Lernen in Europa

Die Bildungssysteme der EU-Mitgliedsstaaten sind so vielfältig wie Europa selbst. Dies bietet die Chance, voneinander zu lernen. Daher unterstützt die Europäische Union den Austausch zwischen den Mitgliedsstaaten.

Botschafter für mehr berufliche Mobiliät in Europa: In Köln haben sich im Juni 2017 sogenannte "EuroApprentices" aus sechs Ländern getroffen. "EuroApprentices" sind junge Menschen, die während ihrer dualen Ausbildung mit Erasmus+ im europäischen Ausland waren. © Reiner Zensen

Zwar gestaltet jedes Land in der EU seine Bildungspolitik selbst, dennoch stehen alle Europäerinnen und Europäer von gemeinsamen Herausforderungen: Welche neuen Kompetenzen erfordern die Berufsprofile der Zukunft auf einem international ausgerichteten Arbeitsmarkt? Wie kann man die Bildungs- und Beschäftigungschancen von Menschen fördern – unabhängig von Herkunft und Geschlecht?

Strategische Zusammenarbeit in der EU

Um die Europäerinnen und Europäer darauf vorzubereiten, einigten sich die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der EU bereits im Jahr 2002 darauf, in der Bildungspolitik zusammenzuarbeiten, sich gemeinsame Ziele zu setzen und darauf hinzuarbeiten, sie zu erreichen. Im Jahr 2009 vereinbarten sie einen neuen Rahmen für die strategische Zusammenarbeit für die Zeit bis 2020 (ET 2020). Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die Verbesserung der Qualität einzelner Bildungsbereiche, aber auch die Förderung von Mobilität und Kreativität.

Schüler, Studierende, Auszubildende

Nicht nur auf politischer Ebene findet Austausch statt. Schon seit vielen Jahren wird die europaweite und internationale Mobilität von Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, Jugendlichen sowie von Fachkräften gefördert. Mobilität vermittelt sprachliche, interkulturelle sowie fachliche Kompetenzen und schafft Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt.

Erasmus+

Neue Perspektiven durch Austausch und grenzüberschreitende Zusammenarbeit - dafür steht seit 2014 das EU-Programm Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Neben Mobilität fördert Erasmus+ auch Innovationsprojekte sowie die Zusammenarbeit zwischen Jugend- oder Bildungseinrichtungen in Europa und hilft den teilnehmenden Ländern so, ihre Bildungssysteme zu modernisieren. Für die Programmlaufzeit von 2014 bis 2020 stehen europaweit Fördergelder in der Höhe von knapp 14,8 Milliarden Euro für Erasmus+ Projekte bereit.

Europäischer Sozialfonds

Lebenslanges Lernen, Beschäftigungsfähigkeit und soziale Inklusion fördert auch der Europäische Sozialfonds. Im Zeitraum von 2014 bis 2020 verfügt das Bundesbildungsministerium (BMBF) über 440 Millionen Euro aus nationalen und EU-Mitteln für die Förderung von Projekten, die Menschen neue berufliche Perspektiven verschaffen.