Mit dem DigitalPakt Schulen zukunftsfähig machen

Schülerinnen und Schüler sollen digitale Medien souverän und selbstbestimmt nutzen können. Mit dem DigitalPakt Schule wollen Bund und Länder die Schulen digital besser ausstatten. Die notwendige gemeinsame Vereinbarung wird derzeit erarbeitet.

Ein Schüler des Leininger-Gymnasiums in Grünstadt arbeitet mit dem sogenannten neXboard: An der virtuellen Tafel kann er sich deutschlandweit mit Mitschülern austauschen. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Digitalisierung hat die Gesellschaften verändert. Weltweit prägen digitale Medien und Werkzeuge den Alltag vieler Menschen. Dieser Wandel macht auch vor den Klassenzimmern nicht Halt: Damit Schulen im digitalen Zeitalter ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen und Schülerinnen und Schüler auf das Leben gut vorbereiten können, brauchen  Schulen gut ausgebildete Lehrkräfte, geeignete pädagogische Konzepte sowie eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Das ist das gemeinsame Verständnis von Bund und Ländern. Sie wollen die digitale Bildung in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen vorantreiben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2016 die Strategie „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ erarbeitet und mit dem DigitalPakt#D ein umfangreiches Förderprogramm vorgeschlagen. Die Kultusministerkonferenz hat im gleichen Jahr ihre Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Gemeinsam wollen sich Bund und Länder nun mit dem „DigitalPakt Schule von Bund und Ländern“ über das Zusammenwirken auf ihren jeweiligen Arbeitsfeldern abstimmen. Dies soll in einer Bund-Länder-Vereinbarung geregelt werden. Dazu werden derzeit Gespräche zwischen Bund und Ländern geführt. Der DigitalPakt Schule soll 2018 starten.

Vom pädagogischen Ziel zur technischen Unterstützung

Ausgangspunkt aufseiten der Schulen sollte ein pädagogisches Konzept und eine genaue Vorstellung davon sein, wie sich die Schule in den nächsten Jahren entwickeln will – mit und durch den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht. Die IT-Ausstattung leitet sich aus diesen Zielen ab.

Mit dem DigitalPakt Schule zielen Bund und Länder auf die flächendeckende Weiterentwicklung aller Schulen ab. Jede Schule hat unterschiedliche und individuelle Startbedingungen. Die Vielfalt didaktischer Konzepte ermöglicht eine große Bandbreite technischer Umsetzungen. Die Schulen, die noch am Anfang stehen, wollen Bund und Länder ebenso mitnehmen wie die digitalen Vorreiterschulen, die es heute bereits gibt. Deswegen wird die förderfähige IT-Ausstattung je nach örtlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen unterschiedlich sein.

Damit alle Schülerinnen und Schüler – so wie von der KMK in ihrer Strategie vorgesehen – digital arbeiten können, ist nicht nur eine gute Infrastruktur in der Schule, sondern auch eine möglichst breitbandige Anbindung der Schule an das Internet als digitale Infrastruktur nötig. Eine solche Anbindung unterstützt die Bundesregierung bereits mit dem „Bundesförderprogramm Breitband“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Durch die kürzlich erfolgte Änderung der Förderbedingungen wurde der Kreis der förderfähigen Schulen ausgeweitet. Ziel ist die Versorgung der Schulen mit Glasfaser. Alle Schulen und Schulträger sollten daher prüfen, ob sie durch diese Änderung der Regularien des BMVI profitieren können. Eine Förderung durch das BMVI kann schon jetzt beantragt werden.

Schulen und Kommunen als Schulträger sollten einen Gesamtansatz verfolgen. Nur so lassen sich mehrere Ziele erreichen: der Breitbandanschluss bis zum Schulgebäude mit der Förderung durch das Breitbandprogramm des BMVI und der Ausbau des Netzwerks sowie der IT-Infrastruktur auf dem Schulgelände und der Aufbau digitaler Lerninfrastrukturen durch den DigitalPakt Schule.