Karliczek: Starke Impulse für strukturschwache Regionen

BMBF startet drei neue Programmlinien für innovationsbasierten Strukturwandel

 Die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation soll regionale Potenziale aktivieren und Wandlungsprozesse anstoßen, die Zukunftsperspektiven schaffen. © Adobe Stock / adrian_ilie825

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet drei neue Initiativen, um durch Forschung und Innovation strukturschwache Regionen noch besser zu unterstützen. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Innovationen sind das Sprungbrett in eine gute Zukunft. In strukturschwachen Regionen in ganz Deutschland wollen wir neue Innovationsdynamik entfachen. Nur dann wird der Strukturwandel nachhaltig und damit erfolgreich sein. Dafür geben wir starke Impulse: Bis 2024 stellen wir 600 Millionen Euro bereit, um einen innovationsbasierten Strukturwandel voranzutreiben. Drei Programme stärken gezielt Innovationen in strukturschwachen Regionen. Dies wird langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigungsperspektiven vor Ort verbessern. Die Programme ergänzen sich gegenseitig und stehen Bewerbern aus allen strukturschwachen Regionen in Deutschland offen. 30 Jahre nach dem Mauerfall wollen wir mit diesen gesamtdeutschen Förderprogrammen neue Chancen im ganzen Land eröffnen.

Mit diesem innovationsbasierten Förderansatz trägt die Bundesregierung zu gleichwertigen Lebensverhältnissen im ganzen Land bei und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und davon brauchen wir mehr: Chancen in der eigenen Region sind Chancen für die ganze Gesellschaft. Bisher nicht genutzte Potenziale wollen wir ausschöpfen und neue entdecken.“

 

Hintergrund:

Die drei neuen Programme „RUBIN“, „WIR!“ und „REGION.innovativ“ sind Bestandteil der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“. Diese ist das Herzstück des Konzepts „Chancen.Regionen“, mit dem das BMBF strukturschwache Regionen in ganz Deutschland unterstützt. Die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation soll regionale Potenziale aktivieren und Wandlungsprozesse anstoßen, die Zukunftsperspektiven schaffen. „Innovation & Strukturwandel“ ist ein wichtiger Bestandteil des „Gesamtdeutschen Fördersystems für strukturschwache Regionen“. Dieses Fördersystem des Bundes soll ab 2020 entscheidend dazu beitragen, gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu schaffen.

Mit der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ hat das BMBF eine themenoffene Innovationsförderung konzipiert, die auf den Potenzialen strukturschwacher Regionen aufbaut. Ziel ist es, die wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Innovationspotenziale der Regionen weiterzuentwickeln. Dadurch soll ein nachhaltiger Strukturwandel erreicht werden.

Dafür setzt das BMBF mit „RUBIN“, „WIR!“ und „REGION.innovativ“ an unterschiedlichen Hebeln im Innovationsprozess an.

„RUBIN – Regionale unternehmerische Bündnisse für Innovation“ fördert unternehmerische Innovationen. Im Fokus stehen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie ihre Partner aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. RUBIN will die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Gleichzeitig werden Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützt, den Transfer ihrer Forschungsergebnisse in die Anwendung zu verbessern. Enge Bündnisse aus Unternehmen und Forschungspartnern mit einer gemeinsamen Innovations- und Verwertungsstrategie sind gefragt. Gemeinsam sollen sie – selbst gewählte – Zukunftsthemen mit Marktpotenzial bearbeiten.

„WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ fördert regionale Innovationen. WIR! mobilisiert und vernetzt vielfältige regionale Akteure beispielsweise aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und sozialen Bereichen. Auch in diesem Programm wählen die Akteure „ihr“ Thema. Das Förderprogramm unterstützt strategische Ansätze, die Forschung, Entwicklung und Innovation in den Mittelpunkt stellen. WIR! soll strukturschwachen Regionen vor allem jenseits der großen Wirtschaftszentren neue Entwicklungspfade erschließen. Nach einer ersten Pilotrunde im Jahr 2017 richtet sich die zweite Auswahlrunde nun an strukturschwache Regionen in ganz Deutschland.

REGION.innovativ unterstützt regionale Bündnisse, Netzwerke oder Cluster dabei, wichtige Querschnittsthemen zu bearbeiten. Thema der ersten Förderrunde ist die Arbeitsforschung. KMU spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die beteiligten KMU sollen – gemeinsam mit Forschungspartnern und weiteren Akteuren – neue Werkzeuge und Modelle der Arbeitsgestaltung und -organisation in strukturschwachen Regionen entwickeln und umsetzen. Weitere Förderrunden zu bedeutenden Themen für die regionale Entwicklung werden folgen.