Patientinnen und Patienten in Deutschland flächendeckend von den Fortschritten der Medizininformatik-Initiative profitieren.

Zentrales Ziel der FortschrittsHubs ist es, die Verfügbarkeit von Daten und die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren der Gesundheitsversorgung zu verbessern – von der stationären und ambulanten Behandlung bis hin zur Rehabilitation und Nachsorge in der Hausarztpraxis. Denn für optimale Entscheidungen müssen alle Akteure an jedem Punkt des Gesundheitssystems das Gesamtbild eines individuellen Krankheitsverlaufes beurteilen können.

Zugleich sollen die Daten der Gesundheitsforschung helfen, Versorgungsmodelle zu optimieren und beispielsweise neue Therapien zu entwickeln. Um all dies voranzutreiben, arbeiten in den FortschrittsHubs Expertinnen und Experten aus Forschung, Versorgung und IT eng mit den Patientinnen und Patienten zusammen.