Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung

Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Ein Instrument in der Musikschule lernen, in einer Tanzgruppe mitmachen, singen, sich auf einer Leinwand kreativ austoben, spielend die Welt entdecken, gemeinsam proben und auftreten, spannende Bücher oder Zeitschriften lesen, Museen oder Theater besuchen – die Möglichkeiten kultureller Bildung sind vielseitig. Viele Kinder und Jugendliche können diese Möglichkeiten nicht nutzen.

Kinder in schwierigen sozialen Situationen

Ich kann etwas: Ein Museumsbesuch inspiriert und macht stark. © Bundesverband Soziokulturelle Zentren: „Jugend ins Zentrum!“, Kulturzentrum Schlachthof e.V. Kassel

Der Nationale Bildungsbericht von 2014 zeigt: Rund ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wachsen in einer schwierigen sozialen Situation auf. Geringe Bildung, niedriges Einkommen oder Erwerbslosigkeit der Eltern schränken ihre Chancen auf Bildung ein. Häufig betroffen sind junge Menschen mit Migrationshintergrund. Viele wachsen mit zu wenig Anregung und Unterstützung zum Lernen auf, und auch Eltern fühlen sich bei der Bildung ihrer Kinder oft unsicher und wünschen sich mehr Hilfe.

Selbstbewußtsein steigern

Kulturelle Bildung bedeutet nicht nur Kunst, Theater oder Musik kennenzulernen. Sie lässt Kinder und Jugendliche aktiv, neugierig und kreativ werden. Ideen erarbeiten und umsetzen – das steigert das Selbstbewusstsein und gibt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Durch die gemeinsame Beschäftigung mit Kultur entwickeln sich Team- und Kritikfähigkeit. Kunst und Kultur ist ein Raum, in dem sich Kinder und Jugendliche ausprobieren und austoben können. Mitmachen, Ideen einbringen und gemeinsam gestalten: Kinder und Jugendliche erlernen dabei wichtige Fähigkeiten für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben.

Vielfalt kultureller Bildung

Das Bundesbildungsministerium (BMBF) trägt mit dem Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland bei. Dabei wird ein weit gefasster Kulturbegriff zugrunde gelegt. Die außerschulischen Maßnahmen der kulturellen Bildung reichen von Lese- und Sprachförderung über Tanz-, Theater- und Zirkusprojekte bis hin zur Mediengestaltung und bildenden Kunst.

360.000 Kinder werden erreicht

Kinder im Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Kinder im Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. © Bundesverband Museumspädagogik: „MuseobilBOX, Ines Schnee

33 Programmpartner – bundesweit vernetzte Verbände und Initiativen – setzen das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ seit 2013 um. In den Bündnissen schließen sich mindestens drei lokale Einrichtungen oder Gruppierungen zusammen, die sich vor Ort für Kinder und Jugendliche und in der kulturellen Bildung engagieren. Dabei können auch auf den ersten Blick ungewöhnliche Allianzen entstehen, zum Beispiel zwischen dem Chaos Computer Club und einem Theaterprojekt in Düsseldorf. Das Programm läuft noch bis Ende 2017, insgesamt stellt das BMBF dafür bis zu 230 Millionen Euro bereit.

Seit Projektbeginn wurden und werden bundesweit rund 11.500 Maßnahmen in fast 4700 Bündnissen für Bildung durchgeführt. Nach aktuellem Stand werden etwa 360.000 Kinder, Jugendliche und Angehörige in den Projekten erreicht.

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