"Mehr Qualität im Bildungssystem"

Die Einrichtung eines Nationalen Bildungsrates ist eines der großen Themen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Im Interview mit den „Westfälischen Nachrichten“ erklärt sie, worauf es dabei ankommt und was die nächsten Schritte sind.

Portrait Anja Karliczek
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung. © BMBF/Laurence Chaperon

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat erneut für die Einrichtung eines Nationalen Bildungsrates geworben. „Wir brauchen mehr Zusammenarbeit für Transparenz, Vergleichbarkeit und Qualität im Bildungssystem“, sagte sie im Interview mit den „Westfälischen Nachrichten“. Sie nannte Verbesserungen in der Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund oder das vereinfachte Umziehen in ein anderes Bundesland mit schulpflichtigen Kindern als wichtigste Aufgaben. „Unser Schulsystem ist insgesamt gut. Wir müssen es aber weiterentwickeln“, so Karliczek. Sie sei deshalb froh, dass die Kultusministerkonferenz beschlossen habe, weiter darüber zu verhandeln.

Karliczek hatte ihre Pläne für einen Nationalen Bildungsrat bereits vor einem Jahr vorgestellt. Ihr schwebt ein Modell nach dem Vorbild des Wissenschaftsrates vor. Daran angelehnt sollen Forschende und Menschen aus der direkten Praxis mit der Politik Empfehlungen erarbeiten. „Jede Entscheidungsebene muss dann diese Empfehlungen bewerten und für sich entscheiden, ob und wie sie diese umsetzt. Vor diesem Hintergrund sollte eine Einigung zwischen Ländern, Kommunen und dem Bund möglich sein“, sagte die Ministerin in dem Interview.

Für die zweite Hälfte der aktuellen Legislaturperiode kündigte Karliczek drei große Vorhaben an. So soll unter anderem ein Aufstiegs-BAföG auf den Weg gebracht und die Ganztagsbetreuung an Grundschulen ausgebaut werden. Außerdem soll sich das BMBF verstärkt für Innovationen zum Klimaschutz engagieren. „Erfolgreiches Klimamanagement hängt daran, dass wir alle Komponenten der Kreislaufwirtschaft beherrschen“, sagte Karliczek.