Förderung kleiner und mittelständischer Firmen

Der Mittelstand ist der wichtigste Innovations- und Technologiemotor Deutschlands. Kleine, mittlere und mittelständische Unternehmen haben vor allem das Potenzial, den Wandel zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft aktiv mitzugestalten.

Lächelnder Geschäftsmann mit Kollegen, die Daten analysieren
Lächelnder Geschäftsmann mit Kollegen, die Daten analysieren © gettyimages/Westend61

Kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, sind in der Lage, ihre Ideen schnell umzusetzen und neue Produkte in den Markt einzuführen. Ihnen fehlen jedoch mitunter die Kapazitäten zur Umsetzung neuer Vorhaben, da Forschung und Entwicklung sowie der Weg in die Anwendung kostenintensiv und langwierig sind. Das Bundesforschungsministerium fördert unter der Dachmarke KMU-innovativ seit 2007 zukunftsweisende Projekte in verschiedenen Technologiefeldern. Das neueste Technologiefeld ist die Bioökonomie.

KMU-innovativ: Bioökonomie

Mit der neuen Fördermaßnahme KMU-innovativ: Bioökonomie will das Bundesforschungsministerium gezielt das Innovationspotenzial der KMU sowie des Mittelstands im Bereich der bioökonomischen Forschung und des nachhaltigen Wirtschaftens stärken.

Gefragt sind anspruchsvolle Projekte, die biologisches Wissen mit innovativen technologischen Lösungen vereinen. Dabei sollen nachwachsende Rohstoffe genutzt, Reststoffe verwertet oder neue Quellen wie Insekten oder Algen erschlossen werden. So will man beispielsweise umweltfreundliche Biomaterialien sowie neue Wirk- und Wertstoffe klimaneutral und nachhaltig entwickeln und unter Minimierung umweltschädlicher Emissionen und Abfälle herstellen. Ein großes Potenzial bergen auch miniaturisierte Verfahren, die Biologie und Digitalisierung verbinden.

Wie bei allen Förderprogrammen unter der Dachmarke KMU-innovativ sind die besonderen Merkmale der neuen Fördermaßnahme neben der Themenoffenheit innerhalb der Bioökonomie das schnelle Begutachtungs- und Bewilligungsverfahren und ein den Entwicklungszeiten angepasster Förderzeitraum. Das ermöglicht es den Unternehmen, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, neue Wertschöpfungsketten zu etablieren und den Weg in die Anwendung zu beschleunigen.

Die eingegangenen Projektvorschläge werden zweimal im Jahr zu einem festen Stichtag begutachtet. Das Bundesforschungsministerium greift dabei auf ein Gremium renommierter Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zurück. Auswahlkriterien sind neben dem Beitrag zu einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad, die Machbarkeit und Umsetzungschance, so dass das Unternehmen seine Marktposition stärken und Arbeitsplätze schaffen kann. Die ausgewählten Projekte erhalten einen bestimmten Anteil der Projektsumme als Förderung.

Eine Erfolgsstory: Schnelltest für Krankheitserreger

Das bereits vor acht Jahren durch das BMBF geförderte Münchner Unternehmen GNA Biosolutions entwickelte ein biotechnologisches Verfahren zur robusten und schnellen Erkennung von Krankheitserregern. Dieser Entwicklung folgte die Fertigung eines Instrumentes, das von der Probe bis zum Nachweis, etwa von multiresistenten Keimen, nur 15 Minuten benötigt. Die Technik ist als Plattform angelegt, die sich auf verschiedene Erreger übertragen lässt. Derzeit arbeitet das Unternehmen unter anderem an einem Corona-Ultraschnelltest. Dieses Beispiel und viele andere zeigen, dass die KMU-Forschungsförderung eine wichtige Investition in unsere Zukunft ist.