„Karliczek trifft“…Deutschlands Super-Azubis

206 Auszubildende sind für die besten IHK-Abschlüsse geehrt worden. Bundesbildungsministerin Karliczek empfing einige von ihnen mit ihren Ausbildern im BMBF. „Sie sind hervorragende Botschafter“, sagte sie. Einer wurde sogar doppelt ausgezeichnet.

... die besten Azubis 2019 © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Großer Empfang für die Besten der Besten: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Auszubildende im BMBF empfangen, die in ihren Abschlussprüfungen bei den Industrie- und Handelskammern die jeweils höchste Punktzahl erreicht haben. Mehr als eine Stunde lang diskutierte die Ministerin mit den jungen Menschen und ihren Ausbildungspersonen  über die Attraktivität und die Perspektiven der beruflichen Bildung.

Eine Stunde lang diskutierte Karliczek mit den Auszubildenden und ihren Ausbildungspersonen. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Dabei stand nicht nur die Würdigung der besonderen Leistungen der Auszubildenden im Mittelpunkt. Karliczek nutzte die Gelegenheit auch, um das hohe internationale Ansehen des deutschen Systems zu loben. „Alle Welt schaut auf uns und fragt: Wie macht ihr das? Wir wollen das auch!“, sagte sie.

Wie kann die berufliche Ausbildung noch weiter verbessert werden? Wie können auch die Eltern von guten Schülerinnen und Schülern überzeugt werden, ihren Kindern zu einer Ausbildung zu raten? Und was lässt sich gegen das Vorurteil tun, dass man ohne Studium per se schlechter verdient? Diese Fragen standen dabei im Mittepunkt. An guten Vorschlägen der Auszubildenden mangelte es nicht: So gab es die Anregung, in der Berufsorientierung – zum Beispiel bei Messen – den Fokus nicht auf Studiengänge oder Ausbildungsgänge zu legen, sondern die ganze Palette der Möglichkeiten zu präsentieren. So könnte bestmögliche Unterstützung dabei geleistet werden, den individuell besten Karriereweg zu finden.  

Ein Jahr, zwei Auszeichnungen

Karliczek erzählte den „Super-Azubis“ aber auch, wie sie selbst in ihre Ausbildung kam. In ihrer Familie sei es nicht üblich gewesen, nach dem Abitur selbstverständlich in ein Studium zu gehen. Ihren Eltern sei es sehr wichtig gewesen, ihr zunächst eine „bodenständige“ Ausbildung zu ermöglichen. Erst viel später habe sie dann ihr berufsbegleitendes Studium absolviert.

Erst die Ausbildung, dann das Studium: Auch viele der geehrten Azubis gehen jetzt nach ihrer Ausbildung zur Uni. So auch Thomas Oldsen, dem in diesem Jahr ein ganz besonderes Kunststück gelang: Er wurde gleich in zwei Berufen Bundesbester. Wie das geht?

Isolierfacharbeiter Thomas Oldsen schaffte es, gleich in zwei Berufen Bundesbester zu werden. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Zunächst schloss er die zweijährige Ausbildung zum Isolierfacharbeiter im Winter ab und absolvierte dann im Sommer die Anschlussausbildung zum Industrie-Isolierer – jeweils mit Bestnoten und in verkürzter Zeit. Jetzt hat er angefangen, Verfahrenstechnik zu studieren und kann dabei auf seine praktischen Erfahrungen zurückgreifen. „In einigen Fächern kommen mir Dinge zugute, die ich in der Praxis schon gelernt hatte“, sagte er.

Am Abend zuvor waren alle Jahrgangsbesten – 2019 gab es 206 Bundesbeste in 198 Ausbildungsberufen, weil es auch punktgleiche Azubis gab – bei einer großen Feier des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) geehrt worden. Rund 1000 Gäste nahmen an der Preisverleihung teil - neben Eltern und Angehörigen der Besten auch Vertreter der Ausbildungsbetriebe, Berufsschullehrkräfte, Bundestagsabgeordnete sowie Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern.

„Die heute hier ausgezeichneten Auszubildenden sind der beste Beweis für die Stärke unseres Berufsbildungssystems. Ihre beruflichen Perspektiven sind hervorragend. Mit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes und der Modernisierung des Aufstiegs-BAföG ermöglichen wir Ihnen attraktive Aufstiegschancen. Denn Sie sind der Nachwuchs von Fach- und Führungskräften, den unsere Wirtschaft dringend sucht“, sagte Karliczek.

Lob für die neuen Bezeichnungen

Eric Schweitzer, Präsident des DIHK, dankte auch Ministerin Karliczek für ihren Einsatz für die berufliche Bildung in Deutschland: „Besonders freuen wir uns, dass es gelungen ist, die neuen Begriffe „Geprüfter Berufsspezialist“ sowie „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ für die Beruflichen Fortbildungsabschlüsse im Gesetz zu verankern. Das war alles andere als einfach, und wir mussten vor allem in den Bundesländern noch viel Überzeugungsarbeit leisten“, sagte er.

Insgesamt wurden 206 Auszubildende ausgezeichnet. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Attraktivität der beruflichen Bildung ist eines der großen Themen des BMBF. Denn: Sie öffnet jungen Menschen die Tür für vielfältige Karrieremöglichkeiten – die Aussichten sind so gut wie lange nicht. Deshalb sollen noch mehr junge Menschen für diesen Weg begeistert werden. Jeder soll den Weg gehen, der am besten zu ihm passt.

Mit der BBiG-Novelle, die unter anderem erstmals eine Mindestvergütung für Auszubildende und international anschlussfähige Abschlussbezeichnungen für Fortbildungsabschüsse enthält, hat die Bundesregierung dafür einen großen Schritt getan. Für berufliche Aufsteiger bietet das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) passgenaue Förderangebote. Das AFBG soll jetzt noch verbessert werden: Geplant sind höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse.