Mexiko: Allianz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Mexiko nimmt für Deutschland eine Sonderstellung in Lateinamerika ein. Das liegt sowohl an der regionalen Bedeutung und wirtschaftlichen Stärke Mexikos als auch an den traditionell engen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Katastrophenschutz aus dem All

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet in Mexiko eng mit mexikanischen Behörden und Forschungseinrichtungen sowie mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA zusammen. Sie haben gemeinsam eine Datenempfangsstation in Chetumal auf der Halbinsel Yucatan aufgebaut. Mit dieser Anlage können von Satelliten gesendete Informationen empfangen und ausgewertet werden. Es wird so zum Umweltschutz in Mexiko und den benachbarten Regionen beigetragen. Darüber hinaus kann im Falle von Naturkatastrophen wie zum Beispiel Bränden ober Überschwemmungen schneller und gezielter eingegriffen werden. Im Jahr 2014 ist die Bodenempfangsstation in den Besitz der mexikanischen Raumfahrtagentur AEM übergegangen. Die AEM ist nun auch für den Betrieb und die Nutzung zuständig, das DLR unterstützt weiterhin bei den Forschungsaktivitäten.

Deutschland und Mexiko setzen sich gemeinsam für den Schutz des Klimas ein. Sie haben die "Deutsch-Mexikanische Klimaschutz-Allianz" zur Unterstützung der mexikanischen Regierung bei der Entwicklung und Umsetzung ihres Klimaschutzprogramms gebildet.

Tauchen für die Wissenschaft

Archäologen bergen das Skelett eines über 10.000 Jahre alten Riesenfaultiers in der Unterwasserhöhle El Pit. © Wolfgang Stinnesbeck/Universität Heidelberg

Das deutsch-mexikanische Forschungsprojekt der Universität Heidelberg beschäftigt sich mit „Prähistorischen Funden aus dem Pleistozän-Holozän-Übergang in den Unterwasserhöhlen der Yucatan-Halbinsel“. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt soll zu neuen, überraschenden Erkenntnissen über die Besiedlung des amerikanischen Kontinents führen. Bislang glaubten die Wissenschaftler, dass die ersten Menschen vor 11.000 Jahren vom Norden Asiens aus über die Beringstraße nach Nordamerika wanderten und den Kontinent besiedelten. Die neuen Fossilfunde aus den Höhlen unter Yucatán stellen diese Hypothese in Frage. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen legen nahe, dass bereits vor 13.000 Jahren – Jahrtausende vor der Hochkultur der Mayas – Menschen in Mexiko gelebt haben. Geklärt ist bislang aber nicht, woher diese Siedler kamen.

Die wissenschaftlichen Arbeiten und Fundstücke sollen zügig für die Öffentlichkeit aufgearbeitet und zum Beispiel in Museen ausgestellt werden. Es sind bereits Ausstellungen in dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe und dem größten naturhistorischen Museum in Mexiko, dem MUDE in Saltillo, geplant.

Studieren ohne Grenzen

Im Jahr 2014 haben das Deutsche Hochschulkonsortium für Internationale Kooperation und die technische Hochschule von Monterrey eine Vereinbarung unterzeichnet. Die 26 deutschen Hochschulen und die größte Technische Hochschule Mexikos wollen gemeinsame Studiengänge aufbauen. Studenten aus beiden Ländern sollen durch das Studium gleichzeitig einen deutschen und einen mexikanischen Hochschulabschluss erhalten. Die Studiengänge sind in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen geplant. Industrieunternehmen sollen auch eingebunden werden, um eine praxisnahe Ausbildung der Studierenden zu garantieren. Das Bundesforschungsministerium unterstützt diese Aktivitäten.