Karliczek: Perspektiven der beruflichen Bildung gerade jetzt in den Mittelpunkt rücken

Bundeskabinett beschließt Berufsbildungsbericht 2021

Digitales Wissen ist gefragt - und die Berufsausbildung bereitet darauf vor. Das Bundesbildungsministerium unterstützt diese Entwicklung.
Digitales Wissen ist gefragt - und die Berufsausbildung bereitet darauf vor. Das Bundesbildungsministerium unterstützt diese Entwicklung. © BMBF

Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch den Berufsbildungsbericht beschlossen. Der Bericht zeigt die Ausbildungsbilanz für das Jahr 2020.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

„Der Berufsbildungsbericht für das Jahr 2020 zeigt, dass die Corona-Pandemie den Ausbildungsmarkt vor große Herausforderungen gestellt hat.

2020 gingen sowohl das Ausbildungsangebot der Betriebe als auch die Nachfrage junger Menschen nach einer Ausbildung nahezu parallel zurück. Die Folge: Der Ausbildungsmarkt ist im Gesamten geschrumpft. Einerseits bedeutet das, dass junge Menschen im Jahr 2020 gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz im dualen System hatten.  Auf 100 Bewerberinnen und Bewerber kamen 106 Ausbildungsstellen. Andererseits wurden insgesamt weniger Fachkräfte ausgebildet. Die Schrumpfung des Ausbildungsmarktes besorgt mich zutiefst. Denn wir brauchen dringend gut ausgebildete Fachkräfte, damit unsere Wirtschaft nach der Pandemie schnell wieder wächst. Hier bedarf es der gemeinsamen Anstrengung aller an der beruflichen Bildung beteiligten Akteure.

Auch für das kommende Ausbildungsjahr müssen wir mit Herausforderungen rechnen. Daher treffen wir schon jetzt Maßnahmen für das kommende Ausbildungsjahr, um junge Menschen und Betriebe für die berufliche Bildung gewinnen. Wir verstärken Information und Werbung zur beruflichen Bildung zusammen mit unseren Partnern in der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Wir wollen etwa mit Aktionen wie dem ‚Sommer der Berufsbildung‘ junge Menschen und Betriebe für die berufliche Bildung gewinnen. Zugleich stabilisieren wir mit dem Programm ‚Ausbildungsplätze sichern‘ das Ausbildungsangebot.

Eine gute Nachricht ist der Anstieg um fast drei Prozent bei den schulischen Ausbildungen im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen. Die Corona-Pandemie führt uns gerade die Wichtigkeit dieser Berufsgruppen für unser Gemeinwesen eindrücklich vor Augen.“

Hintergrund:

Der Berufsbildungsbericht beschreibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und die Situation zum Beginn des Ausbildungsjahres zum Stichtag 30. September 2020. Neben den Effekten der Corona-Pandemie war der Ausbildungsmarkt im Jahr 2020 geprägt von langfristigen Trends, wie der demographischen Entwicklung und der Verschiebung hin zu höheren Schulabschlüssen sowie zu vollzeitschulischen Ausbildungen.

Der Bericht zeigt einen Rückgang des Ausbildungsangebotes der Betriebe um 8,8 Prozent auf 527.400. Gleichzeitig sank die Ausbildungsnachfrage auf 496.800. Das sind 9,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf 59.900 gestiegen. Für die Zahl der unversorgt gebliebenen Bewerberinnen und Bewerber ergab sich ein Anstieg um 19,7 Prozent auf 29.300 Personen

Angestiegen ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer schulischen Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs-, und Sozialwesen. Zudem verblieben im Vergleich zum Vorjahr mehr junge Menschen im Schulsystem zum Erwerb eines höheren Schulabschlusses.

Der Berufsbildungsbericht 2021 ist im Internet unter www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht-2740.html abrufbar.  Weiterführende Informationen zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ sind auf der Internetseite www.bmbf.de/de/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern-13371.html  zu finden.