Mehr Personalentwicklung in der Wissenschaft

Den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, wird für Wissenschaftseinrichtungen immer wichtiger: Für die Personalentwicklung engagieren sie sich deshalb mit einem breiten Angebot. Das zeigt eine vom Bundesbildungsministerium geförderte Studie.

Was tun Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für die Entwicklung ihrer Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler? Wie haben sie ihre Angebote in den vergangenen Jahren verändert? Und wo gibt es weiterhin Handlungsbedarf? Die aktuelle Studie „Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2016“ zeigt, dass sich die Einrichtungen auch finanziell immer stärker für die Förderung ihres jungen Personals einsetzen: An Hochschulen stieg der Anteil der Grundmittel, die für Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs vorgesehen sind, von 64 auf 70 Prozent, an außeruniversitären Forschungseinrichtungen von 71  auf 81 Prozent. An über 95 Prozent der Hochschulen und über 84 Prozent der Forschungseinrichtungen gibt es inzwischen Programme zur Personalentwicklung, überfachliche Kompetenzangebote und berufliche Orientierungsangebote. Dennoch ist die Nachfrage immer noch höher als das Angebot.

Bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stehen die Einrichtungen vor einer besonderen Herausforderung: Sie müssen in Personal investieren, das die eigene Einrichtung in einem Großteil der Fälle wieder verlassen wird. Insbesondere Promovierende werden nicht nur für eine Karriere in Forschung und Lehre, sondern auch für Tätigkeiten außerhalb der Wissenschaft ausgebildet. Die Wissenschaftseinrichtungen stellen sich dieser Herausforderung mit zunehmendem Engagement.

Die Studie „Personalentwicklung für den Wissenschaftlichen Nachwuchs 2016 – Bedarf, Angebote und Perspektiven – eine empirische Bestandsaufnahme im Zeitvergleich“ führt die Ergebnisse zweier Erhebungen zusammen, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert hat: Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung haben sowohl Anbieter als auch Nutzer von Personalentwicklung befragt und die Ergebnisse miteinander und mit denen der Vorgängerstudie von 2012 verglichen.

Die Nachwuchsförderung ist für die Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Im Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien darauf verständigt, planbare und verlässliche Karrierewege im Hochschulsystem zu schaffen und mit den Wissenschaftsorganisationen konkrete Ziele zur Nachwuchsförderung zu vereinbaren.