Lupine mit großer Zukunft

Die heimische Lupine kann wichtige Proteine und Ballaststoffe für Lebensmittel liefern, für Milch, Käse und Speiseeis. Längst hat das Verfahren Industriereife erlangt. Ihre Entdecker sind mit dem Deutschen Zukunftspreis 2014 geehrt worden.

Die weißblühende Blaue Süßlupine kann wichtige Proteine und Ballaststoffe für Lebensmittel liefern.
Die weißblühende Blaue Süßlupine kann wichtige Proteine und Ballaststoffe für Lebensmittel liefern. © Fraunhofer

Die Lupine kann ein wichtiger Grundstoff für unsere Nahrung sein. Forschern gelang es, die Samen so aufzubereiten, dass man daraus proteinreiche Lebensmittel erzeugen kann - zum Beispiel leckeres Eis. Für diese Arbeiten sind die Wissenschaftler Stephanie Mittermaier und Peter Eisner vom "Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV" sowie Katrin Petersen von der Prolupin GmbH für den Deutschen Zukunftspreis 2014 nominiert worden, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation. Bundespräsident Joachim Gauck wird die Ehrung am 19. November 2014 in Berlin vergeben.

Den Fleischkonsum reduzieren

Gefördert wurde diese Entwicklung vom Bundesforschungsministerium. Denn die landwirtschaftliche Anbaufläche auf der Erde lässt sich kaum vergrößern. Lebensmittel, Futtermittel und auch Energiepflanzen konkurrieren um den Platz. Damit die wachsende Weltbevölkerung auch künftig genug zu essen hat, wird es nötig sein, den Fleischkonsum zu reduzieren und vermehrt auf pflanzliche Nahrungsmittel zu setzen. Denn die Erzeugung tierischer Proteine benötigt etwa die fünffache Fläche wie der Anbau von Pflanzenproteinen.

Damit dieser Wandel gelingt, sind pflanzliche Lebensmittel nötig, die sich im Geschmack und in der Textur von traditionellen tierischen Produkten nicht unterscheiden. Zwar ersetzen Proteinpulver aus Raps, Soja, Erbsen oder Kartoffeln zum Teil schon Milch und Eier in Lebensmitteln. Aber sie schmecken oft nach Bohnen oder sind bitter.

Für Deutschland besonders geeignet

Die Forscher am Fraunhofer-Institut konzentrierten sich darum auf die proteinreiche Blaue Süßlupine. Ihr Vorteil: Die Pflanze lässt sich auch in Deutschland hervorragend anbauen und führt durch ihre stickstoffbindenden Wurzeln zu einer natürlichen Verbesserung der Böden. Für die Lebensmittelproduktion werden übrigens spezielle Züchtungen ohne giftige Bitterstoffe verwendet. Denn die Lupinen aus unserem heimischen Garten sind nicht zum Verzehr geeignet.

Vegane und vegetarische Produkte

Um aus der Blauen Süßlupine Proteine und Ballaststoffe für die menschliche Ernährung zu extrahieren, entwickelten die Wissenschaftler neue Verfahren. Nun lassen sich daraus nicht nur Milch, Käse, Speiseeis und Pudding herstellen. Sie eignen sich auch als Grundlage für Kuchen, Mayonnaise, Wurstwaren, Cremes und Schäume. Die Lupine wird so zur Allround-Pflanze und lässt sich variabel nutzen – vor allem in veganen oder vegetarischen Produkten.

Das Verfahren hat längst Industriereife. Die Prolupin GmbH, eine Ausgründung des Fraunhofer IVV,  stellt Lebensmittelzutaten aus Lupinensamen her und vertreibt sie.