Förderung kleiner und mittelständischer Firmen

Der starke Mittelstand Deutschlands zeichnet sich durch besondere Innovationsfreude aus. Doch manchmal braucht es ein wenig Hilfe, um Forschungspläne in Unternehmen dieser Größe zu verwirklichen.

Wenn Firmen in Forschung investieren, so hoffen sie stets, die Ergebnisse eines Tages zu vermarkten und Gewinne zu erwirtschaften. Doch sicher ist das nicht. Forschung ist riskant – es liegt in der Natur der Sache, dass man erst herausfinden muss, ob sich eine Idee verwirklichen lässt. Stünde das vorher fest, bräuchte man keine Forschung mehr.

Eine Chance für kleine und mittelständischen Unternehmen: Forschen im Labor © Thinkstock

Kleine und mittelständische Firmen haben selten große Finanzpolster, die sie in Forschungsprojekte investieren können. Sie stehen vor einem Dilemma: Geht das Forschungsprojekt schief, ist vielleicht der Firmenbestand gefährdet. Doch um sich im Konkurrenzkampf zu behaupten, müssen sie neue Produkte an den Markt bringen. Sind die Ergebnisse eines Forschungsprojektes gut, könnte der Fortbestand der Firma über viele Jahre gesichert werden.

Um das Risiko der Forschung zu verringern, fördert das Bundesforschungsministerium kleine und mittelständische Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern, sogenannte KMU, mit speziellen Förderprogrammen. Das erste dieser Programme gab es für die Biotechnologie; es hieß BioChance. Der Erfolg war so groß, dass es inzwischen KMU-Programme mit dem Namen KMU-innovativ für viele Technologiebereiche gibt. Eines davon ist KMU-innovativ Biotechnologie.

KMUinnovativ: Biotechnologie

Zweimal in jedem Jahr können Projektvorschläge eingereicht werden. Nicht alle können gefördert werden, sondern nur die, welche die Gutachter am besten von ihrer Idee überzeugen können. Dabei wird nicht nur bewertet, ob die Idee wirklich neu ist, sondern auch, ob Patente dagegen stehen, und ob die wirtschaftliche Lage für das erhoffte Produkt vielversprechend ist. Kommt es zur Förderung, so wird nicht die gesamte Forschung finanziert: Mindestens die Hälfte des Geldes, oft auch mehr, müssen  die Firmen selbst aufbringen. Gerade in kleineren Unternehmen ist die Motivation der Mitarbeiter, ihr Projekt zum Erfolg zu bringen, oft sehr hoch.

Viele hundert Projekte sind seit 1990 bereits gefördert worden. Eine Studie, die den Erfolg dieser Förderung evaluiert hat, fand heraus: Wenige Jahre nach der Förderung verdienten 20 von 100 Firmen bereits an den Ergebnissen der Forschung, und weitere 70 von 100 erwarteten bald, diese Stufe zu erreichen. Das zeigt: Bis Forschung sich rentiert, vergeht oft viel Zeit. In den allermeisten Fällen haben jedoch auf lange Sicht die Projekte der geförderten kleinen und mittelständischen Betriebe zum Erfolg geführt.

Die Projekte beschäftigen sich mit allen Facetten von Biotechnologie und Bioökonomie. Neben neuen medizinischen Verfahren oder Wirkstoffen geht es auch um neue Pflanzen für den Garten oder Obstanbau oder um Naturstoffe in Konsumprodukten. Die Bock Bio Science GmbH etwa arbeitet daran, mit der Indianer-Banane eine neue Frucht für den europäischen Anbau konkurrenzfähig zu machen. Und die Firma NanotecMARIN GmbH findet Nutzungsmöglichkeiten für Biosilikat, aus dem auch Meeresschwämme ihr Skelett herstellen – zum Beispiel kann man damit Zähne beschichten.

Förderung für KMU auf EU-Ebene

Auf europäischer Ebene gibt es ein ähnliches Programm: EuroTransBio. Es ermöglicht gemeinsame Forschung zu Themen aus den Lebenswissenschaften von Partnern aus mehreren Ländern. Voraussetzung dabei ist, dass aus jedem Partnerland mindestens ein KMU (eine kleine oder mittelständische Firma) beteiligt ist.