„Lernen vor Ort“ geht in die Fläche

Jahreskonferenz der Bildungspartnerschaft / Wanka: „Erfolge des Programms künftig allen Kommunen zur Verfügung stellen“

Bund und Stiftungen gehen seit 2009 gemeinsam neue Wege in der lokalen Bildungsarbeit. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und deutschen Stiftungen initiierte Programm „Lernen vor Ort“ unterstützt kreisfreie Städte und Landkreise in ganz Deutschland dabei, ein abgestimmtes Bildungssystem auf kommunaler Ebene zu entwickeln. Die Fördermittel werden vom BMBF und dem  Europäischen Sozialfonds zur Verfügung gestellt.

Auf der Jahreskonferenz von „Lernen vor Ort“ betonte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka heute in Berlin den gesamtgesellschaftlichen Charakter der Zukunftsaufgabe Bildung. „Nur wenn alle Akteure gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir den Bürgerinnen und Bürgern in jeder Lebensphase passgenaue Bildungsangebote machen - von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Erwachsenenbildung“, sagte Wanka „Die Kommune ist der Ort, wo Bildung stattfindet. Deshalb werden mit „Lernen vor Ort“ neue Strukturen in den Kommunen geschaffen, die die Kooperation aller Bildungsakteure vor Ort stärken. Nach fast vier Jahren erfolgreicher öffentlich-privater Bildungspartnerschaft aus Bund, Kommunen und Stiftungen wollen wir die Erfolge von „Lernen vor Ort“ künftig allen Kommunen in Deutschland zur Verfügung stellen.“

„Unser gemeinsames Programm „Lernen vor Ort“ hat eindrücklich bewiesen, dass Bildung eine Gemeinschaftsaufgabe ist“, so Ansgar Wimmer, Sprecher des Stiftungsverbundes „Lernen vor Ort“ und Vorstand der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.. „Künftig wird es wichtig sein, die Vielzahl der zwischen Stiftungen und Kommunen entwickelten Beispiele konkreter, lokaler und strategischer Zusammenarbeit bundesweit fruchtbar zu machen. Dabei ist der Beitrag der Zivilgesellschaft nicht zu unterschätzen.“ 

Der Stiftungsverbund „Lernen vor Ort“ ist ein Zusammenschluss von mehr als 180 gemeinnützigen Stiftungen zur Unterstützung der im Programm geförderten Kommunen. Die Kommunen haben mit Unterstützung ihrer Patenstiftungen Modelle der Zusammenarbeit zwischen den Bildungsakteuren auf kommunaler Ebene entwickelt. Auch von diesen Erfahrungen und dem Wissen um die Wege zu erfolgreicher Kooperation zwischen kommunalen, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sollen die Kommunen des Landes im Rahmen der Transferphase profitieren. Die Geschäftsstelle des Stiftungsverbundes „Lernen vor Ort“ wird in der Trägerschaft des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen geführt.

35 Kommunen präsentierten auf der Jahreskonferenz ihre Modelle für ein integriertes Bildungsmanagement. Damit die kommunale Landschaft von den Ergebnissen und Erfolgen von „Lernen vor Ort“ profitieren kann, baut das BMBF eine bundesweite Transferstruktur auf. Dazu werden Transferagenturen auf regionaler Ebene eingerichtet, die Erfahrungswissen und erfolgreiche Modelle für interessierte Kommunen bereitstellen. Die Transferinitiative des Bundes wird von den Ländern, den kommunalen Spitzenverbänden sowie dem Stiftungsverbund „Lernen vor Ort“ unterstützt.

Die Bundesbildungsministerin gab heute auch den Startschuss für das von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder entwickelte und betreute neue Portal www.bildungsmonitoring.de. Ab sofort stehen hier Kennziffern und Indikatoren für den Bildungsbereich jeder kreisfreien Stadt und jedes (Land-)Kreises in Deutschland zur Verfügung. Datenbestände aus der Bevölkerungs-, der Kinder- und Jugendhilfestatistik, den Schul- und Hochschulstatistiken und der Berufsbildungsstatistik werden hier benutzerfreundlich aufbereitet. Aussagekräftige Bildungsdaten sind eine wesentliche Grundlage für ein abgestimmtes Bildungsmanagement auf kommunaler Ebene.

Weitere Informationen über das Programm, die geförderten 35 Kommunen und die beteiligten Stiftungen finden Sie  unter http://www.lernen-vor-ort.info/