Kleine Fächer – Große Potenziale

Deutschland verfügt traditionell über eine starke Forschung in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, die auch international hohe Anerkennung erfährt. Einen besonderen Beitrag leisten in diesem Bereich die sogenannten Kleinen Fächer.

Kleine Fächer
© BMBF

„Auf die vielen großen Fragen unserer Gesellschaft und was sie zusammenhält geben die Kleinen Fächer wertvolle Antworten. Sie schaffen bedeutsames Wissen und tragen dazu bei, unser kulturelles Erbe zu bewahren. Die Kleinen Fächer machen unsere Hochschullandschaft vielfältig, attraktiv und kostbar“, so die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek.

Kleine Fächer für die deutsche Hochschullandschaft spezifisch

Die Professuren- und Standortzahlen der Kleinen Fächer sind im Zeitraum zwischen 1997 und 2020 stabil geblieben oder sogar gewachsen. In den einzelnen Fächergruppen sind unterschiedliche Trends erkennbar. Dies ergibt die flächendeckende Datenerhebung 2020 von bundesweit 157 kartierten Kleinen Fächern, die die Mainzer Arbeitsstelle Kleine Fächer vorgelegt hat. Kleine Fächer bauen Brücken zwischen Vergangenheit und Moderne. Kleine Fächer halten frühere Sprachen und untergegangene Kulturen präsent. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu unserem kulturellen Gedächtnis und Selbstverständnis – und das weit über den deutschen Tellerrand hinaus.

Ansätze zur Unterstützung der Kleinen Fächer sind vielfältig

Die Kleinen Fächer befinden sich in einem dynamischen Wandel. Gemeinsam mit den Hochschulen und den Ländern trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch seine Förderprogramme zu mehr Sichtbarkeit der Kleinen Fächer in Deutschland bei. Rund 35 Millionen Euro jährlich fließen in Projekte, an denen Kleine Fächer beteiligt sind, und aufsetzend darauf stärkt das BMBF die Kleinen Fächer außerdem durch gezielte Förderung.

Im Rahmen des Projekts „Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Förderung der Sichtbarkeit Kleiner Fächer“ hat die Mainzer Arbeitsstelle Kleine Fächer für das BMBF ein Vernetzungsportal aufgebaut, das im Oktober 2018 online gegangen ist. Hier wird das Wissen zur Situation aller Kleinen Fächer und ihren Rahmenbedingungen gebündelt, Akteure aus den Kleinen Fächern und der Hochschulpolitik miteinander vernetzt, um für Studierende, Forschende und die interessierte Öffentlichkeit mehr Transparenz zu schaffen.

Mit der 2016 veröffentlichten Bekanntmachung „Kleine Fächer – Große Potenziale“ ermöglicht das BMBF bis 2022, etwa 60 exzellenten Nachwuchswissenschaftler/innen aus den Kleinen Fächern, an innovativen Projekten zu forschen. Die vom BMBF finanzierten Wettbewerbe „Kleine Fächer Wochen an deutschen Hochschulen“ und „Kleine Fächer: Sichtbar innovativ“, die  die Hochschulrektorenkonferenz durchführt, öffnen die faszinierende Welt der Kleinen Fächer für die breite Öffentlichkeit und tragen damit zur sichtbaren Profilierung dieser Fächergruppe in den Hochschullandschaften bei.

Um die Vernetzung der Kleinen Fächer weiterhin zu fördern und sie in ihrer interdisziplinären Zusammenarbeit zu stärken, hat das BMBF im Herbst 2019 eine neue Förderrichtlinie „Kleine Fächer – Zusammen stark“ mit zwei Einreichungsfristen veröffentlicht. In der ersten Ausschreibungsrunde wurden fünf Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde ist bis zum 31. Januar 2021 offen.

Kleine Fächer Infografik
Die Infografik visualisiert die Definition von Fächern an Universitäten und welche Kriterien sie erfüllen müssen, um ein Kleines Fach zu sein. © BMBF