Bessere Studienbedingungen für Lehrer

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat den 1. Programmkongress der Qualitätsoffensive Lehrerbildung in Berlin eröffnet. Ziel ist es, die Studienbedingungen für Lehrer zu verbessern. Dabei geht es auch um Digitalisierung.

Johanna Wanka eröffnet den 1. Programmkongress der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Lehrerinnen und Lehrer begleiteten Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg, manchmal sogar bis zu einem Jahrzehnt. Sie vermitteln ihnen Wissen und prägen oft auch ihre Persönlichkeit. Weil ihr Beruf so wichtig ist, müssen angehende Lehrerinnen und Lehrer während ihrer Ausbildung bestmöglich auf ihre spätere Tätigkeit vorbereitet werden. Mit dem Ziel, die Studienbedingungen für das Lehramt zu verbessern, haben Bund und Länder gemeinsam die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ gestartet.

In der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" geht es bei fast allen Projekten, die eingereicht wurden, auch um Digitalisierung und um den Umgang mit den neuen Medien.

Johanna Wanka im ZDF-Morgenmagazin, 12. 10. 2016

Studienleistungen und Abschlüsse anerkennen

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat in ihrer Eröffnungsrede zum ersten Programmkongress betont, dass die „Qualitätsoffensiver Lehrerbildung“ bereits viele Ziele erreicht habe. Beispielsweise haben sich die Länder verpflichtet, Studienleistungen und Abschlüsse anzuerkennen. Damit haben sie die Mobilität für junge Lehrer entscheidend verbessert. Sie können nun in jedem Bundesland studieren, den Vorbereitungsdienst absolvieren und arbeiten. Das bedeutet, dass Lehrer im ganzen Bundesgebiet einsetzbar sind, ganz egal wo sie vorher studiert haben. So lässt sich außerdem dem  Lehrermangel in einigen Regionen entgegenwirken.

Studium und Schulpraxis verzahnen

Mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ unterstützen Bund und Länder die Hochschulen dabei, die universitäre Ausbildung der Lehrer zu verbessern. Deutschlandweit erproben derzeit 59 Hochschulen in 49 Projekten bereits neue Methoden und Inhalte der Lehrerbildung, treiben die Verzahnung von Studium und Schulpraxis voran und stärken die Zusammenarbeit von Fachwissenschaften, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaften. Bis zu einer halben Milliarde Euro wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2023 in die aus­gewählten Projekte investieren.

Digitale Medien im Unterricht

Digitale Medien sind aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken, sie kommen als Lehr- und Lernwerkzeuge zum Einsatz oder unterstützen den Einzelnen dabei, sich an die Lerninhalte und die Lerngeschwindigkeit anzupassen. Die Digitalisierung trägt ebenso zu mehr Kohärenz in der Lehrerbildung an den Hochschulen bei.

In der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ entstehen Online-Kurse und –Angebote, die den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Unterrichtsvideos und Videografie als besonderer Aspekt des Einsatzes digitaler Medien in der Lehrerbildung haben innerhalb der Qualitätsoffensive besondere Bedeutung, weil sich mit ihnen Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität verbessern lassen.

Den didaktischen Einsatz von Unterrichtsvideos unterstützt zum Beispiel die Online-Plattform VIGOR (Vidoegraphic Online Recorder) des Projektes „Lehrerbildung vernetzt entwickeln (Level)“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die „Toolbox Lehrerbildung“ wird im Projekt „Teach@TUM: Kompetenzorientierte und evidenzbasierte MOINT-Lehrerbildung“ an der TU München erarbeitet und im Projekt „K2teach – Know how to teach“ der Freien Universität Berlin werden Lernbeispiele für eine Online-Videoplattform entwickelt, die das professionelle Wahrnehmen und Entscheiden trainieren sollen.
 

Bundesministerin Johanna Wanka eröffnet den Kongress
© BMBF/Hans-Joachim Rickel