Kulturelle Vielfalt und Zivilgesellschaft

Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch kulturelle und soziale Vielfalt aus. Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wahren, ist es deshalb erforderlich, eine Debatte über Ziele, Werte und Regeln des gemeinsamen Miteinanders anzuregen.

Exzellent: Die Hochschulen öffenen sich für Menschen, die ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen.
Exzellent: Die Hochschulen öffenen sich für Menschen, die ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. © dpa/picture-alliance/Jan Woitas

Potenziale für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe erschließen

Mit dem Rahmenprogramm für die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften fördert das BMBF Forschungsinstitutionen und -projekte, die maßgeblich dazu beitragen, Grundlagen- und Anwendungswissen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.

Das BMBF verknüpft in diesen Bereichen die nationale Schwerpunktsetzung in der Förderung mit der europäischen Forschungsförderung im Rahmen von "Horizont 2020". Dadurch befördert es nicht nur eine größere internationale Sichtbarkeit und Vernetzung der deutschen Geistes- und Sozialwissenschaften, sondern schafft auch gute Voraussetzungen, um die Erfolgsquote deutscher Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei europäischen Ausschreibungen zu erhöhen.

Der Agendaprozess "Zukunft sichern und gestalten"

Mitte 2014 hat das BMBF den Agendaprozess „Zukunft sichern und gestalten - sozialwissenschaftliche Forschung zu den gesellschaftlichen Herausforderungen“ ins Leben gerufen. Ziel des Agendaprozesses war es, gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Akteuren aus der Praxis zukunftsrelevante Themen für die Entwicklung neuer Fördermaßnahmen des Rahmenprogramms für die Geists-, Kultur- und Sozialwissenschaften zu identifizieren. Auf einen Aufruf zum Auftakt des Agendaprozesses gingen über 280 Ideenvorschläge ein. Als erste aus dem Agendaprozess entwickelte Fördermaßnahme hat das BMBF im Mai 2016 die Bekanntmachung „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“ veröffentlicht. Weitere Bekanntmachungen werden sich unter anderem speziell den Herausforderungen von Migration und Integration, dem Zusammenhang von Teilhabe und Gemeinwohl sowie der digitalen Durchdringung gesellschaftlichen Lebens befassen.

Die Fördermaßnahme „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“

Ende Mai 2016 hat das BMBF die Bekanntmachung „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“ veröffentlicht. Auf Grundlage der Bekanntmachung wird das BMBF sozial- und geisteswissenschaftliche Forschungsprojekte fördern, die maßgeblich interdisziplinär die Wirkungen von Krisen und Umbrüchen auf das gesellschaftliche Zusammenleben innerhalb Deutschlands und Europas untersuchen. Gefördert werden Vorhaben, die eine Implementierung der wissenschaftlichen Resultate in der Praxis anstreben. Die Frist zur Einreichung von Projektskizzen endet am 1. September 2016.

Die Fördermaßnahme "Finanzsystem und Gesellschaft"

Mit der Fördermaßnahme "Finanzsystem und Gesellschaft. Bedeutungs- und Funktionswandel des Finanzsystems" (2013) wird nach Ursachen und Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie nach (wünschenswerten) Funktionen des Finanzsystems im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang gefragt. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass sich Bedeutung und Funktion des Finanzsektors für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in den Jahrzehnten vor der Finanzkrise grundlegend verändert haben. Viele der Strukturen, die heute als Ursache der Krise angesehen werden, dienten ursprünglich zur Lösung damaliger Probleme. Ziel der Bekanntmachung ist es, ein besseres Verständnis dieser Prozesse zu erarbeiten und Handlungsansätze für relevante Stakeholder abzuleiten. Darüber hinaus möchte die Förderinitiative dazu beitragen, den Austausch zwischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu befördern. Ab März 2015 nahmen elf Projekte, darunter zwei Forschungsverbünde, die Arbeit auf.

wissenschaftliche Zusammenarbeit in deutsch-griechischen Forschungsprojekten

Die Förderung von drei deutsch-griechischen Forschungsprojekten ist in eine übergreifende Maßnahme des BMBF zur Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern eingebunden. Beteiligt sind sieben Fachreferate des Ministeriums. Im Fokus der Projekte im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften stehen die sozio-ökonomischen Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. So wird danach gefragt, wie die Kommunalverwaltungen in beiden Ländern betroffen sind und welche spezifischen Bewältigungsstrategien sie entwickeln (TU Darmstadt und National and Kapodistrian University of Athens). Ein zweites Projekt forscht zu krisenbedingten Ausgrenzungs- und Verarmungsprozessen und fragt, ob und wie die Zivilgesellschaft mit innovativen Mobilisierungsprozessen entgegenwirken kann (Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Universität Bonn und Hellenic Open University Patras sowie Hellenic Foundation for European and Foreign Policy, Athens). Schließlich wird untersucht, wie die wirtschaftspolitischen Ereignisse die gegenseitige Wahrnehmung in Griechenland und Deutschland verändert haben (FU Berlin und University of Crete). Mitte 2016 ist eine erneute Bekanntmachung im Rahmen der bilateralen Förderinitiative vorgesehen.