Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz wird die Gesellschaft verändern: Sie wird Chancen eröffnen, birgt aber auch Risiken. Das Bundesforschungsministerium fördert die KI-Forschung, um offene Fragen zu diskutieren, Potenziale zu erkennen und Gefahren abzuwenden.

Seit vielen Jahren investiert das Bundesforschungsministerium in die Forschung zu Künstlicher Intelligenz. © Adobe Stock /trahko

Künstliche Intelligenz (KI) und Lernende Systeme können das Leben vieler Menschen verbessern, wenn sie richtig eingesetzt werden. Damit das gelingt, müssen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam offene Fragen diskutieren sowie Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts ergründen. Umfassende Forschung ist dabei wichtiger denn je, um technische Entwicklungen auch aus ethischer, sozialer und rechtlicher Perspektive verstehen zu können. Nur so lässt sich sagen, was angewendet werden kann und soll – aber auch wo Grenzen zu setzen sind. Bei allen offenen Fragen ist für das Bundesministerium für Bildung und Forschung eines zentral: Künstliche Intelligenz muss vom Menschen her gedacht werden. Denn die Technik soll alle Menschen unterstützen, nicht entfremden.

KI-Strategie der Bundesregierung

Das Bundeskabinett hat am 15. November 2018 die Strategie Künstliche Intelligenz (KI-Strategie) der Bundesregierung beschlossen. Diese versteht sich vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung dieses Technologiefelds als Handlungsrahmen für die kommenden Jahre und ist Teil der Umsetzungsstrategie Digitalisierung. Für die Umsetzung der KI-Strategie wird die Bundesregierung bis 2025 drei Milliarden Euro bereitstellen.

Die KI-Strategie verfolgt drei wesentliche Ziele:

  1. Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien zu machen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern,
  2. eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI sicherzustellen, und
  3. KI im Rahmen eines breiten gesellschaftlichen Dialogs und einer aktiven politischen Gestaltung ethisch, rechtlich, kulturell und institutionell in die Gesellschaft einzubetten.

Diese Ziele werden durch konkrete Maßnahmen umgesetzt. Das Bundesforschungsministerium wird dabei vor allem die Attraktivität des Forschungs- und Wissenschaftsstandortes Deutschland im Bereich KI erhöhen. Dazu gehören:

  • Stärkung der Forschung in Deutschland und Europa durch Bündelung und Vernetzung, Aufbau eines nationalen Forschungskonsortiums und eines deutsch-französischen Forschungs- und Innovationsnetzwerkes sowie Schaffung von 100 neuen KI-Professuren;
  • Begleitung des Strukturwandels, insbesondere durch eine Nationale Weiterbildungsstrategie;
  • Stärkung von Innovation über die Agentur für Sprunginnovationen und durch ein industriegetriebenes europäisches KI-Innovationscluster;
  • Förderung des gesellschaftlichen Dialogs, insbesondere durch Weiterentwicklung der Plattform Lernende Systeme und Ausbau der Forschung zur Technikfolgenabschätzung;
  • Erschließung neuer KI-basierter Geschäftsmodelle, die unseren Werten entsprechen, und Förderung des gesellschaftlichen Nutzens der KI.

KI-Forschung in Deutschland

Seit vielen Jahren investiert das Bundesforschungsministerium in die Forschung zu Künstlicher Intelligenz. Der heutige Fortschritt und die geschaffenen Potenziale gehen nicht zuletzt auch auf diese Förderung zurück. Bereits 1988 wurde mit der Einrichtung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) frühzeitig ein sichtbarer Schwerpunkt in der KI-Forschung gesetzt. Zusammen mit den Forschungsinstituten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholzgemeinschaft hat Deutschland eine leistungsfähige Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Bereich KI, die eng mit der Industrie durch Beteiligung und Kooperationen verbunden ist.

Schulterschluss in Europa

Europa ist der größte Marktteilnehmer weltweit. Europa muss sich deshalb zum Ziel setzen, auch bei KI einen Wertschöpfungsanteil zu erreichen, der seiner wirtschaftlichen Stärke entspricht. Dazu bedarf es eines Schulterschlusses in Europa, eines Mehr an Forschung im engen Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft, aber vor allem einer neuen Gründerdynamik im Bereich KI.

Plattform für Künstliche Intelligenz

Um einen verantwortungsvollen Nutzen lernender Systeme zu erarbeiten und juristische, ethische und gesellschaftliche Frage zu erörtern, wurde die Plattform „Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz“ vom Bundesforschungsministerium initiiert. Sie soll den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik fördern und Handlungsempfehlungen erarbeiten, um Deutschland international führend für Lernende Systeme zu positionieren.

Mit seinen Maßnahmen möchte das Bundesforschungsministerium neue Wege für die Entwicklung und Nutzung von KI-Technologien gehen. Zugleich zeigt es auf, wie und wohin Deutschland und Europa die KI-Technologien zum Wohle der Menschen vorantreiben können. Dabei ist es entscheidend, dass die Bürgerinnen und Bürger mitreden – denn nur wer Chancen und Risiken kennt und einschätzen kann, wird dem Neuen das nötige Vertrauen entgegenbringen.