Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland

Die Max Weber Stiftung zählt zu den Trägern deutscher geisteswissenschaftlicher Forschung im Ausland. Sie unterhält weltweit zehn wissenschaftlich autonome Institute, die eine Brückenfunktion zwischen den Gastländern und Deutschland einnehmen.

© Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland

Die Max Weber Stiftung (MWS) wurde als Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland  am 1. Juli 2002 als bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts errichtet. 2012 erfolgte die Benennung nach Max Weber. Die Stiftung versammelt unter ihrem Dach zehn Institute mit Standorten in Beirut, Istanbul, London, Moskau, Paris, Rom, Tokio, Warschau und Washington mit insgesamt rund 300 Beschäftigten. Institutioneller Zuwendungsgeber ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Gesamthaushalt betrug 2016 rund 41 Millionen Euro zuzüglich Drittmittel.  

Geistes- und Sozialwissenschaften

In den Instituten der Max Weber Stiftung wird Grundlagenforschung, zeitlich befristete Projektforschung sowie Einzelforschung betrieben. Mit Schwerpunkten in den Geistes- und Sozialwissenschaften bieten die Institute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vielfältige Möglichkeiten, in einem internationalen und interdisziplinären Umfeld eigene Fragen zu entwickeln und zu forschen. Mit ihren Instituten leistet die Max Weber Stiftung einen wesentlichen Beitrag zur Verständigung und Vernetzung zwischen Deutschland und den Gastländern und Gastregionen. Indem sie sowohl den Dialog der Fachkulturen fördert als auch wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Beschäftigte aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammenbringt, verstärkt sie die Internationalisierung der Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften.

Grenzüberschreitende Forschung

Die MWS fördert neue Wege grenzüberschreitender geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung. Mit der Einrichtung Transnationaler Forschungsgruppen in neuen Regionen werden die Forschungsmöglichkeiten der Auslandsinstitute institutionell erweitert. Seit 2013 beschäftigt sich eine Forschungsgruppe in Neu-Delhi  mit der Sozial- und Bildungspolitik in Indien seit dem 19. Jahrhundert. Das vom DHI London koordinierte Projekt bringt Partner aus Großbritannien, Indien und Deutschland zusammen. 2017 hat die zweite Transnationale Forschungsgruppe der MWS ihre Arbeit aufgenommen. Zum Thema „Bürokratisierung  afrikanischer Gesellschaften“ forscht das DHI Paris in Dakar, Senegal, gemeinsam mit Partnern aus dem Senegal, Frankreich, Marokko und Deutschland.

Zur Förderung transregionaler Forschung und ihrer Profilierung kooperiert die MWS mit dem Forum Transregionale Studien in Berlin. Ihre Zusammenarbeit wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. In gemeinsamen Konferenzen, Sommerakademien, Winterschulen und explorativen Workshops werden neue, zukunftsweisende Themenfelder erkundet und geisteswissenschaftliche Forschungsperspektiven internationalisiert.

Wissenschaftlicher Nachwuchs

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses besitzt für die Max Weber Stiftung einen hohen Stellenwert. Sie bietet ein breites Spektrum von Fördermöglichkeiten: neben befristeten und unbefristeten Stellen verschiedene Stipendienprogramme, Praktikumsplätze sowie Formen des wissenschaftlichen Austausches wie Summer Schools und Seminare. Jährlich vergibt die MWS über ihre Institute mehr als 300 Stipendien an Studierende, Promovierende sowie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Damit ist die MWS nach dem DAAD, der DFG und der Alexander von Humboldt-Stiftung größter Stipendiengeber vornehmlich für deutsche Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler.

Die wissenschaftliche Arbeit der Institute wird in besonderem Maß getragen und geprägt von Projekten jüngerer Wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf zeitlich befristeten Qualifikationsstellen. Deren Mobilität wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die Einbettung der Institute in die Fachkulturen ihrer Gastländer und Gastregionen eröffnet den Beschäftigten exzellente Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung.

Gut ausgestattete Arbeitsplätze und Bibliotheken

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an den Instituten der Max Weber Stiftung tätig sind, sowie die zahlreichen ausländischen und deutschen Gäste finden hervorragende Rahmenbedingungen für ihre Forschungen vor. Dazu gehören neben administrativer und rechtlicher Unterstützung besonders die gut ausgestatteten Arbeitsplätze und die Bibliotheken der Institute, die Quellen und internationale Spezialliteratur bereitstellen. Eine wichtige Rolle spielen die Institute in der internationalen Forschungskommunikation durch die Organisation von Tagungen, Workshops und Seminaren.

Open Access und Web 2.0

Zur Intensivierung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs leistet die MWS Unterstützung beim Aufbau sozialer und informationstechnischer Forschungsinfrastrukturen. Die der Stiftung angegliederte Publikationsplattform perspectivia.net stellt Texte zu geisteswissenschaftlichen Themen in den verschiedenen Sprachen der Gastländer bereit und ermöglicht durch ihr Open Access-Prinzip den weltweiten barrierefreien Zugang zu Literatur.

Seit 2012 schöpft die Stiftung die Potenziale des Internets und insbesondere des Web 2.0 weiter aus. Sie setzt sich für das wissenschaftliche Bloggen in den Geisteswissenschaften als akademisches Genre ein und hat dafür das Community Management des länderübergreifenden Blogportals de.hypotheses.org übernommen. Mit mittlerweile über 400 Blogs ist de.hypotheses.org die mit Abstand größte Blogging-Plattform für die deutschsprachigen Geisteswissenschaften. Die Vergabe von ISS-Nummer durch die Deutsche Nationalbibliothek macht die Blogs in Katalogen recherchierbar; Langzeitarchivierung und Permalinks sichern die Zitierbarkeit der Blogs. Mit dem Blogportal Weber 2.0 hat die Stiftung für die Institute ein eigenes Portal für wissenschaftliche Blogs gegründet.