Karliczek: Mit vertrauenswürdiger und nachhaltiger Elektronik technologisch souverän in die Zukunft

Bundesregierung verabschiedet neues Rahmenprogramm zur Mikroelektronik mit 400 Millionen Euro für Forschungsförderung

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek stellt das neue Rahmenprogramm zur Mikroelektronik vor. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Bundesregierung hat am heutigen Mittwoch das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation 2021-2024: Mikroelektronik. Vertrauenswürdig und nachhaltig. Für Deutschland und Europa. beschlossen, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingebracht wurde. Zum Kabinettbeschluss erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Mit leistungsfähiger Mikroelektronik können wir die Zukunft Deutschlands und Europas gestalten. Durch das neue Rahmenprogramm zur Förderung der Mikroelektronik möchte ich erreichen, dass wir zum großen internationalen Treiber bei der Entwicklung und Fertigung nachhaltiger und vertrauenswürdiger Mikroelektronik werden. Deutschland und die Europäische Union müssen auch künftig in der Lage sein, Schlüsseltechnologien wie die Mikroelektronik aus eigener Kompetenz heraus zu verstehen, herzustellen und weiterzuentwickeln.

Im Wettbewerb um die Technologien der Zukunft kommt der Mikroelektronik eine wichtige Bedeutung zu, denn sie bestimmt die Fähigkeiten digitaler Systeme. Das betrifft natürlich Smartphones und andere Alltagsgeräte, die wir zu Hause haben. Es betrifft aber auch Industrie-Maschinen, Autos, Züge, Kommunikationsnetze oder die Medizintechnik. Dies sind Branchen, in denen Deutschland als Innovationsland stark aufgestellt ist. Und das soll auch so bleiben.

Wir brauchen hierzu forschungsstarke Unternehmen – große Konzerne, aber auch die Breite der kleinen und mittelständischen Betriebe. Wir brauchen das entsprechende Wissen in unseren Forschungsinstituten und Universitäten. Und wir brauchen wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte, die die fortschrittlichsten Chips entwerfen können. Dies alles unterstützt unsere Forschungsförderung im neuen Rahmenprogramm Mikroelektronik, in die wir bis 2024 rund 400 Millionen Euro investieren werden.“

Hintergrund:

Das neue Rahmenprogramm Mikroelektronik ist darauf ausgerichtet, die technologischen Voraussetzungen für eine souveräne und nachhaltige Digitalisierung zu schaffen. Dazu gehören insbesondere der automatisierte Schaltungs- und Systementwurf, Spezialprozessoren etwa für Künstliche Intelligenz oder Hochfrequenzelektronik für Radar-Sensoren und zukünftige Funk-Kommunikationstechnologien. Erforscht werden soll auch ganz neuartige Elektronik, die sich zum Beispiel an der Funktionsweise von Hirnzellen orientiert (sogenannte Neuromorphe Chips). Die Forschungsthemen sind so gewählt, dass sie volkswirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Anwendungsfelder stärken: darunter Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Industrie 4.0 oder Smart Health – also Gesunderhaltung mit Hilfe von intelligenter Elektronik.

Forschende aus Wissenschaft und Wirtschaft können sich ab 2021 auf Basis wettbewerblicher Ausschreibungen um Fördermittel bewerben.

Das Programm knüpft an die Erfolge des aktuell auslaufenden Programms von 2016 an, das erste spezifische Elektronik-Forschungsprogramm der Bundesregierung. Hervorzuheben ist darunter die fortschrittlichste Chip-Herstellungstechnologie der Welt, die sogenannte EUV-Lithographie, die jetzt als europäisches Monopol in die Serienproduktion gegangen ist. Die bisherige Förderung hat zum Beispiel auch effizientere Stromwandler-Chips vorangebracht, die ein wichtiger Möglichmacher für die Elektromobilität und die Energiewende sind.