Mehr Geld für berufliche Talente

25 Jahre, 125.000 Geförderte: Das Weiterbildungsstipendium feiert Jubiläum,  ab 2017 werden Leistungen erhöht / Wanka: "Wir stärken berufliche Bildung"

Seit 25 Jahren fördert das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) engagierte Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung bei der weiteren Qualifizierung. Das Stipendium kann für berufsbezogene Weiterbildung eigener Wahl genutzt werden. Ab 2017 werden die Förderleistungen des Stipendienprogramms deutlich erhöht.

"Wir haben mit dem Weiterbildungsstipendium inzwischen 125.000 begabte Fachkräfte dabei unterstützt, auf ihre berufliche Ausbildung aufzubauen und neue Karriereschritte zu machen. Ein Abschluss als Techniker, der Aufstieg zur Pflegedienstleitung oder ein berufsbegleitender Bachelor in Betriebswirtschaft – mit dem Weiterbildungsstipendium haben die Geförderten ihre ganz individuellen Ziele leichter erreichen können", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka anlässlich des Jubiläumsfestakts in Bonn. "Ab dem kommenden Jahr werden wir die Leistungen noch einmal verbessern. Damit stärken wir die berufliche Bildung in Deutschland weiter und machen Karrieren attraktiver."

Die Torte zum Jubiläum, die Bundesministerin Johanna Wanka anschneidet, hat die ehemalige Stipendiatin Caroline Schwanbeck gebacken. Mit einem Weiterbildungsstipendium hatte die Konditorin die Vorbereitungskurse für ihre Meisterprüfung finanziert. © Robert Hausmann

Das sind die Neuerungen: Die maximale individuelle Förderhöhe steigt von aktuell 6.000 Euro ab Jahresbeginn 2017 auf 7.200 Euro. Das ist ein Plus von 20 Prozent. Zudem kann das Weiterbildungsstipendium künftig nicht nur für Lehrgangskosten verwendet werden, sondern auch für Prüfungskosten. Neu ist auch der "IT-Bonus": In Zukunft können Stipendiatinnen und Stipendiaten 250 Euro Zuschuss für die Anschaffung eines Computers erhalten.

Jährlich werden bundesweit 6.000 Weiterbildungsstipendien vergeben, der Großteil davon über die fast 300 an der Durchführung des Programms beteiligten Kammern und weitere Berufsbildungsstellen. Mit aktuell mehr als 17.500 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus den Aufnahmejahrgängen 2014 bis 2016 ist das Weiterbildungsstipendium eines der größten Stipendienprogramme Deutschlands. Seit der Einführung des Weiterbildungsstipendiums im Jahr 1991 hat der Bund für das Programm mehr als 400 Millionen Euro aufgewendet.

"Doch wichtiger als diese beeindruckenden Zahlen sind die Menschen, die dahinter stehen", sagte Wolf Dieter Bauer, Geschäftsführer der SBB - Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung, die im Auftrag des BMBF das Stipendienprogramm bundesweit koordiniert. "Sie nutzen ihr Weiterbildungsstipendium, um sich bedarfsgerecht beruflich und persönlich weiter zu qualifizieren. Das ist ein Gewinn für jede Stipendiatin und jeden Stipendiaten. Das ist aber auch ein Gewinn für unsere wissensbasierte Gesellschaft."

Um ein Weiterbildungsstipendium bewerben können sich  junge Fachkräfte, die in einer Berufsausbildung und in der Berufspraxis hervorragende Leistungen gezeigt haben. Wer nach der Ausbildung noch mehr erreichen will, kann mit Unterstützung des Stipendiums in der beruflichen Entwicklung einen großen Schritt vorankommen. Gefördert werden fachliche Weiterbildungen, wie etwa die Vorbereitungskurse für die Meister- und Techniker- oder Fachwirtsqualifikationen. Das Stipendium kann aber auch für fachübergreifende Lehrgänge genutzt werden, wie Softwarekurse oder Intensivsprachkurse. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Förderung eines berufsbegleitenden Studiums möglich. Die Förderung läuft über maximal drei Jahre.