Karliczek zu Impfstoff: Keine riskante Abkürzung nehmen

Forschungsministerin Anja Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn haben gemeinsam zum Stand der Impfstoffforschung in Deutschland informiert. Nach wie vor gilt: Sicherheit kommt an erster Stelle.

Pk: Stand der Impfstoffforschung
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Jens Spahn und Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. © picture alliance/Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Weltweit arbeiten Forschende unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Auch das BMBF fördert zahlreiche Vorhaben und hat unter anderem das Sonderprogramm zur Beschleunigung von Forschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 ins Leben gerufen. Hierfür steht ein Fördervolumen von bis zu 750 Millionen Euro bereit. In einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn jetzt Auskunft zum Stand der Impfstoffforschung.

Karliczek berichtete unter anderem von den drei Unternehmen, die ein Expertenrat unter Leitung des PEI-Präsidenten Klaus Cichutek zur Förderung empfohlen hatte. Gefördert werden:

  • Die Firma BioNTech mit bis zu 375 Millionen Euro. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf die Entwicklung und Herstellung von innovativen Medikamenten auf Basis von Messenger Ribonukleinsäuren, also Boten-RNA oder kurz mRNA spezialisiert.
  • Die Firma CureVac mit bis zu 252 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt ebenfalls Arzneimittel und Impfstoffe auf mRNA-Basis.
  • Die IDT Biologika GmbH. Hier laufen die Gespräche über die konkrete Förderung noch. Die Firma ist auf die Entwicklung und Fertigung von Virusimpfstoffen, viralen Vektoren und Biologika spezialisiert.

„Impfstoffe sind nach wie vor der entscheidende Schlüssel, um diese Pandemie zu überwinden“, sagte Karliczek. Zu den Gesprächen mit den Firmen sagte sie: „Dabei hatten wir immer im Blick, dass ein angemessener Anteil der Produktion eines zugelassenen Impfstoffes für die bedarfsgerechte Versorgung in Deutschland zugänglich gemacht wird“.

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Mit der Förderung sollen die drei Unternehmen in die Lage versetzt werden, ihre Projekte breiter aufzustellen und schneller voranzukommen. „Zum einen wollen wir die Möglichkeit schaffen, dass sie die einzelnen Impfstoffkandidaten möglichst umfangreich und schnell prüfen können“, so die Forschungsministerin. In klinischen Studien könnten auch seltene Nebenwirkungen erkannt werden. Zum anderen soll das Sonderprogramm für Beschleunigung sorgen, indem bereits jetzt die Produktionskapazitäten ausgeweitet werden.

„Sicherheit hat absolute Priorität! Ein Impfstoff kann nur zur Anwendung kommen, wenn der erwiesene Nutzen deutlich höher ist als mögliche Risiken. Nur sichere Impfstoffe werden von den Menschen akzeptiert werden. Und nur sichere Impfstoffe können wir Menschen zur Verfügung stellen“, sagte Karliczek. Auch wenn die ganze Welt auf einen Impfstoff warten würde – riskante Abkürzungen werde es nicht geben.

Deshalb stellt sich die Ministerin auch darauf ein, dass erst Mitte des nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können – sofern sie es wollen. „Sollte es schneller gehen, wäre das natürlich sehr schön“, so Karliczek.