Lernen mit Computerspielen

„Serena Supergreen“ heißt ein spannendes Spiel für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren, dessen Entwicklung vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde. Es zeigt: Gute Computerspiele motivieren und können für Technik begeistern.

Spielerisch führt "Serena Supergreen" Jugendliche an technische Berufe heran - etwa an die Reparatur eines Windrads. © Wissenschaftsladen Bonn e.V.
Neugierig machen: Ein Mächen spielt "Serena Supergreen" © Wissenschaftsladen Bonn e.V.

Computerspiele sind weit verbreitet und überaus beliebt – und haben bei vielen noch immer einen zweifelhaften Ruf: Sind das nicht alles grausame Ballerspiele? Tragen sie nicht zur Vereinsamung im Kinderzimmer bei? Dabei sind Computer- und Videospiele viel mehr: Sie sind ein modernes Kulturgut, erleichtern den Einstieg in die digitale Welt, begeistern für Technik und können auch Wissen und Bildung vermitteln. Nicht zuletzt: Die Computerspielbranche ist längst ein starker Pfeiler des Innovationsstandortes Deutschland geworden. Nicht ohne Grund also hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Computerspielemesse „Gamescom“ eröffnet. „Die Gamer von heute sind die IT-Kräfte von morgen“, sagte sie in Köln.

Serious Games sind ein vielversprechender Ansatz, wenn es um die Vermittlung von Lerninhalten auf digitalem Weg geht. Spiele sind das Medium der Jugendlichen. Sie sind leicht zugänglich.

Pia Spangenberger, Projektleiterin

"Digitale Medien in der beruflichen Bildung"

Das Bundesbildungsministerium unterstützt diese Entwicklung entschieden. So wurde zum Beispiel das Computerspiel „Serena Supergreen“  vom BMBF gefördert – als Teil des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“. Entwickelt wurde es vom Wissenschaftsladen Bonn, der TU Dresden und dem Gamestudio „the Good Evil“. Dabei schlüpfen die Spielerinnen in die Rolle der 15 Jahre alten Serena: Eingebettet in eine spannende Geschichte lernen sie, kniffelige Aufgaben zu meistern. Dazu gibt es umfassendes Unterrichtsmaterial und Informationen zur Berufsorientierung. „Serena Supergreen“ kann also nicht nur allein zuhause gespielt werden – es eignet sich besonders für den Schulunterricht und die außerschulische Bildung.

Game Designer, Psychologen und Pädagogen gemeinsam

Das Getriebe einer Windkraftanlage instand setzen? Die Funktion eines Spannungsprüfers kennenlernen? „Im Spiel setzen wir technische Aufgaben in einen direkten gesellschaftlichen Bezug“, sagt Projektleiterin Pia Spannenberger. „Damit möchten wir einen Beitrag dazu leisten, das Berufswahlspektrum von Mädchen zu erweitern“.  Ein Aspekt sei bei der Entwicklung des Spiels besonders wichtig gewesen: dass es von Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren angenommen wird und ihnen Spaß macht. „Wir mussten ein Spiel entwickeln, das die Lebenswelt der Jugendlichen abbildet mit Charakteren, mit denen sie sich identifizieren können“. Game Designer, Psychologen, Didaktiker und Berufspädagogen arbeiteten zusammen. Testspielerinnen äußerten Wünsche.

Als Spieleentwickler war es uns wichtig, die Mädchen bei der Erstellung des Spiels eng mit einzubeziehen.

Linda Kruse, Spieleentwicklerin vom Gamestudio „the Good Evil“

Kostenloser Download

Im Internet steht „Serena Supergreen“ nun kostenlos zum Download bereit. Die Entwickler freuen sich über Feedback – und hoffen, dass das Spiel nach den Sommerferien in vielen Schulen zum Einsatz kommt.

"Serena Supergreen"

Im Mittelpunkt von „Serena Supergreen“ steht Serena, die mit ihren Freundinnen Kiki und Myra in den Urlaub fahren will. Vorher muss sie aber erst einmal Geld im Einkaufszentrum verdienen. Die Aquarien in der Zoohandlung sind kaputt, das Chamäleon sitzt im Dunkeln und außerdem gibt es da diesen komischen Papagei: Serena hat in ihrem neuen Job einiges zu tun. Sie muss zahllose technische Herausforderungen meistern. Dank stetem Kontakt im Gruppenchat auf dem virtuellen Handy lösen die Spielerinnen und Spieler die Aufgaben mit Serena und ihren Freundinnen gemeinsam. Als die drei Mädels endlich in Richtung Traumstrand unterwegs sind, landen sie allerdings auf der falschen Insel. Quasi im Alleingang müssen sie dort eine Windkraftanlage reparieren – nur so kommen sie von der verlassenen Insel wieder runter.