KAUSA - Migranten bilden aus

Selbstständige mit Migrationshintergrund für die Berufsausbildung gewinnen, die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen erhöhen und Eltern über die berufliche Ausbildung informieren: Das sind die Ziele von KAUSA.

Teil einer vielfältigen deutschen Wirtschaft: Ein türkischer Händler in seinem Laden im Münchner Bahnhofsviertel. © dpa/picture-alliance

In Deutschland gibt es rund 743.000 Selbstständige mit Migrationshintergrund (Mikrozensus 2013), die weit über zwei Millionen Menschen beschäftigen. Diese tragen mit ihren Betrieben nicht nur zum Bruttoinlandsprodukt bei, sondern auch zur Vielfalt des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Jenseits der klassischen Branchen wie Einzelhandel und Gastronomie sind selbstständige Migrantinnen und Migranten in über 90 verschiedenen Wirtschaftszweigen tätig, darunter viele mit hohem Wachstums- und Innovationspotenzial.

In vielen Betrieben wäre eine duale Ausbildung möglich, doch scheitert dies noch zu oft an mangelnden Informationen, bürokratischen Hürden, aber auch an fehlenden Erfahrungen mit dem dualen System der Berufsbildung. Während durchschnittlich jeder vierte Betrieb in Deutschland ausbildet, ist dies bei den Selbstständigen mit Migrationshintergrund Schätzungen zufolge nur jeder siebte (Rambøll 2007).

Der JOBSTARTER-Programmbereich KAUSA, die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration, fördert Ausbildung in Unternehmen mit Inhaberinnen und Inhabern mit Migrationshintergrund und organisiert ein Netzwerk der beteiligten Institutionen. Darüber hinaus unterstützt KAUSA die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Zielsetzung der Koordinierungsstelle ist, mit bundesweiten Partnern (Aus-)Bildung und Integration zu stärken sowie mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund und ihre Eltern für die duale Ausbildung zu gewinnen. Zudem soll bei Unternehmen die Bereitschaft zur Integration der Jugendlichen gesteigert werden.

Seit 2013 unterstützt KAUSA im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Einrichtung von regionalen KAUSA Servicestellen. Sie bauen vor Ort zusammen mit regionalen Akteuren nachhaltige Unterstützungsstrukturen für Selbstständige und Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie deren Eltern auf.

Anlaufstellen in den Regionen – die KAUSA Servicestellen

„Ausbildung – jetzt“ ist das Motto der KAUSA Servicestellen. Die regionalen Beratungs-, Informations- und Koordinierungsstellen sind erste Anlaufstellen, die Selbstständigen, Jugendlichen und Eltern mit Migrationshintergrund Fragen zur dualen Ausbildung beantworten und sie an Partner vor Ort vermitteln.

Neben der Beratung ist es ihr Ziel, die vorhandenen Netzwerke zu erweitern und gemeinsam mit Institutionen der Berufsbildung, Schulen sowie Migrantenorganisationen und Unternehmen dauerhafte Strukturen zur Unterstützung beim Einstieg in die berufliche Bildung aufzubauen sowie vorhandene enger zu verknüpfen. Derzeit gibt es an 13 Standorten KAUSA Servicestellen.

Eltern mit Migrationshintergrund informieren

Um Eltern mit Migrationshintergrund über ihre Herkunftssprache anzusprechen und zu erreichen, gibt KAUSA den „Elternratgeber: Ausbildung in Deutschland“ heraus. In 15 Sprachen können sich Eltern in der Broschüre über Chancen und Möglichkeiten einer dualen Ausbildung in Deutschland informieren. Sie erfahren, wie sie ihr Kind bei der Berufswahl unterstützen können und wo sie als Eltern selbst Rat und Hilfe finden. Die Broschüre ist jeweils zweisprachig – auf Deutsch und einer weiteren Sprache – verfasst. Viele Bildungsträger, Jobcenter und auch Schulen bieten den Elternratgeber von KAUSA bereits vor Ort an.