Medizinische Forschung in Europa und der Welt

Forschung kennt keine Grenzen: Um deutsche Wissenschaftler optimal zu unterstützen und den Austausch über Ländergrenzen hinweg anzuregen, arbeitet das Bundesforschungsministerium mit europäischen und internationalen Förderorganisationen eng zusammen.

Moderne Gesundheitsforschung wird aufgrund technologischer Entwicklungen und zunehmender Erkenntnisse immer komplexer und aufwendiger. Deshalb bündeln die Forscherinnen und Forscher ihre Erkenntnisse und ihr Wissen zunehmend in größeren Konsortien mit Partnern aus verschiedenen Ländern. Die Zusammenarbeit geht dabei häufig über Europa hinaus und umfasst auch Länder wie zum Beispiel Kanada, die USA oder Israel. Ihr gemeinsames Ziel ist, die Behandlung von Krankheiten für alle Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Deutschland unterstützt die internationale Forschung zum Beispiel zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. © Thinkstock

Gemeinsam große Herausforderungen meistern

Zusammen mit vielen europäischen und internationalen Förderorganisationen unterstützt das BMBF die internationale Forschung zu:

  • Krankheiten, die das Gehirn oder die Nerven beeinträchtigen. Das BMBF beteiligt sich am europäischen Forschungsprogramm, dem ERA-NET NEURON und an dem Joint Programme zu neurodegenerativen Erkrankungen, JPND.
  • Seltenen Erkrankungen, die zwar im Einzelfall selten sind, in ihrer Gesamtheit aber viele Menschen betreffen. Das BMBF beteiligt sich an dem europäischen Forschungsprogramm zu Seltenen Erkrankungen, E-RARE.
  • Krebserkrankungen. Internationale Aktivitäten, an denen sich das BMBF beteiligt, sind das International Cancer Genome Consortium, kurz ICGC und das europäische ERA-NET Transcan.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das BMBF beteiligt sich am ERA-NET zu Herzkreislauferkrankungen, dem ERA-CVD.
  • Einfluss gesunder Ernährung auf die Gesundheit. Hier beteiligt sich das BMBF an dem Joint Programme zu gesunder Ernährung und gesundem Lebensstil, JP HDHL.
  • Infektionskrankheiten. Das BMBF unterstützt klinische Forschung zu vernachlässigten Erkrankungen in Zusammenarbeit mit Europäischen und Afrikanischen Ländern, die sogenannten European and Developing Countries Clinical Trials Partnership, kurz EDCTPs.
  • Antimikrobielle Resistenzen. Das BMBF beteiligt sich an dem Joint Programme zu Antimikrobiellen Resistenzen, kurz JPIAMR.
  • Personalisierter Medizin
  • Systemmedizin

Bündeln von Ressourcen

Neben klugen Köpfen braucht moderne Gesundheitsforschung eine gute Infrastruktur. Das beinhaltet auch Räumlichkeiten und Geräte, die mit größter Präzision messen können. Das Bundesforschungsministerium beteiligt sich mit Förderorganisationen aus ganz Europa am Aufbau und Erhalt von Ressourcen in den Bereichen:

  • klinische Forschung (Studien)
  • Daten- und Biomaterialbanken
  • Wirkstoffe für neue Arzneien
  • Krankheitsmodelle

Diese Strukturen stehen allen Forscherinnen und Forschern Europas für ihre Projekte offen.

Verantwortung für die Welt

Bessere Gesundheit für alle ist ein wachsendes Problem, besonders in den ärmeren Ländern.. Gesundheitsforschung steht deshalb auch in der Verantwortung für weltweite Gesundheitsversorgung. Das Bundesforschungsministerium engagiert sich besonders in den Ländern Süd- und Mittelafrikas und unterstützt internationale Forschungsaktivitäten in diesen Ländern. Hier kann Gesundheitsforschung gezielt dazu beitragen, die medizinische Versorgung entscheidend zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf vernachlässigten und armutsassozierten Krankheiten. Hierzu zählen neben vielen Wurm- und Parasitenerkrankungen auch Malaria, HIV/AIDS und Tuberkulose.