Mehr Wertschätzung für Lehrer

Die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" soll die Ausbildung der Lehrer verbessern. 19 Projekte haben die Jury überzeugt und die erste Bewerbungsrunde geschafft. "Wir möchten, dass besonders gute Ausbildungsmodelle Schule machen", sagte Wanka.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka mit Manfred Prenzel, dem Vorsitzenden des Auswahlgremiums der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung". © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Mehr Mobilität im Studium und später im Beruf, mehr Praxisbezug und eine bessere Verzahnung von Studium, Referendariat und Weiterbildungen: Mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ wollen Bund und Länder die Lehrerausbildung gemeinsam verbessern. Dafür stehen bis zum Jahr 2023 insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung. Um die Ausbildung der Lehrkräfte mit der finanziellen Unterstützung von Bund und Ländern voranzubringen, können sich Hochschulen mit innovativen Konzepten für das Förderprogramm bewerben. Für die erste Förderphase haben jetzt 19 Konzepte die Gutachter überzeugt. Sie haben damit die erste von zwei Bewerbungsrunden geschafft und sind als förderungswürdig eingestuft worden.

„Ein erfolgreiches Bildungssystem setzt eine hochwertige Lehrerbildung voraus. Es gibt kaum einen wichtigeren, kaum einen anspruchsvolleren, aber wahrscheinlich auch kaum einen schöneren Beruf. Deshalb wünsche ich mir, dass die engagiertesten jungen Menschen Lehrerinnen und Lehrer werden. Genau hier setzt der Bund mit der 'Qualitätsoffensive Lehrerbildung' an. Wir möchten, dass besonders gute Ausbildungsmodelle Schule machen. Dabei geht es zum Beispiel um große Aufgaben wie Integration und Inklusion“, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Sie ist auch die stellvertretende Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK).

Inklusion und neue Medien

Die 19 als förderungswürdig eingestuften Projekte zeigen, wie sich die Ansprüche an eine Lehrerausbildung verändert haben. Die eingereichten Konzepte sehen vor, den Praxisbezug während des Lehramtsstudiums zu stärken und die angehenden Lehrer in den verschiedenen Etappen ihrer Ausbildung – Studium, Referdariat und spätere Weiterbildungen – besser zu begleiten und zu unterstützen. Viele Projekte wollen die Inklusion lernbehinderter Kinder in den Klassenverbund vereinfachen oder neue Medien in das Lehramtsstudium einbinden. „Die 'Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘ ist eine einmalige Chance, die Lehrerausbildung voranzutreiben“, sagte Manfred Prenzel bei der Vorstellung der ersten 19 förderungswürdigen Projekte. Der Bildungsforscher Prenzel ist Vorsitzender des Wissenschaftsrates und des Auswahlgremiums der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

Welches der Projekte in die nächste Runde kommt, hat das 18-köpfige Gremium gemeinsam entschieden. Mit dabei waren Hochschullehrer, Experten aus der schulpraktischen Lehrerausbildung, Vertreter des Bundes und der Länder. Aber auch die Studierenden selbst konnten sich einbringen. Zwei Studierende haben die Projekte genau begutachtet und bewertet, inwiefern Lehramtsstudenten von den Konzepten profitieren.

Studienleistung bundesweit anerkennen

Eine Bedingung müssen alle Projekte zwingend erfüllen: Das Land der jeweiligen Hochschule muss § 7 der Bund-Länder-Vereinbarung vom 12. April 2013 zur gegenseitigen Anerkennung der Lehramtsabschlüsse und Studienleistungen vollständig umsetzen, um die finanzielle Zuwendung des Bundes zu erhalten. Das heißt, nur die Projekte aus Bundesländern, die mehr Mobilität in der Lehrerausbildung ermöglichen, haben die Chance, in das Förderprogramm aufgenommen zu werden.

Die Frist für die zweite Bewerbungsrunde endet am 12. Juni 2015. Bis zu diesem Termin können sich Hochschulen mit einer weiterentwickelten Projektskizze erneut bewerben, wenn deren Vorhaben als derzeit noch nicht förderwürdig eingestuft wurden. Aber auch die Einsendungen von Einzel- oder Verbundanträgen anderer lehramtsausbildender Hochschulen sind willkommen.