Malaria

Malaria ist eine der armutsbedingten Krankheiten, die am weitesten verbreitet ist. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Entwicklung neuer Therapien gegen armutsbedingte Krankheiten mit zahlreichen Programmen.

Vom Moskito zum Menschen und wieder zurück: Bei der Malaria ist der Mensch ein Zwischenwirt. © Thinkstock

 Die parasitäre Erkrankung Malaria tritt ganzjährig und überregional in weiten Teilen Subsahara Afrikas (ohne Südafrika), im Amazonasgebiet, in Indien, und in Teilen des Pazifischen Raums auf. Regional und nicht ganzjährig infizieren sich Menschen in weiteren Ländern Mittel und Südamerikas, Ostafrikas, des Südpazifiks und Ozeanien.

Krankheitslast

Weltweit sind 207 Millionen Menschen erkrankt. An der Krankheit sterben jährlich mehr als 627.000 Menschen, etwa 80 Prozent sind Kinder unter fünf Jahren. Das geht aus dem Welt-Malaria-Bericht 2013 der WHO hervor. Die Beeinträchtigung des normalen, beschwerdefreien Lebens durch Malaria wird auf weltweit 55 Mio. Jahre (DALY in 2012) geschätzt.

Symptome

Anzeichen einer Infektion sind hohes, wiederkehrendes bis periodisches Fieber (Wechselfieber), Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und Krämpfe. Besonders bei Kindern kann die Krankheit rasch zu Koma und Tod führen.

Behandlung

Behandelt wird Malaria mit Artemisinin-haltigen oder verwandten Präparaten – teils mit erheblichen Nebenwirkungen und Entwicklung von Resistenzen. Es existiert ein Impfstoff, der jedoch nur begrenzt schützt. Die beste Vorbeugung gegen eine Infektion sind imprägnierte Moskitonetze.

Übertragungsweg

Der Übertragungsweg ist kompliziert. Der Lebenszyklus des einzelligen Parasiten (Plasmodium) beinhaltet sowohl Lebensstadien, die sich nur in der Mücke (Anopheles) oder nur im Menschen weiterentwickeln können. Die Übertragung erfordert daher stets beide Wirtsorganismen. Nach einem Mückenstich verläuft die Entwicklung zunächst in der menschlichen Leber, später im Blut. Die massenweise und periodische Vermehrung im Blut bewirkt die Krankheitssymptome. Ein Teil der Erreger im Blut entwickelt sich zu „geschlechtsreifen“ Parasiten, die von Mücken aufgenommen werden, in denen die weitere Entwicklung bis zur neuen Übertragung auf den Menschen verläuft.

Die Forschungsinitiativen des BMBF

  • Das Bundesforschungsministerium hat 2011 das Förderkonzept „Vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten“ bekanntgegeben.
  • Forschungsförderung über European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP)
  • Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
  • PDP „European Vaccine Initiative (EVI)“ -  Entwicklung eines Malariaimpfstoffes speziell für Schwangere
  • PDP „Foundation for innovative new diagnostics (FIND)“ - Entwicklung einer Diagnoseplattform für vier parasitäre Erkrankungen (Afrikanische Schlafkrankheit, Chagas, Leishmaniose und Malaria)

Wissenschaftliche Publikationen pro Jahr

In der Datenbank PubMed sind im Jahr 2014 zwischen 1000 und 5000 Veröffentlichungen zur Malariaforschung eingetragen worden.

Die Krankheitslast ("DALY" für Disability Adjusted Life Years) gibt an, wie stark eine Krankheit die Gesundheit einer größeren Bevölkerungsgruppe, beispielsweise die Weltbevölkerung oder die Einwohner Afrikas, beeinträchtigt. DALY ist dann die Summe aus den durch vorzeitigen Tod verlorenen Lebensjahren und den Lebensjahren, die Menschen in der beobachteten Bevölkerungsgruppe mit einer Krankheit oder Behinderung leben.

Ein Rechenbeispiel: Die kumulierte Lebenszeit, die an Malaria erkrankte Menschen im Jahr 2012 durch den frühzeitigen Tod an der Krankheit verloren, betrug weltweit etwa 51 Millionen Lebensjahre. Außerdem lebten Patienten zusammengerechnet rund 4 Millionen Jahre mit der Krankheit oder Spätfolgen. Die globale Krankheitslast als Summe aus beiden Werten ergibt also für das Jahr 2012 rund 55 Millionen Jahre. Im Jahr 2000 waren es noch rund 78 Millionen Jahre – ein Indiz dafür, dass die Behandlungs- und Präventionsprogramme der letzten Jahre Wirkung zeigen.