Künstliche Intelligenz: Mehr Geld für die Forschung

Deutschland hat bereits eine starke KI-Forschung. Doch klar ist: Weitere Anstrengungen sind nötig, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Ministerin Karliczek kündigte daher an, die Mittel für die KI-Kompetenzzentren  zu verdoppeln.

Bundesministerin Anja Karliczek will die Anstrengungen im Bereich KI noch verstärken. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Künstliche Intelligenz kann den Straßenverkehr sicherer machen, sie kann uns langweilige und eintönige Aufgaben abnehmen, gefährliche Krankheiten erkennen – und in unzähligen Gesundheitsdaten nach vielversprechenden Therapien suchen. Kurz: KI kann unsere aller Leben verbessern, wenn sie richtig eingesetzt wird. Dafür stellt die Bundesregierung mit ihrer KI-Strategie die Weichen, für die bis 2025 drei Milliarden Euro bereitstehen. Forschung ist dabei wichtiger denn je: Sie bringt Innovationen nicht nur voran – von den Grundlagen bis zum Markt. Sie hilft auch, technische Entwicklungen aus ethischer, sozialer und rechtlicher Perspektive besser zu verstehen. Doch wo stehen wir bei der KI-Forschung in Deutschland – und wo wollen wir hin? Darüber sprach Bundesforschungsministerin Anja Karliczek heute mit Journalistinnen und Journalisten.

„Deutschland ist bei der Erforschung und der industriellen Anwendung von KI in einer sehr guten Position. Aber wir müssen noch besser werden und unsere Anstrengungen verstärken. Ziel ist, dass Deutschland langfristig ein führender Standort für KI in der Welt bleibt und diese Position ausbaut“, sagte Ministerin Karliczek. „Dafür müssen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Nur dann können die Erkenntnisse der KI-Forschung ihren Weg in die Anwendung finden. Gerade bei KI kommt es darauf an, dass Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftspolitik Hand in Hand gehen. Deshalb arbeite ich eng mit dem Wirtschaftsministerium zusammen. Mit der gemeinsamen Initiative GAIA-X und der guten Zusammenarbeit bei der KI-Strategie werden wir Deutschland voranbringen“, so die Ministerin.

Wie stärkt das BMBF die KI-Forschung in Deutschland?

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)

Seit vielen Jahren investiert das Bundesforschungsministerium in die Forschung zu Künstlicher Intelligenz. Der heutige Fortschritt und die geschaffenen Potenziale gehen nicht zuletzt auch auf diese Förderung zurück. Bereits 1988 wurde mit der Einrichtung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) frühzeitig ein sichtbarer Schwerpunkt in der KI-Forschung gesetzt. Zusammen mit den Forschungsinstituten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholzgemeinschaft hat Deutschland eine leistungsfähige Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Bereich KI, die eng mit der Industrie durch Beteiligung und Kooperationen verbunden ist.

KI-Strategie

Für die Umsetzung der KI-Strategie stellt die Bundesregierung bis 2025 drei Milliarden Euro bereit. Mit dem Bundeshaushalt 2019 wurden 500 Millionen Euro zur Verstärkung von Maßnahmen zur Förderung Künstlicher Intelligenz bereitgestellt. Das BMBF hat mit 170 Mio. Euro den größten Anteil an diesen Verstärkungsmitteln erhalten.

Projektförderung

Mit der Projektförderung bringt das BMBF gezielt bestimmte Forschungsbereiche voran. So wurden etwa in diesem Jahr Forschungsvorhaben auf den Weg gebracht, deren Ziel es ist, energieeffiziente Elektronik-Hardware für KI-Systeme zu entwickeln oder die Transparenz von KI-Entscheidungen zu verbessern. Auch KI-Nachwuchsforschende werden gezielt mit speziellen Maßnahmen gefördert.

Kompetenzzentren für Künstliche Intelligenz

Das Bundesforschungsministerium fördert neben dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sechs weitere Kompetenzzentren für KI-Forschung, um den KI-Standort Deutschland weiter zu stärken. Die Kompetenzzentren sind eine tragende Säule der KI-Forschung in Deutschland. Gemeinsam bilden sie ein Netzwerk zum Austausch von Kompetenzen und Forschungsergebnissen. Und ganz wichtig: Sie sorgen dafür, dass Deutschlands KI-Forschung international sichtbar ist und bleibt.

  • Das sind die Kompetenzzentren:
    • BZML - Berliner Zentrum für Maschinelles Lernen
    • BBDC - Berlin Big Data Center (Berliner Kompetenzzentrum für Big Data)
    • Tübingen AI Center - Competence Center for Machine Learning
    • MCML - Munich Center for Machine Learning
    • ML2R - Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr
    • ScaDS - Competence Center for Scalable Data Services and Solutions Dresden/Leipzig

Plattform „Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz“

Um einen verantwortungsvollen Nutzen lernender Systeme zu erarbeiten und juristische, ethische und gesellschaftliche Frage zu erörtern, wurde die Plattform „Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz“ vom Bundesforschungsministerium initiiert. Sie soll den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik fördern und Handlungsempfehlungen erarbeiten, um Deutschland international führend für Lernende Systeme zu positionieren.

Alexander von Humboldt-Professuren für Künstliche Intelligenz

Das BMBF möchte die weltweit klügsten Köpfe für die KI-Forschung nach Deutschland holen. Dazu sollen die Alexander von Humboldt-Professuren für Künstliche Intelligenz beitragen. Bis zu 30 Professorenstellen können damit in den kommenden Jahren zusätzlich geschaffen werden. Für experimentell arbeitende Wissenschaftler stellte das BMBF fünf Millionen Euro über fünf Jahre bereit. Theoretisch arbeitende Wissenschaftler erhalten 3,5 Millionen Euro pro Professur über fünf Jahre.

Wissenschaftsjahr

Nur mit einem breiten gesellschaftlichen Dialog wird es möglich sein, die Chancen der KI für die Gesellschaft zu erkennen und zu ergreifen. Deshalb ist KI das Thema des diesjährigen Wissenschaftsjahres. Darin diskutieren wir die Chancen und Herausforderungen der KI mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Was ist noch geplant?

Mehr Geld für die KI-Kompetenzzentren und für das DFKI

Die Mittel für die KI-Kompetenzzentren und für das DFKI werden deutlich erhöht. Ursprünglich waren rund 64 Millionen Euro für die Förderung von 2019 bis 2022 vorgesehen. Nun sollen diese Mittel verdoppelt werden. Langfristig ist zudem eine Verstetigung der Finanzierung der Zentren gemeinsam mit den Sitzländern geplant. Mit diesem Ausbau sollen die Forschungs- und Lehrkapazitäten an den Kompetenzzentren in Berlin, Dortmund/Bonn, Dresden/Leipzig, München, Tübingen und am DFKI erheblich gestärkt werden.

Fusion der beiden Berliner Kompetenzzentren

Im Zuge des Ausbaus der Kompetenzzentren ist die Fusion der beiden Berliner Kompetenzzentren zu KI und Big Data geplant. Dadurch wird ein starkes KI-Kompetenzzentrum entstehen, das sich umfassend den verschiedenen Facetten von KI widmen wird.

Aufbau der europäischen Cloud GAIA-X

Damit die Wirtschaft künftig noch besser von den Chancen der KI profitieren kann, braucht Europa eine Antwort auf neue datenbasierte Geschäftsmodelle und Wertschöpfung. Daher arbeitet die Bundesregierung an GAIA-X – einer europäische Cloud. Sie soll Sicherheit, Souveränität, Daten- und Vertrauensschutz gewährleisten und europäische Werte und Normen einhalten. In die Cloud sollen KI-Forschungsergebnisse einfließen, um so die Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter zu stärken.