Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz wird die Gesellschaft verändern: Sie wird Chancen eröffnen, birgt aber auch Risiken. Das Bundesforschungsministerium fördert die KI-Forschung, um offene Fragen zu diskutieren, Potenziale zu erkennen und Gefahren abzuwenden.

Seit vielen Jahren investiert das Bundesforschungsministerium in die Forschung zu Künstlicher Intelligenz. © Adobe Stock /trahko

Künstliche Intelligenz und Lernende Systeme können das Leben vieler Menschen verbessern, wenn sie richtig eingesetzt werden. Damit das gelingt, müssen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam offene Fragen diskutieren sowie Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts ergründen. Umfassende Forschung ist dabei wichtiger denn je, um technische Entwicklungen auch aus ethischer, sozialer und rechtlicher Perspektive verstehen zu können. Nur so lässt sich sagen, was angewendet werden kann und soll – aber auch wo Grenzen zu setzen sind. Bei allen offenen Fragen ist für das Bundesministerium für Bildung und Forschung eines zentral: Künstliche Intelligenz muss vom Menschen her gedacht werden. Denn die Technik soll alle Menschen unterstützen, nicht entfremden.

Seit vielen Jahren investiert das Bundesforschungsministerium in die Forschung zu Künstlicher Intelligenz. Der heutige Fortschritt und die geschaffenen Potenziale gehen nicht zuletzt auch auf diese Förderung zurück. Bereits 1988 wurde mit der Einrichtung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) frühzeitig einen sichtbarer Schwerpunkt in der KI-Forschung gesetzt. Heute verfügt Deutschland mit dem DFKI über das weltweit größte KI-Institut mit mehr als 900 Wissenschaftlern an sechs Standorten in Deutschland. Zusammen mit den Forschungsinstituten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholzgemeinschaft hat Deutschland eine leistungsfähige Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Bereich KI, die eng mit der Industrie durch Beteiligung und Kooperationen verbunden ist.

Schulterschluss in Europa

Europa ist der größte Marktteilnehmer weltweit. Europa muss sich deshalb zum Ziel setzen, auch bei KI einen Wertschöpfungsanteil zu erreichen, der seiner wirtschaftlichen Stärke entspricht. Dazu bedarf es eines Schulterschlusses in Europa, eines Mehr an Forschung im engen Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft, aber vor allem einer neuen Gründerdynamik im Bereich KI. Anfang 2018 haben Deutschland und Frankreich erklärt, gemeinsam Strategien zur Künstlichen Intelligenz erarbeiten zu wollen und die Forschungskooperation zu vertiefen – auch mit weiteren europäischen Partnern.

Maschinelles Lernen

Um neue Erkenntnisse aus großen und komplexen Datenmengen ableiten zu können, müssen die Daten durch leistungsfähige wissenschaftliche Analysemethoden aufbereitet werden. Ein wichtiges Werkzeug ist das maschinelle Lernen: Es dient dazu, Muster in Daten zu erkennen oder Daten erst auf eine Weise zu segmentieren, die eine weitere Bearbeitung ermöglicht. Das Bundesforschungsministerium unterstützt mit einer Fördermaßnahme die Verbesserung der Qualifizierung im Bereich des Maschinellen Lernens durch die Verbindung von Algorithmenentwicklung für Forschungsfragen mit akademischer Ausbildung. Weiterhin sollen vier Kompetenzzentren in Berlin, Dortmund/St. Augustin, München und Tübingen für die praxisrelevante Anwendung von Maschinellem Lernen eingerichtet werden. Damit eine breite Anwendbarkeit gesteigert und neue disruptive Anwendungen und Technologien ermöglicht werden, werden zudem ab 2018 Forschungsvorhaben für die praxisrelevante Anwendung von Verfahren des Maschinellen Lernens gefördert.

Plattform für Künstliche Intelligenz

Um einen verantwortungsvollen Nutzen lernender Systeme zu erarbeiten und juristische, ethische und gesellschaftliche Frage zu erörtern, wurde die Plattform „Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz“ vom Bundesforschungsministerium initiiert. Sie soll den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik fördern und Handlungsempfehlungen erarbeiten, um Deutschland international führend für Lernende Systeme zu positionieren.

Mit all diesen Maßnahmen möchte das Bundesforschungsministerium neue Wege für die Entwicklung und Nutzung von KI-Technologien gehen. Zugleich zeigt es auf, wie und wohin Deutschland und Europa die KI-Technologien zum Wohle der Menschen vorantreiben können. Dabei ist es entscheidend, dass die Bürgerinnen und Bürger mitreden – denn nur wer Chancen und Risiken kennt und einschätzen kann, wird dem Neuen das nötige Vertrauen entgegenbringen.