Miklip: Neues System für mittelfristige Klima-Prognosen

Für den Klimaschutz ist Handeln erforderlich. Das BMBF fördert dafür die Erforschung von Klimawissen. Ein neues Vorhersagesystem für mittelfristiges Klima aus der Maßnahme „MiKlip“ zeigt, wie Forschung zur Planungssicherheit in der Praxis beiträgt.

MIKLIP Klima-Prognosen
© DWD

Viele Branchen in Deutschland sind auf Klimaprognosen angewiesen, wie zum Beispiel die Land- und Forstwirtschaft, Windkraft, Tourismus oder der Weinanbau. Hier können zunehmende Hitzeperioden, Starkregen und Überschwemmungen über existenzielle Gewinne oder Verluste entscheiden.

Bisher standen nur kurzfristige Wettervorhersagen einerseits und die an Jahrzehnten ausgerichteten Klimaszenarien andererseits zur Verfügung. Darüber hinaus wächst der Bedarf an verlässlichen Aussagen zu mittelfristigen Klimaentwicklungen für die nächsten ein bis zehn Jahre. Solche Zeiträume sind besonders wichtig für die Planungen der entsprechenden Branchen in der Wirtschaft, aber auch für politische Maßnahmen, wie etwa im Städtebau.

Wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) das neue, von ForscherInnen entwickelte Vorhersagesystem ab jetzt in den regelmäßigen Betrieb aufnimmt, können mithilfe von Algorithmen neue Prognosen für die Statistik des mittelfristigen Klimas geliefert werden. Der DWD veröffentlicht seine ersten Vorhersagen ab Mitte März. Das neue Vorhersagesystem hat das BMBF mit seinem Programm „Mittelfristige Klimaprognosen“ (Miklip) über acht Jahre mit 35 Millionen Euro gefördert.

„Viele Branchen in Deutschland sind gerade in Zeiten des Klimawandels auf verbesserte Klimaprognosen angewiesen. Dazu zählen die Landwirtschaft oder der Tourismus. Ein Winzer zum Beispiel muss wissen, wie das Klima sich über einen Zeitraum der nächsten zehn Jahre entwickelt. Seine Fragen können mit dem neuen System der Klimaprognosen zukünftig verlässlicher beantwortet werden. Das ist wichtig: Denn das System bietet unserer Wirtschaft, aber auch der gesamten Gesellschaft die Möglichkeit, sich besser an saisonale Schwankungen anzupassen", sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Herausforderung: Wetter und aktuelles Klimasystem erfassen

Die Aufgabe für die ForscherInnen bestand in MiKlip darin, sowohl die vom Menschen verursachten Klimaänderungen als auch die natürlichen Variationen des Klimas zu berücksichtigen. Dies war eine der größten Herausforderungen: Denn dafür musste nicht nur das aktuelle Wetter als Ausgangspunkt eingebunden werden, sondern auch der aktuelle Klimazustand. Die verschiedenen Komponenten des Klimasystems, wie Atmosphäre, Ozean, Land- und Eismassen, reagieren unterschiedlich schnell auf äußere Einflüsse und weisen somit eine Art „Gedächtnis“ für Klimaprozesse von verschiedener Dauer auf.

So hat zum Beispiel die Atmosphäre ein „Gedächtnis“ von Tagen, das Meereis und die Landoberfläche von ein bis zwei Jahren sowie der Ozean von ein bis hundert Jahren. Diese Daten mussten ebenso erfasst und in das neue Vorhersagesystem integriert werden, wie die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den Komponenten des Klimasystems.

An dieser Forschung haben sich Institutionen der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gesellschaft, verschiedene Hochschulen, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie der DWD beteiligt. Die Fördermaßnahme konnte vor allem auch durch interdisziplinäre Zusammenarbeit so erfolgreich Ergebnisse liefern.

Die vom BMBF geförderte Maßnahme MiKlip leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zu aktuellem und integriertem Klimawissen. Damit hat das BMBF dafür gesorgt, dass entscheidendes Klimawissen direkt für mittelfristige Klimaprognosen angewendet werden kann. Nun kann in Zukunft die Planungssicherheit in klimaabhängigen Branchen erhöht werden.