Karliczek: Wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Polen wird ausgebaut

Startschuss für neues deutsch-polnisches Programm DIOSCURI

Zur Stärkung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung eröffnen Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der polnische Vizepremier- und Wissenschaftsminister Jarosław Gowin an diesem Dienstag in Warschau die ersten beiden Dioscuri-Zentren am Nencki-Institut für Experimentelle Biologie. Mit dem neuartigen Format der DIOSCURI Centres of Scientific Excellence unterstützt das Bundesforschungsministerium zusammen mit dem polnischen Wissenschaftsministerium die Max-Planck-Gesellschaft beim Aufbau von exzellenten Wissenschaftseinrichtungen in Polen durch junge Nachwuchswissenschaftler. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Karliczek:

"Mit dem Förderprogramm DIOSCURI werden Deutschland und Polen ihre Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung vertiefen und exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Dadurch sollen Polen und später andere Staaten Mittel- und Osteuropas in die Forschungs- und Innovationslandschaft der EU noch besser eingebunden werden. Mit DIOSCURI gehen wir dabei einen völlig neuen Weg, weil polnische Forscher dafür aus dem Ausland in ihre Heimat zurückkehren.

Wir müssen Europa stärken. Nur ein starkes und ein vereintes Europa wird in der Lage ein, für seine Werte in der globalisierten Welt einstehen. Für eine Stärkung Europas ist auch eine enge Zusammenarbeit in Forschung und Bildung ein wichtiges Mittel. Langfristig muss es unser Ziel sein, dass die Bedingungen in allen Staaten Europas so gut sind, dass junge Forschende überall in Europa gern arbeiten möchten."



Hintergrund:

BMBF und das polnische Forschungsministerium finanzieren anteilig die Dioscuri-Zentren mit bis zu 300.000 Euro pro Jahr über einen Zeitraum von fünf Jahren. Ziel des Programms ist die Unterstützung der Forschung von Nachwuchswissenschaftlern auf internationalem Spitzenniveau und die Vernetzung mit deutschen Forschungseinrichtungen.

Zur Gründung der ersten beiden Dioscuri-Zentren kehren die beiden polnischen Forscherinnen Aleksandra Pekowska und Grzegorz Sumara von internationalen Spitzeneinrichtungen im Ausland nach Polen zurück. Sie wurden aus 45 Bewerbern in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt.

Die Zentren stehen in engem Austausch mit deutschen Spitzeneinrichtungen: Aleksandra Pekowska baut ab dem kommenden Jahr am Nencki-Institut für Experimentelle Biologie in Warschau das Dioscuri-Zentrum für evolutionäre und funktionelle Genomik der Astrozyten – bestimmter Zellen im Nervengewebe – auf. Martin Vingron vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin wird sie als deutscher Partner dabei unterstützen.

Grzegorz Sumaras Zentrum, das ebenfalls am Nencki-Institut entsteht, wird sich der Aufklärung von Signalwegen widmen, welche bei Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen. Sumara ist bislang am Rudolf-Virchow-Zentrum für experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg tätig, an welchem er bereits mit seinem zukünftigen Partner Professor Martin Eilers kooperiert.

DIOSCURI wird die breite Palette der deutsch-polnischen Förderinstrumente um das Element der Nachwuchsförderung und der Vernetzung mit exzellenten deutschen Forschungseinrichtungen ergänzen. Das Programm soll nach einer Pilotphase auch auf weitere Länder der EU 13-Staaten ausgeweitet werden. Das BMBF unterstützt den Aufbau des Dioscuri Programms mit einer Summe von 4,5 Millionen Euro bis 2021.