MINT-Pakt und „Erfolg mit MINT“

Das Bildungsministerium setzt sich für faire Chancen für Mädchen und junge Frauen abseits traditioneller Studienfächer und Berufe ein und zeigt ihnen neue Perspektiven auf.

Beim Girls' Day können sich Mädchen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen ausprobieren. © BMBF

Es ist wichtig, dass Mädchen und junge Frauen gute Rahmenbedingungen vorfinden, die es ihnen ermöglichen, ihre besonderen Talente in einem selbstbestimmten Leben in Freiheit und Verantwortung zu entfalten. Deshalb ist Chancengerechtigkeit ein durchgängiges Leitprinzip der Arbeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Ressort steht insbesondere für die Erweiterung des Studien- und Berufswahlspektrums von Mädchen und jungen Frauen. Besonders für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) soll mehr Interesse geweckt werden.

Statistisch belegbar sind die enormen Bildungsanstrengungen, die den Mädchen und Frauen in den vergangenen Jahrzehnten gelungen sind. Sie erwerben höhere Schulabschlüsse, ihr Ausbildungsstand ist hervorragend, der Anteil von Hochschulabsolventinnen ist signifikant gestiegen, Frauen promovieren, es gibt mehr weibliche Vorbilder und Role Models. Frauen wollen ihre sehr guten Abschlüsse am Arbeitsmarkt adäquat verwerten und Verantwortung übernehmen – genauso wie Jungen und Männer.

Zu diesen erfreulichen und ermutigenden Entwicklungen hat die Bundesregierung konkret beigetragen, und zwar mit der Förderung des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen.

Ein Pakt für mehr Frauen in MINT-Berufen

Sie haben hervorragende Qualifikationen, oftmals bessere Schulnoten als ihre männlichen Altersgenossen und viele von ihnen bringen ein Interesse an Technik mit: Junge Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor und trotzdem ergreifen immer noch vergleichsweise wenige von ihnen ein MINT-Studium. Deshalb ist es besonders wichtig, junge Frauen für das Studium eines MINT-Faches zu ermuntern. In Zeiten des Fachkräftemangels kann es sich Deutschland nicht leisten, auf das innovative Potential von Frauen zu verzichten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat daher gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Sozialpartnern, Medien, Verbänden und anderen eine Initiative gestartet, um deutlich mehr junge Frauen für die Zukunftsberufe in den MINT-Bereichen zu gewinnen. Im Juni 2008 wurde der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen geschlossen. Unter dem Motto „Komm, mach MINT“ soll jungen Frauen gezeigt werden, wie die heutige MINT-Berufswelt aussieht und welche Chancen sich für interessante und verantwortungsvolle Berufskarrieren eröffnen. In 2014 ging der Pakt in die dritte Phase. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt den Pakt mit drei Millionen Euro im Jahr.

Mit dem MINT-Pakt haben sich die Paktpartner zum Ziel gesetzt,

  • mehr jungen Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe zu begeistern,
  • die Zahl der MINT-Studentinnen und –Absolventinnen zu erhöhen,
  • Frauen für Karrieren im MINT-Bereich zu gewinnen,
  • die Zahl von MINT-Frauen in Führungsebenen von Unternehmen und Forschungsinstitutionen zu erhöhen.

Starke Partner für mehr Frauen in MINT

Die Maßnahmen werden bundesweit von Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaftseinrichtungen, Medien, Sozialpartnern und öffentlichen Institutionen unterstützt. Mädchen und junge Frauen erhalten Entscheidungshilfen für den Studien- oder Ausbildungseinstieg, sie können frühzeitig Kontakte mit Vorbildfrauen knüpfen und entwickeln mehr Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit – auch abseits traditioneller weiblicher Ausbildungswege. Durch den Girls‘ Day und den MINT-Pakt haben inzwischen viele Mädchen und junge Frauen ihre persönliche Erfolgsgeschichte in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen verwirklichen und sich erfolgreich beruflich etablieren können. Die deutsche Wirtschafts- und Wissenschaftslandschaft wird dadurch um unverzichtbare weibliche Potentiale und Exzellenz bereichert.

Alle Wege offen

Das Förderprogramm „Erfolg mit MINT – Neue Chancen für Frauen“ soll mit neuen Projektansätzen um Mädchen und jungen Frauen aufzeigen, dass ihnen alle Wege in der vielfältigen MINT-Berufswelt offen stehen, und ist ein weiterer Impuls für einen Kulturwandel in Wissenschaft und Wirtschaft hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit.

"Erfolg mit MINT - Neue Chancen für Frauen"

Mit der Förderlinie „Erfolg mit MINT – Neue Chancen für Frauen“ hat das BMBF sein Engagement verstärkt, hochqualifizierte weibliche Nachwuchskräfte für MINT-Berufe zu gewinnen. Im Fokus steht dabei die Informationstechnologie. Frauen sollen den digitalen Wandel in Deutschland aktiv mitgestalten. Das Förderengagement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zielt auch darauf ab, regionale Verbünde zu etablieren. Solche Zusammenschlüsse sollen die Effizienz bereits bestehender Angebote zur Förderung von Frauen in MINT-Berufen steigern.

Das BMBF hat bis 2020 insgesamt 22 Millionen Euro für die Förderung entsprechender Projekte zur Verfügung gestellt. Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Vereine, Verbände und weitere MINT-Initiativen konnten sich mit ihren Konzepten und Ideen einbringen. 50 Projekte werden nun gefördert.

Beispiele für konkrete Projekte sind: Angebote zur akademischen Berufs- und Studienwahlorientierung für junge Frauen, Coaching- und Vernetzungsangebote für Studentinnen, Berufseinsteigerinnen und Young Professionals in MINT-Berufen sowie Projekte, die zielgerichtet Frauen gewinnen, sich in Berufsfeldern der neuen Hightech-Strategie zu engagieren. Darüber hinaus fördert das BMBF interaktive Beteiligungsformate für Multiplikatoren, Fachveranstaltungen und Forschungsprojekte.