Mit Innovationen unsere Zukunft gestalten

"Batterieforschung, Künstliche Intelligenz, Nationale Dekade gegen Krebs – drei Beispiele für das, was die Hightech-Strategie ausmacht, wie wir Herausforderungen angehen, wie wir uns für die Zukunft aufstellen", sagt Bundesministerin Anja Karliczek.

Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek (MdB) anlässlich der Bundestagsdebatte am 1. Februar 2019 in Berlin.

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

jeder zweite von uns erkrankt irgendwann in seinem Leben an Krebs.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache.

Und wenn man fragt: „Vor welcher Krankheit fürchten Sie sich am meisten?“, dann antwortet die Mehrheit in Deutschland: Krebs.

Deswegen haben wir in dieser Woche die Nationale Dekade gegen Krebs gestartet.

Zehn Jahre lang mobilisieren wir alle Kräfte.

Wir wollen Krebs besser verstehen
Wir wollen Krebs verhindern.
Wir wollen Krebs heilen.

Die Nationale Dekade gegen Krebs ist ein zentrales Thema der Hightech-Strategie.

An ihr möchte ich heute zeigen, wie wir mit der Hightech-Strategie Probleme lösen.

Und was wir meinen, wenn wir sagen:

Die Menschen stehen im Mittelpunkt unserer Innovationspolitik.

Drei Beispiele dafür:

I.

Erstens ein Transfer-Thema:

Neue Therapien müssen schneller raus aus dem Labor, ran ans Krankenbett kommen.

Je näher Forschung und Patienten beieinander sind, desto schneller gelingt das.

So wie im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg und Dresden.

Im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs bauen wir weitere solcher Standorte auf.

Die Ängste und Sorgen der Patienten sind wichtig, nicht nur während der Therapie.

Auch in der Forschung werden sie in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Jeder Krankheitsverlauf ist individuell.

Persönlich zugeschnittene Therapien helfen individuell.

Eine Chance, wie wir sie noch nie hatten.

Diese Chance wollen wir nutzen.

Mit der Nationalen Dekade gegen Krebs fördern wir erstmalig Studien, die solche Fortschritte möglich machen.

Forschung durch Vergleich:

Welche Ansätze in der Früherkennung, welche Therapien haben sich bewährt?
Welche Unterschiede gibt es in Kliniken?
Welche Erfahrungen haben die Patienten gemacht?

Damit sich die besten Therapien durchsetzen.

Patienten eine Stimme zu geben – auch in der Forschung – das ist mir ein wichtiges Anliegen.

Mit den Menschen gemeinsam Neues entwickeln. Darum geht es.

Egal, ob im Kampf gegen den Krebs, bei Künstlicher Intelligenz, oder wenn es um die Zukunft der Arbeit geht.

II.

Wir nutzen die neuen Hightech-Möglichkeiten.

Das ist mein zweiter Punkt.

Gerade in der Krebsforschung werden durch die Datenvernetzung und die Künstliche Intelligenz große Fortschritte möglich.

Deshalb vernetzen wir die Zentren der Krebsforschung und die Krankenhäuser besser untereinander. Damit sie Daten austauschen und Erkenntnisse gemeinsam nutzen können.

Künstliche Intelligenz kann Muster in Krankheitsverläufen erkennen und daraus schließen, welche Therapien Erfolg versprechen. Individuell und persönlich.

Individuell und persönlich – das ermöglicht Künstliche Intelligenz!

Dazu brauchen wir viele Patientendaten.

Je mehr Daten, umso besser.

Gleichzeitig ist uns die Privatsphäre gerade von kranken Menschen wichtig.

Diesen Spagat gilt es zu leisten.

Nicht nur, wenn es um Patientendaten geht.

III.

Künstliche Intelligenz steckt überall.

Und damit bin ich beim dritten Beispiel:

Unsere Autoindustrie forscht intensiv an selbstfahrenden Autos, damit wir wirtschaftlich erfolgreich bleiben.

Der Wohlstand in Deutschland hängt stark am Erfolg der Automobilindustrie.

Wir wollen die Autonation Deutschland bleiben.

Das Auto der Zukunft fährt autonom und mit regenerativer Energie.

Eine Möglichkeit ist dabei Elektromobilität.

Dafür brauchen wir Batterien. Die können wir heute nur in Asien kaufen.  

Die Autonation Deutschland darf nicht von Asien abhängig sein.

Eine eigene Batterieproduktion ist eine Frage wirtschaftlicher Unabhängigkeit und gleichzeitig der Sicherung von Wertschöpfung in Deutschland.

Denn die Batterie wird ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung im Auto der Zukunft sein.

In der letzten Woche haben wir deswegen den Startschuss für eine Batterieforschungsfabrik gegeben.

Die Batterietechnologie ist die Schlüsseltechnologie.

Nicht nur für Mobilität, auch für viele industrielle Anwendungen. Und natürlich für die Energiewende.

Damit ist die Aufgabe definiert: die technologische Souveränität Deutschlands in der Batterietechnologie zu sichern.

Sie wird wesentlich dazu beitragen, dass wir Mobilität, Industrie und Klimaschutz miteinander in Einklang bringen.

Eine der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang zu bringen, das ist eine der Kernaufgaben der nächsten Jahre.

Batterieforschung, Künstliche Intelligenz, Nationale Dekade gegen Krebs –

drei Beispiele für das:

was die Hightech-Strategie ausmacht,
wie wir Herausforderungen angehen,
wie wir uns für die Zukunft aufstellen.

Wir setzen auf die Verantwortung der Menschen in unserem Land.

Wir setzen auf unsere Fähigkeiten, gemeinsam Neues zu schaffen.

Wir setzen auf unsere Kraft, mit Innovationen unsere Zukunft gut zu gestalten.