Leibniz Gemeinschaft

Gegenwärtig werden bei der Leibniz-Gemeinschaft 89 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Einrichtungen mit Servicefunktion für die Forschung gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. 2014 sollen nach der bereits erfolgten Evaluierung durch den Wissenschaftsrat und auf Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) drei weitere Institute hinzukommen: Das Nationale Bildungspanel (NEPS) als Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, das Aachener Institut für interaktive Materialien (DWI) sowie das Jenaer Institut für Phontonische Technologien.

Der Finanzierungsanteil von Bund und Ländern beträgt in der Regel  je 50 Prozent, insbesondere bei den Einrichtungen mit Servicefunktion können die Finanzierungsschlüssel davon abweichen. Für die Finanzierung der Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen der gemeinsamen institutionellen Forschungsförderung werden Bund und Länder 2013 rund 934 Millionen Euro aufwenden.

Die Institute sind berechtigt, Förderanträge bei der DFG zu stellen. Sie zahlen dafür einen Anteil in Höhe von 2,5 Prozent ihrer laufenden Zuwendungen von Bund und Ländern (ohne große Bauinvestitionen) an die DFG. Keine andere Forschungsorganisation kann auf solche Art an der Hochschulforschung partizipieren und auf diese Weise Forschungs- und Wissenschaftssystem verknüpfen.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören Institute aus allen 16 Bundesländern.

Die Institute der Leibniz-Gemeinschaft werden regelmäßig, spätestens nach sieben Jahren extern evaluiert. Dabei wird geklärt, ob die Voraussetzungen für eine gemeinsame Förderung durch Bund und Länder weiterhin gegeben sind, insbesondere also die Exzellenz und überregionale Bedeutung der jeweiligen Forschung. Sofern dies nicht oder nicht in vollem Umfang gegeben ist, werden dem Institut Auflagen gemacht und die nächste Evaluierung vorgezogen. Ist eine Verbesserung der Situation nicht absehbar, so drohen der Ausschluss aus der Leibniz-Gemeinschaft und der Verlust der Förderung. Der Zusammenschluss zur Leibniz-Gemeinschaft ermöglicht den Instituten einen regelmäßigen Erfahrungs- und Informationsaustausch, die wissenschaftliche und administrative Zusammenarbeit sowie die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen der Mitglieder beispielsweise gegenüber den Ministerien.

Die Mitgliederversammlung der Leibniz-Gemeinschaft wählt alle vier Jahre einen hauptamtlichen Präsidenten an die Spitze des Präsidiums, der von einer Generalsekretärin unterstützt wird. Sie unterhält eine Geschäftsstelle in Berlin sowie ein  Büro in Brüssel.


Die Leibniz-Gemeinschaft gliedert sich in fünf Sektionen:

  • Geisteswissenschaften und Bildungsforschung;
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften;
  • Lebenswissenschaften;
  • Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie
  • Umweltwissenschaften.

Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch eine enge Kooperation mit den Universitäten aus. Die wissenschaftlichen Leitungen der Leibniz-Institute werden in aller Regel gemeinsam mit einer Hochschule berufen. Das wissenschaftliche Personal erbringt erhebliche Lehr- und Betreuungsleistungen im Rahmen von Promotionsprojekten. Leibniz-Institute sind regional auch in Form von WissenschaftsCampi mit benachbarten Universitäten verbunden. 

Zu den prägenden Merkmalen der Leibniz-Gemeinschaft zählen die sektionsübergreifenden und transdisziplinären Leibniz-Forschungsverbünde (zurzeit zu folgenden Zukunftsthemen: Bildungspotenziale, Biodiversität, Gesundes Altern, Historische Authentizität, Wirkstoffe und Biotechnologie, Krisen, Nachhaltige Lebensmittelproduktion, Nanosicherheit, Science 2.0 und Energiewende)

Chancengerechtigkeit, Nachwuchsförderung und Internationalisierung zählen zu den strategischen Zielen, die die Leibniz-Gemeinschaft derzeit prioritär verfolgt.