Mexiko: Allianz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Mexiko nimmt für Deutschland eine Sonderstellung in Lateinamerika ein. Das liegt sowohl an der regionalen Bedeutung und wirtschaftlichen Stärke Mexikos als auch an den traditionell engen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Kartenausschnitt Lateinamerika
Kartenausschnitt Lateinamerika © Thinkstock/fpdress

Center for Advanced Latin American Studies in the Humanities and Social Sciences

Das  Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem Programm „Maria Sibylla Merian Centres for Advanced Studies" den Aufbau eines Kollegs für geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung an der Universität von Guadalajara in Mexiko. Am sogenannten „Center for Advanced Latin American Studies in the Humanities and Social Sciences“ (CALAS) forscht seit März 2017 ein deutsch-mexikanisches Team zum Thema „Coping with Crisis“. Das Team kooperiert mit drei ebenfalls im Projekt geförderten regionalen Forschungsgruppen an Universitäten in Argentinien, Costa Rica und Ecuador. Kernelement des Forschungskollegs ist ein Gastwissenschaftler-Programm, das es möglich macht, Spitzenforscherinnen und -forscher ebenso wie wissenschaftlichen Nachwuchs aus Lateinamerika und Deutschland, aber auch aus anderen Teilen der Welt ans CALAS einzuladen.

Das Mexikanische Modell der dualen Berufsbildung

2015 haben das Bundesforschungsministerium sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit dem mexikanischen Bildungsministerium (SEP) und Außenministerium (SRE) eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung unterzeichnet. Auf dieser Grundlage beauftragte das BMBF die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET) und das BMZ die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), bei der Entwicklung des mexikanischen Modells der dualen Berufsbildung (MMFD) zu beraten. Aktuell beraten GOVET und GIZ zum Aufbau einer TVET-Agentur, zur Steuerung des MMFD sowie Entwicklung von Standards für die betriebliche und schulische Ausbildung.

Zusätzlich stärken das BMBF und das SEP seit 2018 ihre Kooperation im Bereich der höheren Berufsbildung und der dualen Hochschulbildung. Ziel ist es, die Durchlässigkeit zwischen der Erstausbildung, der technischen Weiterbildung (Techniker, Meister) und technischen, akademischen Bildung zu befördern.

Zur Unterstützung des mexikanischen Aufbaus dualer Berufsbildung fördert das Bundesforschungsministerium seit 2016 mehrere Projekte zur Implementierung von dualen Ausbildungselementen und zur Berufsbildungsforschung in Mexiko. So finanziert das Ministerium die Entwicklung eines Weiterbildungsangebots im mexikanischen Automobilsektor, das Fachkräfte Schlüsselkompetenzen in Produktivitätsmanagement, arbeitsbezogenem Lernen, Werkzeugbau und Lean Management vermitteln soll.

Studieren ohne Grenzen

Im Jahr 2014 haben das Deutsche Hochschulkonsortium für Internationale Kooperation und die technische Hochschule von Monterrey eine Vereinbarung unterzeichnet. Die 28 deutschen Hochschulen und die größte private Hochschule Mexikos bauen Doppelabschlussprogramme auf. Studierende aus beiden Ländern sollen durch das Studium gleichzeitig einen deutschen und einen mexikanischen Hochschulabschluss erhalten. Die Studiengänge sind in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen angesiedelt. Dabei sind Industrieunternehmen mit eingebunden, um eine praxisnahe Ausbildung der Studierenden zu garantieren. Das Bundesforschungsministerium unterstützt diese Aktivitäten.

Vielfalt im Innovationsprozess

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen noch wirksamer in bilaterale Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationen eingebunden werden. Im Jahr 2016 haben das BMBF und CONACYT eine sogenannte „2+2“-Bekanntmachung für innovative und anwendungsnahe Forschungsprojekte veröffentlicht. Sowohl auf deutscher als auch mexikanischer Seite müssen jeweils ein KMU und eine Forschungseinrichtung beteiligt sein. Derzeit werden sechs deutsch-mexikanische Verbundprojekte in den Bereichen Biotechnologie, Gesundheitsforschung, Materialforschung und Nanotechnologie gefördert.

Katastrophenschutz aus dem All

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet in Mexiko eng mit Behörden und Forschungseinrichtungen sowie mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA zusammen. Sie haben gemeinsam eine Datenempfangsstation in Chetumal auf der Halbinsel Yucatan aufgebaut. Mit dieser Anlage können von Satelliten gesendete Informationen empfangen und ausgewertet werden. Es wird so zum Umweltschutz in Mexiko und den benachbarten Regionen beigetragen. Darüber hinaus kann im Falle von Naturkatastrophen wie zum Beispiel Bränden ober Überschwemmungen schneller und gezielter eingegriffen werden. Im Jahr 2014 ist die Bodenempfangsstation in den Besitz der mexikanischen Raumfahrtagentur AEM übergegangen. Die AEM ist nun für den Betrieb und die Nutzung zuständig, das DLR unterstützt weiterhin bei den Forschungsaktivitäten.

Deutschland und Mexiko setzen sich gemeinsam für den Schutz des Klimas ein. Sie haben die "Deutsch-Mexikanische Klimaschutz-Allianz" zur Unterstützung der mexikanischen Regierung bei der Entwicklung und Umsetzung ihres Klimaschutzprogramms gebildet.