Materie durchleuchten – Krankheiten verstehen

Die Welt der kleinsten Teilchen kann helfen, Krankheiten besser zu verstehen oder innovative Materialien zu entwickeln. Das BMBF fördert daher die Erforschung von Universum und Materie. 135 Projekte nehmen jetzt ihre Arbeit auf.

Erste Experimente am European XFEL
Künstlerische Darstellung des Experiments: Treffen die intensiven Röntgenlaserblitze (lila) auf die Proteinkristalle in dem schnellen Wasserstrahl, lässt sich aus diesen Aufnahmen die Struktur der Proteine in dem Kristall erkunden (rechts). © DESY, Lucid Berlin

Was bestimmt die Eigenschaften eines Materials? Wie kann man sie an medizinische oder technische Erfordernisse anpassen? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland nutzen einzigartige Forschungsinfrastrukturen im In- und Ausland, um die Materie zu erforschen und so Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden. Die Synchrotronquelle BESSY II in Berlin, der Röntgenlaser European XFEL in Hamburg und Schleswig-Holstein und die Neutronenquelle FRM II in München sind Beispiele für solche Großgeräte. Über das Rahmenprogramm „Erforschung von Universum und Materie“ – kurz ErUM – entwickelt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Landschaft der Großgeräte für die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung gezielt weiter. So entstehen die Voraussetzungen für Spitzenforschung in und aus Deutschland mit internationaler Strahlkraft. Die Forschenden an den deutschen Hochschulen spielen dabei eine zentrale Rolle: Über die Projektförderung ErUM-Pro bindet das Bundesforschungsministerium sie in die Weiterentwicklung der Großgeräte ein. In BMBF-geförderten Projekten entwickeln sie innovative Instrumente und Messmethoden für die Großgeräte.

135 Projekte werden mit 72 Millionen Euro gefördert

Am 01. Juli 2019 fiel nun der Startschuss für 135 Projekte zur Erforschung der Materie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt hierfür insgesamt rund 72 Millionen Euro in einer dreijährigen Förderperiode zur Verfügung. Etwa 40% hiervon fließen in Personalmittel. Das entspricht über 130 Stellen für Forschende und insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die restlichen Mittel werden in die technische Ausstattung und in Sachmittel investiert. Mit der Förderung vernetzt das BMBF die Hochschulen mit 13 Forschungsinfrastrukturen aus dem Bereich Materie und stärkt die Forschung mit Photonen, Neutronen und geladenen Teilchen.

Von den geförderten Projekten profitieren Wissenschaft und Gesellschaft

Einen Schwerpunkt legt das BMBF auf Querschnittsaktivitäten wie die Beschleunigerphysik oder Datenmanagement. Sie sind Ausgangspunkt für bessere Forschungsinstrumente, innovative Methoden und neue Produkte, die außer dem Bereich Materie auch den beiden anderen Themengebieten des Rahmenprogramms ErUM zugutekommen: Teilchen und Universum.       

Insgesamt legen die geförderten Projekte Grundsteine auf dem Weg in die Zukunft: große Datenmengen effektiver speichern, komplexe biologische Prozesse in unseren Zellen besser verstehen oder innovativen Batterie entwickeln. So werden wichtige Voraussetzungen für neue Anwendungen geschaffen, von denen die Gesellschaft profitiert – sei es in der Datenverarbeitung, der Medizin oder im Energiesektor.