Kooperationen in der zivilen Sicherheitsforschung

Naturkatastrophen, Terrorismus, organisierte Kriminalität oder Großunfälle machen nicht an nationalen Grenzen Halt. Deutschland kooperiert in der Sicherheitsforschung daher mit vielen internationalen Partnern.

Menschenmenge
Die urbane Sicherheit ist ein wichtiger Bestandteil der deutsch-französischen Kooperationen. © Thinkstock/danielvfung

Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die französische Agence Nationale de la Recherche (ANR) haben 2009 eine Vereinbarung auf dem Gebiet der Forschung für die zivile Sicherheit unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist die wechselseitige Öffnung von Sicherheitsforschungsprogrammen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich.

Auf Grundlage von vier Förderrichtlinien haben BMBF und ANR bisher 17 gemeinsame Projekte in die Förderung überführt. Die Projekte adressieren ein breites Themenspektrum der zivilen Sicherheit, unter anderem die Sicherheit in urbanen Räumen, die Sicherung von Warenketten, den Schutz kritischer Infrastrukturen, den Schutz vor Gefahrstoffen sowie den Schutz und Rettung von Menschen. Die aktuellste gemeinsame Förderinitiative thematisiert die Prävention und schnelle Hilfe bei biologischen Gefahrenlagen.

Kooperation zwischen Deutschland und Österreich

Das BMBF und das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie aus Österreich haben im April 2013 eine Vereinbarung zur Kooperation auf dem Gebiet der "Forschung für die zivile Sicherheit" unterzeichnet. Im Rahmen der deutsch-österreichischen Kooperation werden Projekte gefördert, die jeweils Industrie- und Wissenschaftspartner (inkl. Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften) sowie Endanwender aus beiden Ländern einbeziehen. Die Anträge werden von den deutschen Partnern in Deutschland und den österreichischen Partnern in Österreich eingereicht. Eine Förderung erfolgt nach gemeinsamer positiver Begutachtung parallel im Rahmen der jeweiligen Fachprogramme.

Kooperation zwischen Deutschland und Indien

Hochwasser
Innovationen für einen besseren Katastrophenschutz. © Westend61 / Merle M.

Deutschland und Indien blicken auf eine mehr als sechzig Jahre lange Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zurück. Daher haben das BMBF und das indische Department of Science and Technology beschlossen, wissenschaftliche Kooperationen zwischen den beiden Ländern zu fördern.

Bei der zweiten deutsch-indischen Regierungskonsultation am 11. April 2013 in Berlin erklärten beide Länder, in der zivilen Sicherheitsforschung kooperieren zu wollen. Ziel ist es, durch die Entwicklung innovativer Lösungen die zivile Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in beiden Ländern zu erhöhen. Im Fokus stehen das Krisenmanagement bei Naturkatastrophen, Schutz und Rettung von Menschen, die urbane Sicherheit und der Schutz vor der Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Zum Start der Kooperation wurden drei Forschungsprojekte gefördert.

Kooperation zwischen Deutschland und Israel

Mit Israel verbindet Deutschland eine 50 Jahre währende Tradition der wissenschaftlichen Kooperation, die zum gegenseitigen Verständnis viel beigetragen hat. Insbesondere in der Sicherheitsforschung kann die Zusammenarbeit mit einem Partner wie Israel, der über langjährige Erfahrungen im Umgang mit Risiken für die öffentliche Sicherheit verfügt, wichtige Impulse setzen.

In bilateralen Kooperationen wurden bisher sieben Projekte gefördert, die jeweils Wissenschafts- und Industriepartner aus beiden Ländern, sowie auch Anwender, wie Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz und Betreiber kritischer Infrastrukturen, einbeziehen.

Kooperation zwischen Deutschland und den USA

Seit 2009 besteht ein Regierungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der zivilen Sicherheit. Ziel der Forschungszusammenarbeit ist es, auf Basis gemeinsamer Stärken in Forschung und Technologie, innovative und auf künftige Standards zielende Lösungen für die zivile Sicherheit zu entwickeln.

Kooperation im Bereich des internationalen Katastrophen- und Risikomanagements

Mit der Bekanntmachung „Internationales Katastrophen- und Risikomanagement – IKARIM“ fördert das BMBF Kooperationen mit ausgewählten afrikanischen und asiatischen Ländern, darunter u.a. Bangladesch, Indien und Südafrika. Damit will das BMBF den deutschen Beitrag zur weltweiten Verbesserung des Katastrophenrisikomanagements stärken und zum Erreichen der international vereinbarten Ziele der UN-Initiative „Sendai-Framework for Disaster Risk Reduction“ beitragen.

Im Fokus stehen bedarfsorientierte Forschungs- und Entwicklungskooperationen, in denen Partner aus Deutschland und den jeweiligen Zielländern gemeinschaftlich praxisrelevante Lösungsansätze zur Katastrophenprävention und -vermeidung sowie zur Katastrophenbewältigung und Wiederherstellung entwickeln und vor Ort umsetzen. Insgesamt werden sechs Kooperationsprojekte gefördert.